19.08.2025
Neuer Millionenmarkt
Seit 2021 dürfen College-Football-Spieler mit ihrem Namen, Bild und ihrer persönlichen Marke Geld verdienen. Das sogenannte NIL-System hat den Sport in kürzester Zeit in einen äußerst lukrativen Markt verwandelt.

Name, Image and Likeness, kurz NIL, beschreibt das Recht von Sportlern, ihre eigene Marke zu vermarkten. Jahrelang war es College-Athleten verboten, von ihrer Popularität zu profitieren - ein Verstoß hätte die Spielberechtigung gekostet.
Mit der Regeländerung 2021 öffnete sich jedoch ein völlig neuer Markt: von millionenschweren Sponsoring-Deals mit Sportartikelherstellern bis zu lokalen Werbeverträgen kleiner Unternehmen. Inzwischen ist NIL fester Bestandteil des College Football - mit wachsender wirtschaftlicher Bedeutung.
NIL steht für "Name, Image and Likeness" und umfasst die Rechte einer Person an ihrer eigenen Darstellung. Im College Football bedeutet das: Spieler dürfen ihren Namen, ihr Bild oder ihr Abbild für Werbung, Sponsoring oder kommerzielle Projekte nutzen - und dafür bezahlt werden. Beispiele reichen von Social-Media-Posts und Autogrammstunden über Werbespots bis hin zu eigenen Produktlinien.
Vor 2021 galt im College-Sport strikter Amateurstatus. Athleten durften keinerlei Zahlungen für ihre sportliche Bekanntheit annehmen, nicht einmal für private Autogramme. Selbst kleine Gefälligkeiten von Sponsoren konnten zu Sperren führen.
Erst ein Zusammenspiel aus Gerichtsentscheidungen, politischem Druck und neuen Gesetzen in mehreren Bundesstaaten zwang die NCAA dazu, ihre Regeln zu lockern.
Die Aufsicht variiert stark: In manchen Bundesstaaten gibt es klare Gesetze, in anderen regeln die Universitäten selbst, was erlaubt ist.
Häufig müssen Athleten ihre Verträge der Uni melden und sich an Vorgaben halten - etwa keine Werbung für Alkohol oder Glücksspiel. Schulen dürfen die Spieler jedoch nicht direkt bezahlen, was zur Entstehung sogenannter NIL-Collectives geführt hat.
Collectives sind meist von Alumni oder Boostern finanzierte Organisationen, die Athleten bei der Akquise von NIL-Verträgen unterstützen - oft mit erheblichen Summen.
Kritiker sehen darin ein Schlupfloch für Pay-for-Play, also faktische Gehaltszahlungen als Rekrutierungsanreiz. Befürworter argumentieren, dass sie Spielern echte Marktchancen eröffnen.
Die größten Deals gehen an Top-Stars großer Programme. Quarterbacks wie Arch Manning von Texas erzielen NIL-Bewertungen im Millionenbereich. Doch auch weniger bekannte Athleten profitieren - oft durch lokale Sponsoren oder kreative Marketingaktionen.
Wie hoch die jährlichen Einnahmen der Spieler durch solche Deals sind, ist jedoch nicht bekannt. Die Summen müssen sich nicht veröffentlich werden, sodass nur spekuliert werden kann.
Einziger Indikator ist die Berechnung des Portals On3, das den maximalen Marktwert der Spieler für die kommenden zwölf Monate berechnet. Dort wird Manning mit einem Wert von 6,8 Million Dollar als Spitzenreiter gelistet, danach folgen Quarterback Carson Beck (Miami) mit 4,3 und Wide Receiver Jeremiah Smith (Ohio State) mit 4,2 Millionen.
NIL hat den College Football in nur wenigen Jahren grundlegend verändert. Für Spieler eröffnet es neue Einnahmequellen und unternehmerische Chancen, für Programme ist es ein entscheidender Faktor im Recruiting geworden.
Potenzielle Regeländerungen könnten mehr Ordnung ins System bringen - oder einfach die Spielregeln für ein lukratives Geschäft neu definieren.
Eins steht jedoch fest: NIL ermöglicht es Superstars wie Beck, im College mittlerweile pro Jahr mehr zu verdienen als viele Rookies, die dieses Jahr in die NFL gedraftet wurden. Immer mehr Spieler entscheiden sich deshalb dazu, weiter College Football zu spielen, obwohl sie sich schon für den NFL Draft anmelden könnten.
val