02.11.2025
Zehn Touchdowns, neun Führungswechsel und über 1000 Yards
Was für ein Spektakel im Paycor Stadium: In einem der wildesten Spiele der bisherigen NFL-Saison besiegten die Chicago Bears die Cincinnati Bengals mit 47:42. Zehn Touchdowns, neun Führungswechsel und über 1000 Yards Gesamt-Offense sorgten für ein Offensiv-Feuerwerk.

Im Soldier Field erwischten die Cincinnati Bengals den perfekten Start: Charlie Jones brachte den Kickoff direkt über 98 Yards in die Endzone - der erste Kickoff-Return-Touchdown seit Oktober 2024. Nach nicht einmal 15 Sekunden führten die Gäste 7:0.
Doch Head Coach Ben Johnson und seine Chicago Bears hatten die passende Antwort: Ersatz-Running Back Kyle Monangai, der den verletzten D’Andre Swift ersetzte, setzte gleich zu Beginn Akzente. Unterstützt von zwei starken Pässen auf D.J. Moore über 16 und 19 Yards schloss Chicago den Drive mit einem Trickspielzug ab - Moore warf den Ball zurück auf Quarterback Caleb Williams, der den 2-Yard-Touchdown fing. 7:7 nach sechs Minuten - das Tempo war gesetzt.
Danach folgte ein munteres Hin und Her: Evan McPherson brachte Cincinnati mit einem 41-Yard-Field-Goal in Führung, bevor Olamide Zaccheaus die Bears nach einem 15-Yard-Touchdown-Catch auf 14:10 stellte. McPherson verkürzte erneut, doch Cairo Santos sorgte mit einem 24-Yard-Field-Goal für das 17:13.
Dann schlug Joe Flacco zurück - innerhalb von zehn Sekunden: Erst ein 19-Yard-Pass auf Ja’Marr Chase, dann eine 44-Yard-Bombe auf Tee Higgins zur Führung für Cincinnati. Kurz vor der Pause blockte die Bengals-Defense noch einen 47-Yard-Field-Goal-Versuch von Santos - der knappe Vorsprung hielt bis zur Halbzeit.
Nach der Pause übernahm erneut Chicago: D.J. Moore fing einen 23-Yard-Pass, Rookie-Tight-End Colston Loveland vollendete den Drive mit einem 5-Yard-Touchdown. Doch Flacco konterte - zwei Pässe auf Tanner Hudson und Mitchell Tinsley führten zu Higgins’ zweitem Touchdown des Abends. 27:24 Bengals.
Wie ein Schwergewichtsduell ging es weiter: Die Bears drehten das Spiel mit einem 22-Yard-Touchdown-Run von Chase Brown, ehe Cincinnatis erster Turnover kam. Austin Booker sackte Flacco, welcher den Ball aus seinen Händen riss, den Fumble konnte Defensive Tackle Gervon Dexter Sr. erobern. Head Coach Johnson griff danach erneut tief in die Trickkiste: Williams passte zurück auf Backup-QB Tyson Bagent, der wiederum Williams fand - diesmal für 20 Yards. Am Ende reichte es jedoch nur für ein Field Goal zum 34:27.
mgs
Nach einem verfehlten 54-Yard-Versuch von McPherson legten die Bears nach: Monangai mit einem 39-Yard-Lauf, danach D.J. Moore mit einem 16-Yard-Touchdown-Run - 41:27, fünf Minuten vor Schluss.
Doch die Bengals gaben nicht auf, haben jedoch drei Versuche zum vergessen. Kurz vor der Endzone der Bears wirft Flacco zuerst einen Pick 6 der wird aber wegen Pass Interference zurück gepfiffen, danach wirft er einen Touchdown auf Andrei Iosivas der aber vor dem Catch bereits mit den Füßen außerhalb vom Feld war und somit nicht mehr den Ball fangen darf. Im dritten Play wirft der 40-Jährige dann eine reguläre Interception die Linebacker Tremaine Edmunds abfängt. Damit sollte das Spiel eigentlich entschieden sein.
Doch nicht mit dem Altmeister: Flacco legt kurz vor Schluss nochmnal einen starken Drive aufs Feld. Zuerst fand er Noah Fant für einen 23-Yard-Touchdown, die anschließende Two Point Conversion auf Higgins brachte das 35:41. Der folgende Onside Kick - tatsächlich erfolgreich! Cincinnati bekam den Ball zurück und marschierte erneut übers Feld. Pässe auf Higgins und Brown brachten sie erneut in die Redzone, ehe Iosivas den 9-Yard-Touchdown fing. 42:41 Bengals, noch 58 Sekunden zu spielen.
Nicht zu glauben aber Chicago hatte das letzte Wort. Caleb Williams rannte selbst für 14 Yards, dann fand er Loveland über 58 Yards in die Endzone - Touchdown Bears, 47:42! Der Versuch einer Two Point Conversion misslang, aber die Bengals bekamen nur noch 17 Sekunden. Cornerback Nahshon Wright fing Flaccos letzten Pass ab und machte den Sieg perfekt.
Statistisch war die Partie ein einziges Offensiv-Feuerwerk: Caleb Williams sammelte insgesamt 280 Yards und war an vier Touchdowns beteiligt - drei durch die Luft und einen als Receiver. Kyle Monangai überragte als Ersatz für D’Andre Swift mit 198 Yards, während Rookie Tight End Colston Loveland mit 118 Yards und zwei Touchdowns seine beste NFL-Leistung zeigte.
Auf der Gegenseite lieferte Joe Flacco ein spektakuläres Comeback mit 470 Passing Yards, vier Touchdowns und zwei Interceptions. Seine Hauptabnehmer Tee Higgins (121 Yards, zwei TDs), Ja’Marr Chase (111 Yards) und Chase Brown (112 Total Yards) sorgten für konstanten Druck - doch am Ende reichte selbst diese Zahlenflut nicht. Trotz vier Spielern über 100 Yards verloren die Bengals das zweite Spiel in Folge mit mehr als 38 zugelassenen Punkten. Für die Bengals-Defense ist es das achte Spiel in Folge mit mindestens 27 kassierten Punkten. Unter der Woche hielt die Defense noch eine Krisensitzung ab, jetzt müssen sie erneut ordentlich einstecken.