vor 18 Stunden
Chiefs verlieren zweites Spiel in Serie
Um nichts Geringeres als die vorläufige Führung in der Tabelle ging es beim hochklassigen AFC-West-Duell zwischen Denver und den Kansas City Chiefs. Bis in die Schlusssekunden hinein war pures Drama angesagt - mit dem besseren Ende für die Broncos. Ein Sack besiegelte dabei den 28:24-Comeback-Sieg.

Als "slugfest" bezeichnen die US-Amerikaner gern ein dramatisches Aufeinandertreffen zweier ambitionierter Teams. Dieses Wort benutzten die Kommentatoren auch am Sonntag im Zuge von NFL Week 8 beim Vergleich zwischen den mit 5-2 gestarteten Denver Broncos und den mit 5-1 losgefahrenen Kansas City Chiefs.
Apropos Chiefs: Das bis zur vergangenen Woche noch ungeschlagene Team war beim Sunday-Night-Auftritt beim amtierenden Super-Bowl-Champion aus Seattle gehörig unter die Räder gekommen - und präsentierte sich nach dieser 3:20-Abreibung vor allem offensiv verbessert.
Zwar dominierten im ersten Quarter oft beide Defensivreihen, doch einmal eben initiierte Kansas Citys Star-Quarterback Patrick Mahomes einen sauberen Drive über sieben Plays und 69 Yards bis zum Touchdown. Besonders bemerkenswert dabei war, dass der zuletzt oft von seinen Anspielstationen im Stich gelassene Spielmacher hier sowohl Oldie Travis Kelce, Xavier Worthy als auch Rashee Rice mehrmals fand. Letzteren schließlich auch am Ende via Elf-Yard-Pass hin zum zwischenzeitlichen 7:3-Spielstand.
Doch damit nicht genug: Im zweiten Viertel fand der dreimalige Super-Bowl-Sieger erneut seine Receiver und beendet einen 95-Yard-Drive in diesem Fall mit einem Catch&Run-Score von Fünftrunden-Pick Emmett Johnson zum 14:3-Zwischenstand. Famose 73 Yards hatte der Rookie hier bis in die Endzone abgespult.
Auf der anderen Seite dauerte es einige Zeit, bis auch die seit geraumer Zeit gern etwas später startenden Broncos um Quarterback Bo Nix wirklich richtig Gewinnbringendes auf die Kette brachten. Am Ende einer längeren Angriffsserie fand der Anführer der Offensive hier aber seinen Top-Neuzugang Jaylen Waddle, der in den ersten Wochen oftmals noch nicht so recht Bindung zu Nix aufgebaut hatte. Hier aber eben fürs 13:14 sorgte.
Darauf aufbauen konnte Denver allerdings nicht, vielmehr buhte das heimische Publikum im Empower Field at Mile High plötzlich. Einerseits, weil Mahomes einen dritten Drive mit einem Passing Touchdown - dieses Mal auf Tight End Noah Gray für vier Yards - zum zwischenzeitlichen 24:13 auf die Beine stellte. Andererseits, weil die Offense aus Denver reihenweise Punts vollführen musste und das nasse Feld nicht sauber bespielte.
Aller Tage Abend war deswegen allerdings noch lange nicht. Denn gerade in der entscheidenden Phase schwangen sich die Broncos unter Head Coach Sean Payton einmal mehr zu den gefürchteten Comeback Kids auf. Angefangen mit einem 90-Yard-Drive samt Score von Tight End Nate Adkins (Undrafted Agent aus 2023).
Es folgte ein immens wichtiger Sack vom durchgebrochenen Linebacker Alex Singleton gegen Mahomes und ein sich anschließender Field-Goal-Fehlschlag des ohnehin in dieser Saison schon leicht angezählten Kickers Harrison Butker, der aus 54 Yards klar die Chance aufs 27:21 für KC ausließ - und damit Denver noch weiter einlud. Und siehe da: Bei sich dem Ende entgegen neigender Uhr benötigte Quarterback Nix nur einen Pass, um Running Back Jonah Coleman über 51 Yards nach vorn zu schicken, ehe dieser mit einem Rush über fünf Yards fix die erste Führung dieses Tages herstellte. Bei etwas weniger als zwei Minuten auf der Uhr stand es nun 28:24.

Inklusive Auszeiten hatten die Chiefs allerdings noch Zeit - und in Mahomes eben auch einen waschechten Meister der Aufholjagd in ihren Reihen. Und tatsächlich orchestrierte auch der nach Kreuzbandriss in dieser Saison wieder fitte 31-Jährige einen zackigen Drive nach vorn etwa mit einer 32-Yard-Completion zu Kelce. Unmittelbar vor der Endzone angekommen, biss sich Kansas City final aber gewaltig die Zähne aus. Es ging schier nichts mehr, auch nicht über den schon von den Seahawks gut im Zaum gehaltenen Kenneth Walker.
Der MVP des diesjährigen Super Bowls kam dieses Mal mit 21 Carries nur auf 69 Yards - und in den letzten Sekunden dieser Partie eben nicht zum ersehnten Touchdown. Ein zumindest diskutabler False Start vor dem allerletzten Play ließ die Siegchance zusätzlich sinken, obwohl es hier einen TD-Pass auf Rice gegeben hätte, ehe der nach dem Schluss-Snap nach rechts ziehende Mahomes von Defensive Tackle Malcolm Roach den Sargnagel-Sack abbekam. Die Messe war gelesen, Denver gewann unter dem tosenden Applaus und Geschrei der eigenen Fanmasse nach einem tollen Comeback mit 28:24 - und übernahm eben die Führung in der AFC West.
Quarterback Nix (20/32 für 222 Yards und zwei Touchdowns bei keiner Interception) tütete damit seit dem Start der vergangenen Regular Season seinen 20. Sieg ein - mehr konnte in diesem Zeitraum keiner einfahren. Kein Drake Maye (19), kein Josh Allen (18), auch kein Mahomes. Außerdem gelang dem Team aus der Mile High City damit der 15. Sieg in Folge bei einem One-Score-Spiel. Die von Andy Reid betreuten Chiefs um den Top-Spielmacher (30/41 für 321 Yards und drei TDs bei keiner Int.) mussten derweil die zweite Pleite hinnehmen.
mag