26.01.2026
AFC Championship Game 2026: Broncos ohne Durchschlagskraft
Die New England Patriots stehen zum ersten Mal seit Anfang 2019 im Super Bowl - und das unter kuriosen Umständen. Denn nach frühem Rückstand samt erfolgreicher Aufholjagd zum 10:7-Sieg war auswärts in Denver bei heftigem Schneefall nicht mehr an normalen Football zu denken.

Nachdem die New England Patriots vergangene Saison noch mit 4-13 abgeschlossen und in Mike Vrabel einen neuen Head Coach installiert hatten, schafften sie es als erst viertes Team der NFL-Geschichte mit solch einem Turnaround im Folgejahr direkt bis ins AFC Conference Championship Game.
Damit aber nicht genug: Das früher jahrelang von Legende Tom Brady angeführte und zu sechs Super-Bowl-Siegen gebrachte Franchise aus Foxborough/Massachusetts gewann an diesem Sonntag unter kuriosen Umständen auch mit 10:7 bei den Denver Broncos.
Damit zog New England auch zum ersten Mal seit Anfang 2019 und dem damaligen 13:3 eben mit Brady gegen die Los Angeles Rams in den Super Bowl ein. Dieser steigt in der Nacht von 8. auf 9. Februar 2026 (0.30 Uhr MEZ, LIVE! bei kicker) in seiner 60. Ausgabe (LX).
Ehe bei diesem AFC Championship Game das akute Schneechaos Einzug fand, konnten beide Parteien übrigens noch bei normalen Bedingungen loslegen. Und hier starteten die heimischen Broncos vor lautstarker Kulisse im Empower Field at Mile High mit reichlich Ballbesitz, fanden offensiv jedoch kaum Rhythmus. Zwei kurze Läufe für insgesamt einen Yard und früher Druck auf den an diesem Tag für den verletzten Bo Nix (Knöchelbruch) einspringenden , der zuvor seit 749 keinen offiziellen NFL-Pass mehr geworfen hatte, zwangen Denver zum schnellen Punt. Auch die Patriots eröffneten ähnlich vorsichtig. Kurzum: Die Defensivreihen bestimmten die Anfangsphase.
mgs, mag
Im zweiten Drive gelang den Broncos jedoch das erste Big Play des Abends: Nach zwei Incompletions fand Stidham Wide Receiver Marvin Mims Jr. mit einem tiefen Pass über 52 Yards bis kurz vor die Endzone. Diese Chance nutzten die Broncos konsequent. Stidham bediente Courtland Sutton mit einem präzisen 6-Yard-Pass zum Touchdown, Will Lutz verwandelte den Extrapunkt - 7:0 Denver.
Denver dominierte zwischenzeitlich auch Feldposition und Ballbesitz, ließ jedoch weitere Punkte liegen. Ein langer Drive endete tief in der Hälfte der Pats an einem vierten Versuch (4th&1). Denver entschied sich hier also gegen das schier sichere Field Goal, Stidham geriet unter Druck und verfehlte seinen Running Back nur knapp - Turnover on Downs statt 10:0.
Das sollte sich letztlich rächen. Angefangen mit dem Wendepunkt kurz vor der Pause. Erneut unter starkem Druck versuchte Stidham, den Ball wegzuwerfen - ohne Erfolg. Linebacker Christian Elliss schlug ihm auf den Arm, das Ei segelte als Backward Pass zu Boden und wurde von Elijah Ponder für New England gesichert - Patriots-Ball an der Broncos-12.
Drake Maye, der schon in der Regular Season so erfolgreiche Spielmacher aus New England und MVP-Kandidat, bestrafte den Fehler umgehend. Mit einem entschlossenen 6-Yard-Lauf erzielte der 23-Jährige selbst den Ausgleich zum 7:7, das nur etwas mehr als zwei Minuten vor dem Gang in die Katakomben. Beide Teams bekamen vor der Pause zudem noch Chancen, in Führung zu gehen, doch beide Kicker scheiterten: Will Lutz verzog aus 54 Yards, Andy Borregales wenig später aus 63 Yards. Mit dem 7:7-Spielstand ging es somit in die Kabinen.
