20.02.2026
Illinois zeigt sich "überrascht"
Der umstrittene Umzug des NFL-Teams Chicago Bears nach Indiana nimmt nun offenbar konkrete Formen an. Am Donnerstag verabschiedete der Bundesstaat Indiana einstimmig ein Gesetz, welches die Ausgabe von Anleihen zur Finanzierung und zum Bau eines neuen Stadions erlaubt.

Dies sei "der bislang bedeutendste Schritt vorwärts in unseren Bemühungen um die Stadionplanung", sagte Bears-Präsident und Geschäftsführer Kevin Warren. Das Franchise sei "entschlossen, die noch ausstehenden standortspezifischen Due-Diligence-Prüfungen abzuschließen, um unsere Vision vom Bau eines Weltklasse-Stadions in der Nähe des Wolf Lake in Hammond, Indiana, zu verwirklichen", führte Warren in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur AFP aus. Man wolle "einen erstklassigen Veranstaltungsort für ganz Chicagoland und ein Ziel für Bears-Fans und Besucher aus aller Welt schaffen".
Der Wolf Lake befindet sich im Großraum Chicago, das Gebiet drumherum umfasst allerdings die Staatsgrenzen sowohl von Illinois, wo sich Chicago befindet, als auch eben Indiana. Das Soldier Field, in dem die Chicago Bears derzeit noch beheimatet sind und das sie noch bis 2033 von der Stadt Chicago angemietet haben, befindet sich rund 25 Autominuten entfernt.
Die Bears, eines der Gründungsmitglieder der NFL von 1920, hatten im September angekündigt, das Soldier Field zu verlassen und im Chicagoer Vorort Arlington Heights ein modernes Indoor-Stadion errichten zu wollen. Dafür erwarb der Klub bereits 2023 ein Grundstück. Doch im Dezember erklärte Warren in einem offenen Brief, dass der Super-Bowl-Sieger von 1985 auch Standorte außerhalb von Illinois prüfe, da es keine verbindlichen Zusagen für notwendige Infrastrukturmaßnahmen gegeben habe.
Von Seiten Illinois' zeigte man sich derweil "überrascht, eine Erklärung zu sehen, in der Indiana gelobt und Illinois ignoriert wurde", so ein Sprecher des Gouverneurs von Illinois, J.B. Pritzker. Man sei zuvor bereit gewesen, einen entsprechenden Gesetzentwurf ebenfalls voranzubringen. "Nach einer produktiven dreistündigen Sitzung gestern baten die Verantwortlichen der Bears die ILGA (Illinois General Assembly, Anm. d. Red.), die Anhörung zu verschieben, um weitere Änderungen am Gesetzentwurf vorzunehmen."
Nach dem aktuellen Beschluss des Bundesstaats Indiana dürfte die Tendenz nun also erst einmal in diese Richtung gehen.
SID, fys