11.01.2026
Panthers plötzlich zweimal in Führung
Mit negativer 8-9-Bilanz und reichlich Glück in Form von Schützenhilfe der Atlanta Falcons hatten es die Carolina Panthers überhaupt erst in die Playoffs geschafft. Nun zum Start der Wild Card Round gebührte ihnen aber größtes Lob, weil sie den turmhohen Favoriten aus Los Angeles beim 31:34 an den Rand einer Niederlage brachten. Die Rams entkamen dieser nach klarer Anfangsphase wilden Nummer erst Sekunden vor Ablauf der Uhr.

Eine der größten Überraschungen der Regular Season war den Carolina Panthers in Week 13 beim 31:28-Überraschungscoup gegen die Los Angeles Rams gelungen - damit hatte sich der spätere NFC-South-Sieger nicht nur wieder zurück auf den letztlich auch mit gütiger Mithilfe erfolgreichen Playoff-Kurs gebracht, sondern zugleich die Kalifornier von ihrem Weg zum #1 Seed abgebracht.
Einen zweiten Ausrutscher in North Charlotte erlaubten sich die klar favorisierten Rams an diesem Samstag zum Auftakt der in diesem Jahr mal wieder hochspannenden NFL-Endrunde 2026 aber nicht. Vielmehr dominierte die Truppe von Head Coach Sean McVay um MVP-Kandidat Matthew Stafford (4707 Passing Yards, 46 Touchdowns, acht Interceptions) zunächst vom Kickoff weg. Zweifel am Sieg kamen so keine auf - erst recht nicht, als die heimischen Panthers nach dem Trommelschlag von Ex-Quarterback Cam Newton (2011 bis 2019 und 2021 plus Super-Bowl-Einzug 2015/16) direkt beim ersten Drive ein 4th&1 nicht erfolgreich ausgespielt bekamen.
Die Folge: kurzes Feld für Los Angeles, ein Lauf von Running Back Kyren Williams und drei Pässe von Stafford auf Star-Receiver Puka Nacua - darunter auch der Touchdown-Wurf für 14 Yards. Ein zeitiges 7:0 war somit hergestellt für den turmhohen Favoriten.
Doch damit nicht genug. Nach ein paar ausgetauschten Punts und einer fatalen Interception von Panthers-Spielmacher Bryce Young, der sich in seinen drei bisherigen NFL-Jahren als First Overall Pick 2023 stets gesteigert hatte (nun 3011 Passing Yards, 23 TDs, elf Picks), orchestrierten die Gäste aus dem US-Sonnenstaat einen weiteren Stafford-Nacua-Drive. An dessen Ende lief der mit 1715 Receiving Yards und zehn Touchdowns aus der Regular Season gekommene Receiver mit samoanischen Wurzeln nach einem Lateral-Pass zur linken Seite mit cleveren Haken über fünf Yards in die Endzone - 14:0.
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Immerhin konnten die Hausherren im Bank of America Stadium anschließend für etwas Spannung sorgen. Durch einen ersten guten Drive mit Pass-Interference-Strafe arbeiteten sich Young und Co. ganz nach vorn, ehe Running Back Chuba Hubbard nach O-Line-Blocks zum Anschluss lief.
Außerdem wusste die eigene Defense den L.A.-Express mal einigermaßen zu stoppen, um nur ein Field Goal zuzulassen. Kicker Harrison Mevis (Undrafted Agent aus 2024) traf hier aus 46 Yards. Dennoch passierte zunächst offensiv schlicht zu wenig, um Bewegung in die Angelegenheit zu bekommen. Plötzlich erlaubten sich die Rams aber Fehler, konnten zudem einen Muffed Punt nicht erobern. Obendrein entschied sich Head Coach McVay am Ende eines Drives gegen ein einfaches Field Goal zum 20:7, sondern für das Ausspielen von 4th&3. Stafford, der zwischenzeitlich an der Wurfhand getroffen worden war und Schmerzen hatte, brachte hier jedoch seinen Pass auf Zweitrunden-Rookie-Tight-End Terrance Ferguson nicht an.
