31.05.2026
Fouls und Rudelbildungen
Im Debüt-Spiel der Alpine Rams empfingen die Gastgeber Berlin Thunder. Die deutschen Hauptstädter konnten im zweiten Spiel ihren ersten Sieg einfahren. Gezeichnet war das Spiel aber besonders durch Flaggen und unsportliches Verhalten.

Während die Alpine Rams mit ihrem ersten Spiel in die AFLE-Saison starteten, kam Thunder von einer deutlichen 7:49-Niederlage gegen die Vikings in Woche 2. Die Rams kamen bei ihrem ersten Drive in der AFLE nicht richtig in Fahrt und mussten sich nach drei Plays mit einem Punt vom Ball trennen. Aber auch die Gäste konnten nicht in die gefährliche Zone kommen. Im zweiten Drive der Berliner profitierten sie von einer Flagge aufgrund von Pass Interference und standen somit zum ersten Mal in der Redzone der Rams. Damit ging ein von Flaggen gezeichnetes erstes Quarter zu Ende.
Zu Beginn des zweiten Quarters fand Quarterback Jakeb Sullivan seinen Tight End Dominik Teitz in der Endzone, doch erneut machte eine Flagge den Spielzug zunichte. Ein weiterer Touchdown-Pass von Sullivan wurde zurückgenommen, da er den Ball erst nach dem Überqueren der Line of Scrimmage zu seinem Receiver geworfen hatte. So mussten sich die Gäste mit einem Field Goal von Kicker Nils Schauerte zufriedengeben.
Auch die Rams fanden offensiv in einen Rhythmus und sorgten für das erste Highlight der Gastgeber. Quarterback Gabriel Cunningham warf einen kurzen Pass zu Wide Receiver Benjamin Lolmede, der mit seiner Geschwindigkeit mehrere Gegenspieler stehen ließ und die Rams das erste Mal in die gegnerische Hälfte brachte. Eine Flagge der Offense verhinderte im nächsten Play den ersten Touchdown des Spiels durch die Gastgeber. Die Rams entschlossen sich dazu, einen 4th&7 auszuspielen, was fehlschlug.
Sullivan und Thunder schlugen durch diesen Momentum-Wechsel zurück und der Thunder Quarterback fand mit einem tiefen Pass seinen Wide Receiver Niklas Schumm in der Endzone - diesmal lag keine Flagge auf dem Feld und Thunder erhöhte die Führung auf 0:10.
Die Rams starteten ihren nächsten Drive an der 40-Yard-Line von Thunder nach einer Rudelbildung und zwei Flaggen für unsportliches Verhalten gegen die Berliner. Doch trotz der guten Feldposition mussten sich die Rams erneut nach drei Plays vom Ball trennen.
Aber auch die deutschen Hauptstädter konnten aus dem Ballbesitz nichts machen, zumal sie erneut mit Flaggen zu kämpfen hatten. Nach dem Punt von Thunder, folgte ein 3&Out der Rams mit nur noch zwei Minuten Spielzeit in der ersten Hälfte. Das Spiel behielt mehr Plays zum Kopfschütteln als wirkliche Highlights. Jakeb Sullivan fumblete beim 3rd Down kurz vor der eigenen Endzone und die Rams eroberten den Ball - doch die Schweizer hatten zu viele Spieler auf dem Feld. Beim erneuten 3rd Down verloren die Berliner noch einmal viele Yards, als ein Jet-Sweep-Spielzug komplett nach hinten losging. Der Punt der Berliner landete an der eigenen 42-Yard-Line.
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Und erneut führte ein positives Spiel zu einem negativen. Cunningham warf einen guten Pass in die Mitte zu seinem Receiver Lolmede, der davon ausging Down by Contact zu sein, aufstand und bei dem für ihn unerwarteten Tackle den Ball sofort verlor. Die Berliner konnten den Ball sichern und erhielten erneut die Chance, Punkte vor der Halbzeit zu erzielen. Und Jakeb Sullivan zeigte seine Qualität, entkam dem Druck und warf einen tiefen Pass zu seinem Receiver Jon Cole. Diesmal konnten die Berliner den Drive vollenden und Sullivan fand Wideout Bais Kouanda, der seinen Gegenspieler stehen ließ und die letzten Yards in die Endzone rannte - 0:17 zur Halbzeit.
Im Gegensatz zur ersten Halbzeit kamen die Berliner voll konzentriert aus der Pause. Sullivan führte sein Team über das Feld und fand mit einem akkuraten Pass Receiver Cole in der Endzone - 0:24.
Aber auch die Rams zeigten plötzlich Playmaker-Eigenschaften. Nach zwei Flaggen für False Start, traf Cunningham seinen Receiver Devan Burrell bei einem tiefen Pass und die Schweizer standen in der Redzone der Berliner. Der Quarterback besorgte dann den ersten Touchdown der Alpine Rams selbst, lief über die rechte Seite und sprang über einen Verteidiger in die Endzone - 7:24.
Trotz einer stockenden Offense gab es bei den Berlinern eine Connection, die fast immer funktionierte - Sullivan konnte im nächsten Drive wieder einige Pässe zu Receiver Schumm anbringen, die den Drive am Leben hielten. Doch erneut sorgten individuelle Fehler und Flaggen dafür, dass Thunder nur ein Field Goal kicken konnte, das aber links vorbei ging.
Die Rams waren von dem ersten Touchdown der Franchise beflügelt und die Offense kam mit einem starken Drive über das Feld. Das größte Highlight war ein tiefer Pass nach einem Flea-Flicker-Play von Cunningham zu seinem Receiver Kevin Kaya. In der Redzone übernahm einmal mehr Cunningham selbst die Verantwortung und lief bei einem Option-Play selbst zum Touchdown - 14:24.
Thunder schien von diesem motivierten Rams-Team eingeschüchtert zu sein und musste den Ball nach nur drei Plays wieder abgeben. Während beide Teams sich immer wieder schwer taten, offensive Drives am Leben zu halten, kam es zu mehreren Auseinandersetzungen und Rudelbildungen, die zu einer Disqualifikation des Rams-Spielers Julien Kouoh führte.
Mit dem letzten Drive des Spiels versuchte Thunder die Uhr herunterlaufen zu lassen und ein denkwürdiges Match beenden, aber Sullivan verlor den Ball bei einem vierten Versuch und die Rams bekamen einen letzten Drive mit 56 Sekunden auf der Uhr. Doch mehr passierte nicht mehr. Insgesamt wurden im gesamten Duell 33 Flaggen geworfen, die die Teams 243 Yards kosteten.
Am Sonntag (7.6.2026, 15 Uhr) spielen Alpine Rams in London gegen die Warriors. Berlin Thunder muss in Woche 3 bei den Firenze Red Lions ran.