vor 22 Stunden
Rekordflut an Strafen
16 gemeinsame Strafen zur Halbzeit, so viele wie in keinem NFL-Spiel seit 2021. Allein die Jaguars kassieren zehn Penaltys, den höchsten Wert für das Franchise seit 1991. Überschattet wird die Partie zusätzlich vom Ausfall von Ja'Marr Chase, der zur zweiten Halbzeit offiziell als "out" geführt wird. Am Ende gewinnen die Jaguars 22:17.

Die Jaguars kommen durch ein Field Goal von Cam Little zur 3:0-Führung. Kurz vor Ende des ersten Viertels fängt Travis Hunter einen Pass von Joe Burrow ab und trägt ihn spektakulär zurück, die Szene wird jedoch durch ein Roughing-the-Passer von Arik Armstead annulliert. Schon nach dem ersten Viertel steht Jacksonville bei sechs Strafen für 55 Yards, ungewöhnlich für ein Team, das sonst mit im Schnitt nur fünf Penaltys pro Spiel zu den diszipliniertesten der Liga zählt.
Zu Beginn des zweiten Viertels wird Chase nach einem Fang gefacemasked und zusätzlich am Kopf getroffen. Er bleibt zunächst liegen und wird im Medical Tent untersucht, später geht er zur Concussion-Untersuchung in die Kabine. Auf dem folgenden Spielzug läuft Samaje Perine eigentlich in die Endzone, der Touchdown wird jedoch durch ein Holding zurückgenommen es bleibt beim Field Goal und einem 3:3-Ausgleich.
Auch auf der anderen Seite trifft es Jacksonville: Ein 44-Yard-Touchdown-Lauf von Tuten wird ebenfalls durch Holding gestrichen, kurz darauf verhindert ein weiterer Holding-Penalty innerhalb der gegnerischen Zehn-Yard-Linie den nächsten Touchdown. Wieder bleibt nur ein Field Goal.
Burrow wirft kurz vor der Two-Minute Warning unter Druck eine Interception, die Jordan Lewis abfängt. Eine Facemask-Strafe gegen Myles Murphy bringt die Jaguars anschließend auf die 1-Yard-Linie, doch auch dieser Touchdown wird durch Holding annulliert, bereits der dritte zurückgenommene Touchdown der Halbzeit, bei insgesamt rund zehn Strafen für 100 Yards zu diesem Zeitpunkt.
Im gleichen Drive gelingt Brian Thomas Jr. nach einem Coverage Bust der Bengals-Defense dann der erste tatsächlich zählende Touchdown des Spiels. Die Bengals antworten mit einem Return, der wieder durch Holding negiert wird, und kommen danach über Tee Higgins zwar in Reichweite der Jaguars-Hälfte, ohne Timeouts läuft die Uhr aber gegen sie. Ein letzter tiefer Pass auf Higgins kommt nicht an, wäre aber durchaus für Pass Interference diskutabel gewesen. Auch ein weiterer, nicht geahndeter Treffer am Kopf von Chase Brown bleibt folgenlos. So geht es mit knapper Jacksonville-Führung in die Kabinen.
Zur zweiten Halbzeit ist Chase weiterhin nicht an der Seitenlinie zu sehen, kurz darauf wird er offiziell als "out" geführt. Die Bengals lassen sich davon zunächst nicht bremsen: Der erste Drive nach der Pause führt direkt zum Touchdown auf Gesicki.
Insgesamt verbessern sich die Bengals offensiv deutlich - nach 0 von 5 bei Third-Down-Versuchen in der ersten Halbzeit - gelingen ihnen im ersten Drive der zweiten Hälfte 2 von 2. Doch auch das folgende Field Goal der Jaguars von Cam Little sitzt.
Im nächsten Drive löst sich Burrow unter Druck aus der Pocket und findet mit einem starken Play Dehonte Myers, den ehemaligen CFL-Star - kurz darauf erneut stark aus der Pocket heraus Tee Higgins. Direkt im Anschluss unterläuft wirft Burrow eine horrende Interception auf Foye Oluokun.
Auf der Gegenseite verfehlt Trevor Lawrence Strange knapp, was einen Touchdown bedeutet hätte. Jedoch bricht kurz darauf Chris Rodriguez durch und stellt auf 22:10 für Jacksonville.
Für Cincinnati wird die Lage zunehmend schwierig. Fünf Minuten vor Schluss verletzt sich zusätzlich Tee Higgins, kehrt nach einem Unsportsmanlike-Conduct-Foul der Jaguars-Defense aber ins Spiel zurück. Burrow verkürzt per Quarterback-Sneak, die Bengals kommen damit noch einmal heran. Witzige Randnotiz: Chase Brown steht zu diesem Zeitpunkt bei genau zehn Rushing Yards und zehn Receptions.
Beim vermeintlichen Game Winning Drive freut sich ganz Jacksonville nach dem entscheidenden Run after Catch von Parker Washington, nach Review war dieser aber nach dem Catch knapp im aus. Die Jaguars punten, und Burrow erhält mit 1:45 Minuten auf der Uhr und ohne Timeouts eine letzte Chance. Die Bengals treiben den Ball bis in die Red Zone, scheitern beim finalen Fourth Down aber knapp um zwei Yards. Die Jaguars gewinnen 22:17, in einem Spiel, in dem angesichts der Offensiv-Power beider Teams eigentlich ein Shootout erwartet worden war.
Trevor Lawrence benötigte trotz des wilden Spielverlaufs nur wenige, dafür effiziente Versuche: Der Quarterback brachte 18 seiner 23 Pässe für 227 Yards und einen Touchdown an den Mann, ohne Interception. Brenton Strange war dabei sein verlässlichster Abnehmer mit 7 Receptions für 95 Yards.
Auf der anderen Seite warf Joe Burrow deutlich häufiger und kam auf 39 von 54 Pässen für 428 Yards und einen Touchdown, leistete sich dabei aber auch zwei Interceptions. Tee Higgins war trotz seiner Verletzung im Schlussabschnitt der auffälligste Bengals-Receiver mit 11 Receptions für 157 Yards.
par