vor 12 Stunden
Alle Punkte in der zweiten Halbzeit
Die Cincinnati Bengals haben in Baltimore eines der bemerkenswertesten Comebacks der bisherigen Saison hingelegt. Nach einer desolaten ersten Halbzeit ohne eigene Punkte drehte Quarterback Joe Burrow die Partie fast im Alleingang und führte sein Team zu einem 35:13-Sieg gegen die Ravens - 35 unbeantwortete Punkte in Folge, nachdem Cincinnati zur Pause noch 0:13 zurücklag.

Was Cincinnati in der ersten Halbzeit ablieferte, war in nahezu jeder Hinsicht desolat. Burrow kam auf gerade einmal sechs von zwölf Pässen für 43 Yards, die Offense blieb bei nur 59 Yards Gesamtraumgewinn komplett punktelos und musste dreimal punten - darunter zwei fragwürdige Entscheidungen bei 4th&3 mitte des Feldes. Auch die Defense enttäuschte: Baltimore konvertierte acht von elf Third Downs und kam auf 258 Yards Gesamtoffense.
Zay Flowers hatte die Ravens bereits früh mit einem 48-Yard-Touchdown-Catch von Tyler Huntley in Führung gebracht, zwei weitere lange Drives brachte Tyler Loop mit Field Goals zum 13:0-Pausenstand ab.
Was folgte, war ein völlig anderes Bild. Burrow eröffnete das dritte Viertel mit einem Neun-Spielzüge-Drive über 66 Yards, den er mit einem Touchdown-Pass auf Mike Gesicki zum 13:7 abschloss - der Auftakt einer Serie von fünf Touchdowns in Folge für die Bengals-Offense, die an diesem Tag ihre beste Leistung der gesamten Saison zeigte.
In der zweiten Halbzeit komplettierte Burrow 16 von 18 Pässen für 249 Yards und alle vier seiner Touchdown-Pässe - damit bereits sein zweites Spiel in Folge mit vier Touchdown-Würfen.
Besonders Tee Higgins stach in der zweiten Hälfte heraus: Nach einem catchlosen ersten Durchgang bei nur einem Target fing er in Hälfte zwei sechs Pässe für 148 Yards und den entscheidenden Go-ahead-Touchdown im dritten Viertel - darunter ein spektakulärer 44-Yard-Catch bei einem improvisierten Spielzug, der den Bengals die Kontrolle über die Partie sicherte. Higgins kam damit auf einen Schnitt von 24,7 Yards pro Catch. Auch Ja’Marr Chase setzte mit seinem Touchdown im vierten Viertel einen wichtigen Akzent und brachte die Partie endgültig außer Reichweite - er kam auf fünf Receptions für 62 Yards.
Baltimore ging bereits ohne Quarterback Lamar Jackson sowie mehrere Stammspieler der Offensive Line in die Partie - Backup Tyler Huntley musste erneut übernehmen und kam trotz der Niederlage auf einen persönlichen Karrierebestwert von 298 Passing-Yards. Die Bengals-Defense sackte ihn jedoch viermal und sicherte sich in der zweiten Halbzeit zudem eine entscheidende Interception, die den Rückstand von Baltimore weiter vergrößerte.
Mit dem Comeback reihen sich die Bengals in eine äußerst exklusive Gruppe ein: Sie sind erst das zehnte Team der NFL-Geschichte, das in einer ersten Halbzeit ohne Punkte blieb und anschließend in der zweiten Hälfte mindestens 35 Punkte erzielte. Cincinnati profitierte dabei auch von der zusätzlichen Vorbereitungszeit nach der eigenen Bye Week.
Mit dem Sieg verbessern sich die Bengals auf eine Bilanz von 4-2 und, noch wichtiger, auf 1-1 in der eigenen Division. Die Ravens rutschen auf 4-3 und bilden das Schlusslicht in der AFC North.
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Autor: Marc Gschwentner