Das wiederum lud Carolinas Offense nochmals bei 90 Sekunden auf der Uhr ein. Und hier lieferte der Außenseiter ab, auch wieder dank einer fatalen Pass-Interference-Strafe der Gäste sowie vor allem durch Quarterback Young, der für 16 Yards selbst stark zum TD lief. Weil zudem Sekunden vor dem Pausentee Nacua einen tiefen und schier sicheren Touchdown-Pass von Stafford fallen ließ, stand es nur 14:17.
Nach der Pause durch ein Field Goal von Panthers-Kicker Ryan Fitzgerald (Undrafted Agent aus 2025) sogar auf einmal 17:17. Der Underdog hatte bis zu diesem Zeitpunkt also wirklich erfolgreich an einem Comeback geschraubt und das Weiterkommen in den möglichen Bereich gerückt - auch weil auf der anderen Seite Top-Spielmacher Stafford weiterhin Probleme mit der Wurfhand hatte und etwas inakkurat warf. So gelang mit dessen Offense-Abteilung im Anschluss nur ein Field-Goal-Drive (Mevis aus 42 Yards) zum 20:17. Mächtig Spannung also, die Carolina kurz nicht aufrechterhalten konnte - Young und Co. konnten ein 4th&4 nicht umsetzen und übergaben das Ballrecht somit.

Dennoch sollte ein paar Minuten später das eigene Stadion zweimal kochen. Warum? Weil zunächst Stafford bei einem Passversuch auf den zwischendurch hart am Helm getroffenen Davante Adams eine fatale Interception unterlief (Cornerback Mike Jackson fing ab) - und weil die Panthers einen zauberhaften Vier-Plays-Drive über 62 Yards auf den Rasen brachten. Am Ende garniert mit einem Hubbard-Touchdown-Lauf über drei Yards zur eigenen und damit ersten Führung bei diesem auf einmal verrückten Playoff-Spiel (24:20).
Und doch - und da geht es wieder zurück auf die Ausgangslage - sollten die eingangs klar favorisierten L.A. Rams das Ding auf ihre Seite ziehen sowie den von fast allen Seiten erwarteten Sieg als Super-Bowl-Contender der NFC einfahren.
Das gelang aber nicht ohne weiteren Thrill. Los ging es in der entscheidenden Phase zunächst einmal mit einem Touchdown-Pass zum nach dem Catch für 13 Yards einlaufenden Williams (27:24), nachdem zuvor der von Stafford anvisierte Nacua (111 Yards plus TD an diesem Tag) mit einem Elite-Defense-Move eine weitere Interception verhindert hatte. Daraufhin hielt auch mal die kalifornische Defense mit Recken wie Tackles-Leader Nate Landman, Safety Quentin Lake oder der eigenen Defensive Line um Jared Verse oder Kobie Turner. Es folgte beim nächsten Drive Los Angeles' jedoch ein geblockter Punt der Gastgeber, die so wieder mächtig hofften - und selbst mit einem herrlichen Heber von Quarterback Young auf den in diesem Wild-Card-Match überragenden Receiver Jalen Coker (134 Yards) zum 31:27 zustachen. Bei nur etwas mehr als zwei Minuten Zeit plus allen drei Auszeiten brauchten die Rams also einen Touchdown für den Sieg.
Hier aber funktionierte das gesamte Konstrukt abgesehen von einem Drop von Adams wieder - und am Ende eines langen Drives über sieben Plays sowie 71 Yards stand ein famoser Touchdown-Catch von Tight End Colby Parkinson für 19 Yards und zum 34:31. Der Endstand, weil den Carolina Panthers um Spielmacher Young (21/40 für 264 Yards, zwei Total Touchdowns und eine Interception) bei nur noch wenig Restzeit kein Wunder-Drive mehr gelang und Jimmy Horn einen Pass dropte. Die Rams um Stafford (24/42 für 304 Yards, drei TDs, eine Int.) kamen derweil mit dem Schrecken davon.