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    NFL

    vor 1 Tag

    Schlechter Start

    Was läuft falsch bei den Green Bay Packers?

    Drei Spiele, eine Bilanz von 1-2 und spätestens jetzt ein echtes Problem: Die Green Bay Packers sind mit großen Erwartungen in die Saison 2026 gestartet, laufen diesen bislang aber deutlich hinterher. Nach dem 14:35 gegen die Atlanta Falcons ist der Fehlstart endgültig perfekt.

    Jordan Love in einem NFL-Spiel für die Green Bay Packers
    Bei den Packers stimmt aktuell einiges nicht IMAGO/Icon Sportswire

    Dabei lässt sich die Krise nicht auf einen einzelnen Bereich reduzieren. Undiszipliniertheit, eine angeschlagene Offensive Line und ein praktisch nicht existentes Laufspiel haben Green Bay schon in den ersten beiden Wochen begleitet. Gegen Atlanta kamen diese Probleme nun geballt zusammen.

    Erst der Kollaps, dann die Rettung

    Dass bei den Packers etwas nicht stimmt, zeigte sich bereits zum Saisonauftakt. Das 22:39 bei den Minnesota Vikings sieht rückblickend sogar deutlicher aus, als Green Bay lange spielte.

    Die Packers führten im dritten Viertel noch mit 22:10 und hatten die Partie grundsätzlich unter Kontrolle. Anschließend brach Green Bay jedoch komplett ein. Minnesota erzielte 29 Punkte in Folge und verwandelte die Führung der Packers noch in eine deutliche Niederlage.

    Dabei waren die Probleme bereits deutlich sichtbar. Green Bay leistete sich zwölf Strafen für 98 Yards. Sechs davon kamen bereits vor dem Snap. Dazu wurde Jordan Love immer wieder unter Druck gesetzt und getroffen. Head Coach Matt LaFleur sprach anschließend selbst von Fehlern in der Protection, die schlicht nicht passieren dürften.

    Dabei bewegte die Offense den Ball durchaus. Green Bay produzierte 419 Total Yards, Love warf für 387 Yards und die Packers verbuchten zahlreiche explosive Plays. Aus diesen Möglichkeiten entstanden aber lediglich 22 Punkte.

    Eine Woche später folgte gegen die New York Jets zwar die Antwort - überzeugend war sie allerdings nicht. Green Bay lag im Schlussviertel mit 7:17 zurück, rettete sich noch in die Overtime und gewann dort durch ein 26-Yard-Field-Goal von Trey Smack mit 20:17. Die Defense eröffnete die Verlängerung mit zwei Sacks gegen Geno Smith, ehe die Offense mit einem 58-Yard-Drive den Sieg vorbereitete.

    Doch die Probleme blieben. Die Packers produzierten nur 199 Total Yards und verwandelten lediglich einen von neun Third Downs.

    Strafen werden zum Dauerproblem

    Noch auffälliger war die fehlende Disziplin. Nach zwölf Strafen gegen Minnesota kamen gegen die Jets weitere 14 akzeptierte Penalties für 133 Yards hinzu. Damit stand Green Bay nach gerade einmal zwei Spielen bereits bei 26 akzeptierten Strafen für 231 Yards.

    Es handelt sich dabei nicht nur um vereinzelte Holding Calls. Pre-Snap-Strafen, Personal Fouls und weitere vermeidbare Fehler ziehen sich durch den Saisonstart.

    Genau das macht die Situation besonders problematisch. Die Packers müssen momentan nicht nur ihre Gegner schlagen, sondern erschweren sich mit eigenen Fehlern regelmäßig selbst die Arbeit.

    Der Overtime-Sieg gegen New York verhinderte zwar einen 0-2-Start, löste diese Probleme aber nicht. Vier Tage später wurden sie gegen Atlanta erneut sichtbar.

    Gegen Atlanta bricht das Laufspiel komplett weg

    Die 14:35-Niederlage gegen die Falcons offenbarte vor allem eine gewaltige Schieflage innerhalb der Offense. Green Bay lief über die gesamte Partie gerade einmal neunmal für 17 Yards. MarShawn Lloyd kam bei vier Carries auf elf Yards, Kaleb Johnson bei ebenfalls vier Versuchen auf sechs.

    Damit war praktisch schon früh klar, dass die Packers ihre Offense über Jordan Love bewegen mussten. Der Quarterback warf unglaubliche 53 Pässe, komplettierte davon 28 für 312 Yards, zwei Touchdowns und eine Interception.

    Atlanta konnte dagegen genau das tun, was Green Bay derzeit fehlt: das Spiel am Boden kontrollieren. Die Falcons liefen 41-mal für 242 Yards und drei Touchdowns. Bijan Robinson alleine produzierte bei 29 Carries 194 Yards und zwei Scores. Der Kontrast könnte kaum größer sein.

    Offensive Line verliert immer mehr Personal

    Ein Grund für die offensiven Schwierigkeiten liegt auch in der Offensive Line. Starting Right Tackle Zach Bako-Bewele erlitt gegen die Jets einen vollständigen Riss der Patellasehne im rechten Knie und wird in dieser Saison nicht mehr zurückkehren.

