NFL
03.05.2026
Unglaubliche Stories
Von "Bong-Fail" bis Trade-Chaos: Die kuriosesten NFL-Draft-Geschichten

Von "Bong-Fail" bis Trade-Chaos: Das sind die kuriosesten NFL Draft Geschichten
Wie jedes Jahr bietet der Draft der NFL viele Geschichten. Von Helden-Stories, zu lustigen Zufällen, zu Familien-Historie. Doch so ein großes Event bietet auch viel Platz für Chaos, Missverständnisse und Fails. In dieser Slideshow findet ihr die kuriosesten Stories, die der NFL Draft seit Anbeginn zustande gebracht hat.
Kirby Lee-Imagn Images
1944 - Norman Michael: Der Spieler, der von nichts wusste
Wir schreiben das Jahr 1944. Es war die 18. Runde des Drafts - ja damals gab es insgesamtt 32 Draft-Runden - und die Philadelphia Eagles wählen Fullback Norman Michael aus. Blöd nur, dass dieser das erst 55 Jahre später mitbekommt. Kaum zu glauben aber wahr. An einem zufälligen Tag schaut Michael in die Zeitung. In dieser befindet sich an diesem Tag ein Artikel über alle Syracus University Spieler, die jemals gedraftet wurden. Und dort findet Michael plötzlich seinen eigenen Namen. Er selbst sagt, er habe seinen Augen kaum trauen können, als er das las. Tatsächlich wurde er 1944 gedraftet. Zur gleichen Zeit ging er jedoch zum Militär. Somit konnten die Eagles den heutigen Veteranen nie kontaktieren und er erfuhr erst 55 Jahre später von seinem Glück.
IMAGO/ZUMA Press Wire
1999 - Ricky Williams: Ein Trade für alle Picks
Oft gibt es Coaches, die Fans von bestimmten Spielern sind. Und oft werden etwaige Trades getätigt, um solche Spieler zu den jeweiligen Teams zu holen. Doch was im Draft 1999 passierte, war wirklich kurios. Mike Ditka - damalige Coach der New Orleans Saints - war großer Fan von Running Back Ricky Williams. Ein so großer Fan, dass er im NFL Owners Meeting ankündigte, alle seine Draft Picks für ihn zu traden. Gesagt, getan: Ditka tauschte alle sechs Picks, plus einen Erst- und einen Drittrunden-Pick aus dem nächsten Jahr für den Running Back. Williams selbst sagte später in einem Podcast, dass er selbst diesen Trade nicht eingegangen wäre. Seinen persönlichen Durchbruch hatte er auch erst nach drei Jahren bei den Saints.

2003 - Trade Chaos der Vikings
Im Draft hat jedes Team 10 Minuten Zeit, eine Entscheidung zu treffen, wenn sie mit ihrem Pick an der Reihe sind. Im Draft 2003 ließen die Minnesota Vikings diese Zeit jedoch auslaufen und verpassten somit ihren Pick. Im Voraus hatten die Vikings eigentlich den siebten Pick in der ersten Runde. Der damalige GM Mike Tice versuchte aber kurz vor Ablauf der Zeit noch einen Trade für den zehnten Pick mit den Baltimore Ravens einzufädeln. 30 Sekunden vor Ablauf der Zeit bestätigten die Vikings den Trade bei der NFL - die Ravens aber nicht. Laut ihnen ging bei der NFL einfach niemand ans Telefon. Somit verpassten die Vikings ihren eigentlichen Pick und waren durch das ganze Chaos dann so verwirrt, dass sie erst den neunten Pick des Drafts zogen. Rückblickend ging jedoch alles gut für die Vikings aus: Sie wählten den späteren sechsfachen Pro Bowler Kevin Williams aus, der ganze zehn Jahre für die Vikings spielte.
IMAGO/ZUMA Wire
2016 - Moritz Böhringer: Von der GFL direkt in die NFL
Auch die Deutschen können Geschichten beim NFL Draft schreiben. Die Story von Tight End Moritz Böhringer ist hierbei weniger kurios als vielmehr bemerkenswert. Böhringer wurde im Draft 2016 als erster europäischer Spieler direkt aus Europa in die NFL geholt - ohne vorherige Erfahrung an einem amerikanischen College gesammelt zu haben. Die Minnesota Vikings drafteten ihn in der sechsten Runde (Pick 180) direkt aus der GFL in die US-Liga. Damit setzte er bis heute ein absolutes Novum in der Geschichte europäischer Spieler im Draft der NFL.
