vor 8 Stunden
Verantwortung für die Krise
Die Los Angeles Chargers sind mit 0-3 in die Saison gestartet, und besonders die Offensive um Justin Herbert bleibt meilenweit hinter den Erwartungen zurück. Offensive Coordinator Mike McDaniel, in der Offseason als vermeintlich letztes Puzzleteil zum Titelkandidaten verpflichtet, nahm sich am Donnerstag selbst in die Pflicht. Der frühere Dolphins-Head-Coach stellt sich vor seine Offense, er suche keine Ausreden, sondern übernehme die komplette Verantwortung.

McDaniel galt in der vergangen Offseason als einer der gefragtesten Coaches und hatte sogar mehrere Headcoaching Interviews, nachdem er bei den Dolphins als Head Coach entlassen wurde. Umso größer war die Freude bei den Chargers ihn als Offensive Coordinator zu verpflichten. Nach drei Wochen ist diese Freude jedoch fast vollständig verschwunden. Die Offense der Chargers sieht uninspiriert und schlecht vorbereitet aus, nun steht McDaniel unter Druck und muss antworten liefern.
McDaniel war die letzten vier Jahre Head Coach der Miami Dolphins und wurde im Januar entlassen. Er sollte die Offense auf das nächste Level heben und Justin Herbert endlich sein volles potenzial entfalten lassen. In den vergangen beiden Spielzeiten kamen die Chargers in zwei Playoff-Spielen auf nur einen Touchdown. Laut dem ESPN Power Index hatten die Chargers vor der Saison die fünftbeste Quote in den Super Bowl zu kommen.
Nach drei Spieltagen war davon bisher noch nichts zu sehen: Quarterback Justin Herbert hat die zweitmeisten Interceptions der Liga geworfen, sein QBR von 27,4 ist der zweitschlechteste Wert der Liga, nur Giants Backup-Quarterback Jameis Winston steht noch schlechter da. Nach Punkten pro Spiel liegt die Offense auf Rang 29.
Die letzte Niederlage gegen die Bills sitzt besonders tief. Das Team aus LA hat den Bills fünf Turnover abverlangt, während die Offense nur einen Turnover zu verzeichnen hatte, trotzdem verloren sie das Spiel am Ende. "Wir waren der Grund, warum wir das Spiel verloren haben", sagte McDaniel. Er ergänzte, es sei das erste Mal in seiner Karriere, dass er sich an eine Niederlage mit einem Turnover-Plus von vier erinnern könne.
Am Sonntag fahren die Chargers in den Norden nach Seattle. Der Titelverteidiger verlor letzte Woche erstmals seit 315 Tagen ein Spiel. "Es wird laut werden", sagte McDaniel. "Sie werden ein aufgebrachtes Team sein, das ihr erstes Spiel seit rund zwölf Spielen verloren hat." Doch genau das will der 43-jährige, er wolle einen Gegner der keinen Mitleid mit ihnen habe.
par