    Auch Aaron Banks konnte gegen Atlanta nicht spielen. Der Left Guard hatte bereits den Saisonauftakt aufgrund einer Knieverletzung verpasst, kehrte gegen die Jets zurück und musste anschließend wegen einer Zehenverletzung erneut vom Feld.

    Schon gegen Minnesota hatte LaFleur die fehlende Kontinuität innerhalb der Line angesprochen. Für Love bedeutet das eine schwierige Situation. Green Bay bekommt kaum Produktion aus dem Backfield und muss gleichzeitig in der Protection immer wieder umbauen.

    Hinzu kommt das Fehlen von Josh Jacobs. Der etatmäßige Starting Running Back steht auf der Commissioner's Exempt List und steht den Packers derzeit nicht zur Verfügung. Die Folgen sind deutlich zu erkennen: Green Bay besitzt aktuell keine verlässliche Balance zwischen Lauf- und Passspiel.

    Love kann die Probleme nicht alleine lösen

    Damit landet ein immer größerer Teil der Verantwortung bei Jordan Love. Seine reinen Passing-Zahlen waren zum Saisonstart teilweise ordentlich. Gegen Minnesota warf er für 387 Yards und zwei Touchdowns, gegen Atlanta kamen weitere 312 Yards und zwei Scores hinzu.

    Doch Green Bay braucht enorme Anstrengungen im Passing Game, um offensiv überhaupt voranzukommen. Gegen Atlanta musste Love 53-mal werfen. Gleichzeitig fehlte ihm jede Unterstützung durch das Laufspiel.

    Das soll Love nicht von Kritik freisprechen. Gegen Atlanta leistete sich der Quarterback eine Interception und auch er muss konstanter werden. Doch die Probleme der Packers ausschließlich am Quarterback festzumachen, würde am eigentlichen Problem vorbeigehen.

    Die gesamte Offense funktioniert momentan nicht zuverlässig genug. Besonders deutlich wird das bei Third Downs. Bereits vor dem Atlanta-Spiel hatte Green Bay nur vier seiner ersten 24 Third Downs verwandelt - eine Quote von 19 Prozent.

    Wenn eine Offense kaum läuft, regelmäßig in langen Down-and-Distance-Situationen steckt und dann auch bei Third Downs keine Lösungen findet, wird selbst ein talentierter Quarterback schnell berechenbar.

    Auch die Defense bekommt Probleme

    Auch die Defense bekommt Probleme Dabei sollte eigentlich die Defense Green Bays Sicherheitsnetz sein. Gegen Atlanta funktionierte auch das nicht.

    Die Falcons dominierten mit 242 Rushing Yards und bewegten den Ball gleichzeitig explosiv durch die Luft. Drake London fing neun Pässe für 194 Yards und kam dabei auf durchschnittlich 21,6 Yards pro Reception. Green Bay bekam damit weder Atlantas Laufspiel noch dessen wichtigste Waffe im Passing Game unter Kontrolle.

    Erschwerend kommt hinzu, dass Micah Parsons weiterhin fehlt. Der Pass Rusher arbeitet sich nach seinem Kreuzbandriss aus der vergangenen Saison zurück und begann die Saison auf der PUP-Liste.

    Damit muss Defensive Coordinator Jonathan Gannon derzeit ohne einen der wichtigsten individuellen Pass Rusher seines Kaders auskommen. Welche konkreten Auswirkungen Parsons' Fehlen auf die gesamte Defense hat, lässt sich dabei nicht isoliert bestimmen. Fest steht jedoch: Gegen Atlanta gelang Green Bay bei 25 Passversuchen von Michael Penix Jr. kein einziger Sack.

    Aus Warnsignalen wird eine Krise

    Noch ist die Saison jung. Nach drei Spielen ist nichts entschieden. Problematisch ist für Green Bay vielmehr die Art und Weise, wie sich die ersten drei Wochen entwickelt haben.

    Gegen Minnesota verspielten die Packers eine 22:10-Führung. Gegen die Jets benötigten sie ein Comeback im vierten Viertel und die Overtime, um mit 20:17 zu gewinnen. Gegen Atlanta folgte schließlich eine Partie, in der Green Bay nach der frühen 7:0-Führung 27 Punkte in Folge kassierte. Die Falcons beendeten damit zugleich Green Bays Serie von 13 gewonnenen Home Openern in Folge.

    Die einzelnen Baustellen sind inzwischen klar erkennbar: zu viele Strafen, kaum Laufspiel, Verletzungen in der Offensive Line, eine schlechte Third-Down-Effizienz und zuletzt eine Defense, die Atlanta weder am Boden noch bei explosiven Passspielzügen stoppen konnte. Aus einzelnen Warnsignalen ist damit nach drei Wochen ein Muster geworden. Und genau das ist aktuell das größte Problem der Green Bay Packers.

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    nkr