vor 1 Tag
Nach Hamstring-Verletzung
Caleb Williams hat erstmals über seine Hamstring-Verletzung gesprochen. Der Bears-Quarterback bestätigte einen schweren Muskelriss, verweigerte nach zahlreichen Falschmeldungen aber demonstrativ den genauen Befund.

Die Chicago Bears hielten sich bei Caleb Williams’ Verletzung wochenlang bedeckt. Nun brach der Quarterback sein Schweigen - zumindest teilweise.
"Es war ein Riss in der hinteren Oberschenkelmuskulatur - und zwar ein ziemlich schwerer", erklärte Williams auf seiner Pressekonferenz am Donnerstag. Den genauen Schweregrad wollte der 24-Jährige allerdings bewusst nicht nennen.
Mehrere Medien hatten nach seiner Verletzung gegen die Minnesota Vikings von einer Zerrung zweiten Grades und drei bis vier Wochen Pause berichtet. Williams widersprach diesen Meldungen nun deutlich.
"Von dem, was bislang veröffentlicht wurde, hat nichts gestimmt - weder bei der Verletzung selbst noch bei ihrem Verlauf", sagte der Bears-Star. "Wenn ihr es nicht direkt vom Boss [Ben Johnson, Head Coach der Bears; Anm. d. Red.] oder von mir hört, ist es wahrscheinlich falsch. Bislang war jeder einzelne Bericht falsch."
Auf Nachfrage bestätigte Williams, dass der genaue Schweregrad intern sehr wohl feststehe. Veröffentlichen wollte er ihn nach den aus seiner Sicht falschen Meldungen aber nicht. Auf mehrere Nachfragen folgte innerhalb weniger Sekunden immer wieder die Bitte nach der "nächsten Frage".
Williams’ gereizte Reaktion dürfte auch mit dem Umgang in den sozialen Medien zusammengehangen haben. Nachdem er gegen Minnesota emotional auf einem Cart in die Kabine gebracht worden war, wurde er auf zahlreichen Plattformen verspottet. Viele Nutzer warfen ihm vor, wegen einer vermeintlich kleinen Verletzung unnötig viel Aufsehen verursacht zu haben - eine Darstellung, der seine nun bestätigte Diagnose deutlich widerspricht.

Den Spott im Netz blendete Williams nach eigener Aussage aus. Emotional sei er vielmehr gewesen, weil er ausgerechnet in einem wichtigen Divisionsduell nicht weiterspielen und seinem Team nicht mehr beim Kampf um den Sieg helfen konnte. "Mir geht es um dieses Team, diese Organisation und ums Gewinnen. Nicht weiterspielen zu können, war frustrierend - daher kamen die Emotionen", erklärte der Quarterback.
Sportlich nähert sich Williams nun jedenfalls seiner Rückkehr. Am Donnerstag nahm er erstmals seit der Verletzung wieder vollständig an einer regulären Einheit teil. Bereits am Mittwoch wurde er als voller Teilnehmer geführt, dabei handelte es sich allerdings nur um einen Walkthrough.
"Ich kann mich bewegen, ich kann laufen. Neulich habe ich sogar eine der höchsten Geschwindigkeiten erreicht, die ich jemals hatte", berichtete Williams. Vor einer Freigabe für das Spiel bei den Atlanta Falcons stehen jedoch noch ein paar Belastungstests aus.
Drei Spiele blieb dem Quarterback nur die Zuschauerrolle. In seinen beiden Einsätzen zuvor - beim Saisonauftakt gegen Carolina und bis zu seiner Verletzung im vierten Viertel gegen Minnesota - brachte er 36 von 55 Pässen für 407 Yards, zwei Touchdowns und eine Interception an.
mhh