21.12.2025
Krachendes Division-Duell
Die Packers führen trotz früher Verletzung von Jordan Love lange Zeit in der Windy City, aber ein erfolgreicher Onside Kick und ein Touchdown in letzter Minute erzwingen die Verlängerung. Dort siegen die Bears durch einen Touchdown von DJ Moore mit 22:16 und sind damit dem Divisionssieg zum Greifen nah.

Ab dem Eröffnungskickoff der 212. Ausgabe des NFC-North-Duells war die Rivalität der beiden Teams unübersehbar. Eine ganze Reihe Spielzüge endeten nicht mit dem Pfiff des Schiedsrichters, sondern mit handfesten Schubsereien und einigen Strafen. Passend zum winterlichen Nordduell beeinflusste starker Wind die Partie immer wieder.
Punkte gab es auch deswegen erst einmal nicht: Sowohl die Packers als auch die Bears schafften es bis an die gegnerische Endzone, aber trotz vier Versuchen aus kurzer Distanz nicht hinein. Bei den Bears hatte man bei 4.&1 an der Green Bay 4 Yard Line nicht das Gefühl, dass alle Spieler auch wussten, wie der Wildcat Spielzug ablaufen sollte. Er scheiterte jedenfalls mit einem Snap über den Kopf von Running Back Kyle Monangai durch die Beine von Tight End Cole Kmet spektakulär. Head Coach Ben Johnson übernahm hier im Interview mit Tom Rinaldi (FOX) die Verantwortung: "Das war meine Schuld.bei dem Playcall. Ich war der Grund, dass der Drive dort endete."
Die Gäste schafften es als erstes auf die Anzeigetafel: Wide Receiver Doubs hatte bereits vier Pässe für 51 Yards erfangen, vor der Endzone ging es aber erneut nicht hinein. Diesmal gab sich Packers Head Coach Matt LaFleur aber mit einem kurzen Field Goal zum 0:3 zufrieden.
Sein Quarterback Jordan Love musste Mitte des zweiten Viertels nach einem harten und regelwidrigen Hit von Defensive End Austin Booker, bei dem die Helme kollidiert waren, behandelt werden. Backup Malik Willis übernahm stattdessen und wandelte sofort einen vierten Versuch per Lauf erfolgreich in ein neues First Down um. Zu Beginn der zweiten Hälfte stand fest, dass Jordan Love aufgrund einer Gehirnerschütterung überhaupt nicht mehr spielen konnte.
Für Diskussionen sorgte bei Temperaturen um den Gefrierpunkt der Ausfall der beheizten Bank für die O-Line und der Jet-Engine-Heizungen auf Seiten der Gäste. An einen Zufall glaubten hier sicher die wenigsten; auch FOX Experte Tom Brady erklärte, dass er das in seiner langen Karriere nie erlebt hatte.
Trotzdem gelang den Packers ein zweites Field Goal zur 6:0 Pausenführung, was angesichts dreier Trips in die Redzone aber eindeutig zu wenig war. Den Bears war der Ausfall der top Receiver Rome Odunze und Luther Burden III deutlich anzumerken. Der in der Vorwoche noch so starke DJ Moore (2 TDs) fing in der ersten Hälfte überhaupt keinen Pass und Chicago schloss erstmals in dieser Saison eine erste Halbzeit punktlos ab.
Die Bears konnten nach einem weiten Lauf von Kyle Monangai zumindest ein Field Goal aus 46 Yards durch Kicker Cairos Santos erzielen, bei dem der Wind auch deutlich zu erkennen war.
Ein Fumble von Packers Running Back Josh Jacobs direkt vor der Endzone Chicagos ließ die Bears Fans eskalieren: Bis Mitte des dritten Viertels hatten die Packers zwar 240 Yards an Offense, aber eben nur sechs magere Punkte. Für Cornerback Nahshon Wright war es bereits das zehnte Takeaway 2025 (5 INT, 2 FF, 3 FR).
Die Begeisterung der Bears Fams änderte sich kurz vor Ende des dritten Viertels, als Malik Willis mit seinem ersten weiteren Pass Wide Receiver Romeo Doubs aus 33 Yards zum 13:3 fand.
Chicago war dagegen offensiv zu harmlos. Rein statistisch sah das durchaus in Ordnung aus, aber in den entscheidenden Momenten fehlte die Durchschlagskraft. Nach Field Goals auf beiden Seiten lagen sie fünf Minuten vor Schluss mit zehn Punkten zurück.
Cairos Santos konnte in einem Drive mit einigen Strafen zumindest auf 16:9 verkürzen, aber anschließend waren nur noch zwei Minuten zu spielen. Die Bears mussten einen Onside Kick versuchen, der üblicherweise nur in ungefähr acht Prozent der Fälle klappt - so aber auch diesmal: Receiver Romeo Dobbs ließ den einfachen Ball abprallen und Bears Nickelback Josh Blackwell konnte ihn sichern.
Plötzlich lief auch die Angriffsmaschine und Caleb Williams brachte einen Pass nach dem anderen an. Mit dem 4. Versuch fand er den völlig freien Wide Receiver Jahdae Walker in der Endzone und konnte so die Verlängerung erzwingen.
Die Bears überließen den Gästen zuerst den Ball. Die kamen auch zunächst in die Hälfte der Bears, aber ein verpatzter Snap beim 4. Versuch ließ die Packers ohne Punkte stranden.
Caleb Williams sorgte nach zwischenzeitlicher Aufregung wegen eines vermeintlichen Fumbles dort für die Entscheidung: Mit einem 46 Yards Pass zu Wide Receiver DJ Moore in die Endzone beendete er die unglaubliche Partie.
Der Quarterback (19/34 für 250 Yards, 2 TD, 0 INT) war nach dem finalen Touchdown erstaunlich gefasst: "Das ist ein unglaubliches Team da drüben. Ich denke, dass wir sie [in den Playoffs] noch einmal wiedersehen."
Ob bis dahin Jordan Love wieder einsatzbereit ist, muss sich noch herausstellen. Vertreter Malik Willis lieferte angesichts der Umstände eine bemerkenswerte Partie ab (9/11 für 121 Yards, 1 TD, 0 INT, 44 Rush Yards).