07.08.2026
GFL-Kolumne
Am Samstag steht in der German Football League jede Menge auf dem Spiel. Der 14. Spieltag hat es mit fünf Partien, davon vier ab 15:30 Uhr in der Live-Konferenz bei DF1, auf Twitch und Sporteurope.tv wirklich in sich. Neben dem Aufeinandertreffen zweier alter Bekannter in Schwäbisch Hall geht es im Niedersachsen-Derby unter Flutlicht um die Playoffs.

Im OPTIMA Sportpark steigt am Samstag um 16 Uhr das Spitzenspiel des Wochenendes, eingebettet in die Konferenz. Die Schwäbisch Hall Unicorns sind mit einer makellosen 10-0-Bilanz das dominierende Team der Liga. Mit einem Turnover-Verhältnis von +10 bilden sie statistisch das beste Team der GFL. In engen Spielen war auf die eigene Defensive und Ballhawk Monteze Lattimore stets Verlass.
Die Kiel Baltic Hurricanes reisen dagegen mit einer 2-6-Bilanz an und sind das Schlusslicht der GFL Nord. Mit dem letzten 37-10-Heimsieg gegen die Berlin Rebels im Rücken kommen die Kieler aber mit Schwung in das Wiedersehen mit dem alten Rivalen. Quarterback P.J. Settles verfügt mit seinen Receivern über ernstzunehmende Qualität.
Besonders reizvoll macht die Partie die gemeinsame Vergangenheit beider Klubs. 2011 und 2012 standen sich Hall und Kiel im German Bowl gegenüber. Beide Male behielten die Unicorns gegen das Team des damaligen Head Coaches Patrick Esume die Oberhand. Die zwei Titel bildeten im Nachhinein den Startschuss für die bis heute anhaltende Erfolgs-Ära der Schwäbisch Haller.
Zum letzten Mal aufeinandergetroffen sind die zwei Kontrahenten übrigens im Halbfinale 2017. Mit dabei war damals schon Defensive Coordinator Carsten Dohm, während der heutige Haller Offensive-Line-Coach Kjell Rieck noch selbst als Center, damals für Kiel, auf dem Feld stand. Das große Wiedersehen erhält zusätzliche Würze durch den Green-Game-Charakter. Alle Fans der Unicorns sind eingeladen, in grüner Kleidung und hoffentlich zahlreich in den OPTIMA-Sportpark zu kommen.
Für die Straubing Spiders verläuft die Saison enttäuschend. Als einziges Team ohne Sieg (0-8) und mit dem ligaweit schwächsten Yardage-Schnitt (235,9 pro Spiel) treffen sie auf Regensburg Phoenix, die mit 3-5 zwar auch keine berauschende Bilanz vorweisen, aber mit deutlich mehr Struktur agieren.
Regensburgs Problem war am Anfang der Saison die eigene Fehleranfälligkeit und das Passing Game. Das sollte den schwächelnden Spiders zumindest Hoffnung machen. Doch der Lauf aus zuletzt drei Siegen in vier Spielen für Regensburg lässt weniger daran glauben, die Straubinger könnten die rote Laterne weiterreichen und die Abstiegsränge bald verlassen.
Mit den Potsdam Royals (7-1) kommt der amtierende Deutsche Meister und ligaweit produktivste Angriff (354 Punkte) ins Stadion Benrath. Die Düsseldorf Panther (3-5) gehen als klarer Außenseiter in die Partie, klammern sich aber an die Erinnerung aus ihrem überraschenden Erfolg über Potsdam aus der Vorsaison.
Sie wissen, wohin sie ein fehlerfreies Spiel gegen die Royals führen kann, die ihrerseits unter Zugzwang stehen. Quarterback Xeavier Bullock wanderte vor Kurzem in die X-League nach Japan ab. Nun setzen die Brandenburger auf den Schweizer Hugh "Bay" Harvey, der zum ersten Mal seit seinen Kindertagen bei den Thun Tigers wieder in Europa spielt.
Die ungeschlagenen Dresden Monarchs (9-0) reisen als klarer Favorit nach Berlin. Angeführt vom Quarterback-Receiver-Tandem Rocky Lombardi und Montigo Moss (69 Prozent Completion-Rate, 15 Touchdown-Catches für Moss), hat der Titelanwärter in der Sommerpause nochmal personell nachgelegt und Verstärkungen in den Trenches verpflichtet.
Quarterback Casey Thompson soll als neuer Backup die Titel-Kampagne absichern. Schließlich muss man bereits den Ausfall des verletzten Runningbacks Yazan Nasser kompensieren und ist verwundbar geworden. Die Rebels (2-5) verloren das Hinspiel deutlich mit 14-42 und gehen als klarer Underdog in das Spiel. Gerade im eigenen Mommsenstadion gefällt ihnen diese Rolle aber besonders.
Zum Abschluss des Spieltags steigt um 19 Uhr im Friedrich-Ebert-Stadion erstmals ein Heimspiel der Hildesheim Invaders unter Flutlicht. Im "The Clash", dem Niedersachsen-Derby zwischen den drittplatzierten Invaders (5-2) und den auf Platz Sechs liegenden Braunschweig Lions (3-6) geht es um die Playoffs.
Ob Hildesheims Spielmacher Nelson Hughes nach seiner Verletzung gegen Potsdam auflaufen kann, ist offen. Für die Lions wird es aber so oder so ein besonderer Prüfstein. Denn die Invaders-Defense um Kyle Kitchens und Julian Thompson (ehem. Braunschweig) zählt zu den gefährlichsten der Liga.
Philipp Forstner