22.10.2026
Kaum Spielzeit in Houston
Als Zweitrundenpick startete Marlin Klein mit einigen Erwartungen in seine erste NFL-Saison. Nach sechs Wochen ist vom deutschen Tight End bei den Houston Texans allerdings kaum noch etwas zu sehen. Zuletzt gehörte der 24-Jährige dreimal in Folge nicht einmal zum aktiven Spieltagskader.

Verletzt ist Klein derzeit offenbar nicht. Stattdessen entscheiden sich die Texans Woche für Woche gegen den Rookie - und das in einer Offense, in der die Konkurrenz um Snaps und Targets durch einen tiefen Tight-End-Room und zahlreiche Receiver ohnehin enorm ist.
Houston investierte im April den 59. Pick des NFL Drafts in Klein. Der ehemalige Michigan-Tight-End schaffte anschließend den Sprung in den 53-Mann-Kader und kam an den ersten drei Spieltagen seiner Rookie-Saison zum Einsatz.
Seine Möglichkeiten blieben allerdings überschaubar. Klein absolvierte in diesen Partien insgesamt 22 offensive Snaps und weitere 21 in den Special Teams. Seinen bislang einzigen NFL-Catch verbuchte er direkt in Week 1 gegen die Buffalo Bills - für 16 Yards.
Danach verschwand Klein aus der Offense. Seit Week 4 war der Deutsche gegen die Cowboys, Titans und Jaguars jeweils inaktiv.
Besonders bitter: Auch beim London Game gegen Jacksonville musste Klein zuschauen. Auf dem Injury Report tauchte er zuvor nicht auf. Seine Nichtberücksichtigung ist damit keine Folge einer bekannten Verletzung, sondern eine sportliche Entscheidung der Texans.
Das größte Problem für Klein ist die enorme Konkurrenz innerhalb der Houston-Offense. Auf Tight End ist Dalton Schultz weiterhin die etablierte Nummer eins. Dahinter verfügt Houston mit Foster Moreau, Cade Stover und Brevin Jordan über mehrere weitere Optionen. Gegen Jacksonville erhielten Stover und Jordan ebenfalls den Vorzug vor dem deutschen Rookie.
Hinzu kommt ein mittlerweile extrem voller Receiver-Room. Mit Nico Collins, Marvin Harrison Jr., Jaylin Noel, Xavier Hutchinson und Kayshon Boutte verfügt C.J. Stroud über zahlreiche Alternativen im Passing Game. Auch Tank Dell gehört zum Kader, befindet sich derzeit allerdings auf Injured Reserve.
Besonders die Verpflichtung von Harrison hat den Konkurrenzkampf noch einmal verschärft. Houston holte den Receiver kurz vor dem London Game von den Arizona Cardinals. Bei seinem Debüt wurde Harrison noch vorsichtig eingesetzt, während Noel mit 107 Receiving Yards und einem Touchdown glänzte.
Für Klein bedeutet das: Selbst wenn er sich im Tight-End-Room nach vorne arbeitet, konkurriert er bei möglichen Targets indirekt mit einem der tiefsten Receiving-Corps der Liga.
Nach sechs Wochen lässt sich Kleins Rookie-Saison noch längst nicht abschließend bewerten. Auffällig ist seine Entwicklung trotzdem.
Houston investierte einen Zweitrundenpick in den 24-Jährigen, setzte ihn zunächst in drei Spielen ein und verzichtete anschließend dreimal hintereinander auf ihn. Dabei ist Klein derzeit offenbar gesund.
Von einem Fehlgriff zu sprechen, wäre zu diesem Zeitpunkt deutlich verfrüht. Die Texans haben Klein nicht zwingend für eine sofortige große Rolle im Passing Game gedraftet. Bereits vor der Saison galten seine Qualitäten als Blocker und seine körperlichen Voraussetzungen als wichtige Bestandteile seines Profils.
Momentan steckt der Deutsche allerdings tief im Konkurrenzkampf fest. Nach seinem ersten NFL-Catch in Week 1 wartet Klein nicht nur auf seine nächste Reception - sondern zunächst einmal auf seine Rückkehr in den aktiven Gameday-Roster.
Autor: Niklas Kreuzer