imago images/eu-images
1936 - Jay Berwanger: Der erste Draft-Pick der Geschichte und trotzdem ohne Spiel
Die NFL führte 1936 den Draft ein. Natürlich ging in den ersten Jahren noch einiges schief, da sich alle noch nicht wirklich mit dem System auskannten - so kam die Geschichte von Jay Berwanger zustande. Berwanger war der erste Pick, den es in der NFL gab. Er spielte zuvor als Running Back Football an der University of Chicago und war außerdem der erste Gewinner der Heisman Trophy. Schade nur, dass er niemals ein NFL-Spiel bestritt. Direkt nachdem die Philadelphia Eagles Berwanger auswählten, tradeten sie ihn zu den Chicago Bears. Der Running Back verlangte von den Bears einen Vertrag von 25.000 US-Dollar für zwei Jahre. Dies lehnten die Bears jedoch ab, weswegen nie ein Vertrag zustande kam und Berwanger als erster Draft Pick der NFL-Geschichte nie einen Fuß auf den NFL-Rasen setzte.
IMAGO/ZUMA Wire
1972 - Atlanta Falcons draften John Wayne
Im Draft wird es oft ernst. Entscheidungen, die die Zukunft der Teams beeinflussen können, werden getroffen. Doch manchmal erlauben sich die Teams auch mal einen kleinen Scherz: So wie die Atlanta Falcons im Draft 1972. Es ging in die letzte Runde des Drafts und es war der letzte Pick für die Falcons. Mit den Worten "Die Falcons wählen John Wayne von Fort Apache State" suchten sie sich den Schauspieler John Wayne aus. Ein Scherz, der die NFL etwas auf die Schippe nehmen sollte. Die US-Liga erkannte den Pick des Western-Stars schlussendlich nicht an.
IMAGO/Icon Sportswire
2016 - Der "Bong"-Fail
Ein Vorfall, der noch nicht soweit zurück liegt, ist der sogenannte "Bong-Fail" aus dem Jahr 2016. Ausgelöst durch den Defensive Tackle Laremy Tunsil. Kurz vor Beginn des Drafts 2016 wurden die Social-Media-Accounts von Tunsil gehackt und es wurde ein Video öffentlich, in dem man den Spieler mit einer Bong sah - also beim Rauchen von etwaigen Substanzen. Eigentlich wurde Tunsil als einer der Top-Kandidaten - sogar als Nummer 1 Pick - gehandelt. Nachdem dieses Video veröffentlicht wurde, schreckten viele Teams zurück und entschieden sich im Draft lieber für andere Kandidaten. Als gesamt 13. wurde Tunsil letztendlich von den Miami Dolphins ausgewählt. Der Vorfall kostete ihn rund 13 Millionen Dollar in seinem Rookie-Vertrag.
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1967 - Jimmy Walker: NBA-First-Pick und Mr. Irrelevant
Oft gibt es Spieler, die sich neben Football auch noch für eine weitere Sportart interessieren. Doch ein Spieler, der in zwei Drafts in ganz unterschiedlichen Runden ausgewählt wird, ist sehr kurios. Im NBA Draft 1967 wurde Jimmy Walker als erster Gesamtpick von den Detroit Pistons ausgewählt. Im selben Jahr wählten aber auch die New Orleans Saints Walker aus - als Gesamtletzter. Damit wurde er First-Overall-Pick und Mr. Irrelevant zugleich. Das alles, obwohl Walker nie Football gespielt hat. Dementsprechend entschied er sich für die NBA und spielte sehr erfolgreich in der Basketball-Liga.
IMAGO/Newscom World
2004 - Eli Manning: Der Mann, der nicht für die Chargers spielen wollte
Es gibt Teams, für die möchte man mehr spielen, als für andere, doch wenn man ausgewählt wird, freuen sich die Spieler in der Regel. Nicht so bei Eli Manning. Er und sein Vater Archie teilten schon vor Beginn des Drafts 2004 den San Diego Chargers mit, dass Manning nicht zu dem Franchise gehen würde. Die Begründung: Sie betrachteten die Organisation als "desolat". Trotzdem wählten die Chargers Manning als ersten Pick insgesamt aus und Manning hielt mit einem gequälten Lächeln sein Jersey in die Kamera. Der Quarterback weigerte sich, für das Franchise zu spielen und wollte keinen Vertrag unterschreiben. Dem Ganzen folgte ein spektakulärer Draft-Day-Trade. Nach 45 Minuten ging Manning dann zu den New York Giants und die Chargers erhielten dafür Philip Rivers, den die Giants mit dem vierten Pick gewählt hatten und einige Draft-Picks der Giants.
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