New England eröffnete die zweite Halbzeit und dem bislang besten Drive des Spiels. Maye setzte Akzente mit seinen Beinen, unter anderem mit einem 28-Yard-Run, dazu kam ein wichtiger 9-Yard-Catch von Tight End Hunter Henry. Ein Quarterback Sneak bei 4th&1 hielt den Drive obendrein am Leben.
Erst ein Sack von Jonathan Cooper stoppte die Patriots vor dem Erreichen der Red Zone - bei einem fast zehnminütigen Drive übers gesamte Feld. Kicker Borregales verwandelte anschließend immerhin sicher aus 23 Yards, das zur erstmaligen Führung New Englands. Das Besondere, was hier noch niemand ahnte: Dieses 10:7 sollten die letzten Punkte sein ...
Im dritten Viertel wurde das Spiel zunehmend von den Wetterbedingungen geprägt. Starker Schneefall hüllte den Platz zeitweise komplett in Weiß, Ballhandling und Timing litten. Vor allem beide Special Teams erlebten durch die Witterungen eine turbulente Phase.

Ein Trickspielzug - ein 31-Yard-Flea-Flicker von Maye auf Mack Hollins - brachte die Patriots erneut in Field-Goal-Reichweite, doch Borregales verschoss auch diesmal aus 46 Yards.
Patriots-Punter Bryce Baringer unterlief derweil ein Fehler nahe der eigenen Endzone, wodurch die Broncos direkt in Field-Goal-Range starteten. Doch erneut blieb Denver ohne Punkte: Leonard Taylor III blockte den 45-Yard-Versuch von Kicker Lutz - statt des anvisierten und erhofften Ausgleichs blieb es bei der knappen Patriots-Führung.
Mit nur noch wenigen Minuten auf der Uhr erhielten die Broncos letztlich aber noch eine letzte realistische Chance. Nach einem kurzen Punt startete der #1 Seed der AFC nach Abschluss der Regular Season an der eigenen 32-Yard-Linie. Doch Ersatzmann Stidham unterlief sein zweiter entscheidender Fehler: Star-Cornerback Christian Gonzalez fing seine erste Interception der Saison ab und nahm den Broncos die Hoffnung aufs Comeback.
New England spielte anschließend konsequent auf Zeit - und ließ die Uhr erfolgreich auslaufen. Die Patriots zwangen Denver, ihre letzten Timeouts zu nehmen, ehe Maye mit einem 7-Yard-Run zum entscheidenden First Down endgültig den Deckel draufmachte.
Die New England Patriots sicherten sich somit mit einem kuriosen 10:7-Erfolg im AFC Championship Game als erstes Team das Ticket für den diesjährigen Super Bowl. In einer von Defense, widrigen Wetterbedingungen und Fehlervermeidung geprägten Partie reichten ein Touchdown, ein Field Goal und die entscheidenden Plays in der Crunchtime.
Drake Maye führte New England dabei mit einer kontrollierten Vorstellung an - an Glanz war bei diesem Wetter am Ende ohnehin nicht zu denken: 86 Passing Yards, dazu 66 Yards am Boden und der einzige Touchdown des Spiels per Lauf gingen aufs Konto des MVP-Kandidaten. Gerade dessen Mobilität bei diesen Schneebedingungen erwies sich als Schlüssel. Running Back Rhamondre Stevenson ergänzte 70 Yards bei 25 Läufen, kontrollierte konsequent die Uhr und nahm den Broncos um den einst 2019 in der 4. Runde von den Patriots gedrafteten Backup-Spielmacher Jarrett Stidham (17/31 für 133 Yards, ein TD, eine Int., ein Fumble) jede Chance auf ein spätes Comeback.
Insgesamt erzielten die Patriots 227 Yards - genug, um Denvers Heimrecht zu neutralisieren und ihren insgesamt schon zwöflten Einzug ins große Finale (NFL-Rekord) bei bislang sechs Triumphen perfekt zu machen. Dort treffen die Patriots auf den Sieger im NFC Championship Game zwischen den Seattle Seahawks und den Los Angeles Rams.