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Krimi zum Auftakt
Die neue European Football Alliance (EFA) hat einen Auftakt bekommen, der kaum spektakulärer hätte verlaufen können. In einem hochdramatischen ersten Ligaspiel überhaupt setzten sich die Paris Musketeers bei Frankfurt Galaxy mit 21:20 durch - und drehten die Partie erst in den Schlussminuten.

Lange Zeit sah es in Frankfurt nach einem defensiv geprägten Football-Abend aus. Beide Teams neutralisierten sich über weite Strecken, Fehler bestimmten das Geschehen. Doch im letzten Viertel entwickelte sich plötzlich ein Offensivfeuerwerk - mit mehreren Führungswechseln, einem Pick Six über 90 Yards und einem finalen Goal-Line-Stop der Gäste aus Paris.
Die historische erste Partie der neugegründeten EFA begann zunächst äußerst zerfahren. Sowohl Frankfurt als auch Paris mussten ihre ersten Drives direkt mit einem "Three and Out" beenden. Besonders die Defensive Lines beider Teams bestimmten früh das Geschehen.
Frankfurt brachte dabei zunächst etwas mehr Ruhe in die Partie. Quarterback Ethan Garbers, der früher für UCLA spielte, fand im zweiten Drive besser ins Spiel und verteilte die Bälle sicher. Der Angriff der Galaxy arbeitete sich kontrolliert über das Feld und wurde schließlich mit den ersten Punkten der neuen Liga-Geschichte belohnt. Kicker Ryan Rimmler verwandelte das Field Goal zur 3:0-Führung.
Die Musketeers benötigten einige Zeit, um offensiv in Rhythmus zu kommen. Erst kurz vor Ende des ersten Viertels gelang Paris das erste First Down des Spiels. Doch plötzlich entwickelte sich daraus direkt die erste große Möglichkeit.
Die Gäste marschierten bis an die Ein-Yard-Linie der Galaxy, scheiterten jedoch im vierten Versuch denkbar knapp. Frankfurt konnte das Momentum allerdings nicht für sich nutzen.
Auch Paris blieb zunächst fehleranfällig. Erst wurde ein Field Goal vergeben, wenig später verlor Running Back Sanka Moukouri den Ball. Toby Naylor sicherte den Fumble für Frankfurt und hielt die Führung fest.
Dann folgte das erste echte Highlight des Abends. Paris-Quarterback Zach Edwards setzte mit einem tiefen Pass über mehr als 30 Yards auf Austin Mitchell ein Ausrufezeichen. Kurz darauf fand Edwards Receiver Remi Bertellin in der Endzone zum ersten Touchdown des Spiels.
Mit einem Schlag lagen die Musketeers 7:3 vorne - gleichzeitig ging Paris erstmals mit Selbstvertrauen in die Offensive. Frankfurt dagegen ließ weiterhin mehrere Chancen ungenutzt.
nkr
Mit der knappen 7:3-Führung der Franzosen ging es schließlich in die Halbzeitpause.
Direkt nach Wiederbeginn erwischte Frankfurt den perfekten Start. Dominique Mambo reagierte blitzschnell und fing eine Interception von Edwards ab.
Die Galaxy konnte daraus offensiv allerdings erneut nicht den maximalen Profit schlagen. Die Defensive der Musketeers hielt stand und ließ lediglich ein weiteres Field Goal zu. Frankfurt verkürzte damit auf 6:7.
Danach entwickelte sich erneut eine zähe Phase. Beide Defensivreihen dominierten das Spielgeschehen, lange Drives blieben auf beiden Seiten Mangelware. Das Spiel verlagerte sich überwiegend zwischen die eigenen Hälften der Teams.
Erst zu Beginn des letzten Viertels explodierte die Partie plötzlich offensiv. Ethan Garbers entkam zunächst mehreren Verteidigern, improvisierte spektakulär und fand schließlich Paul Kavadia-Lenhardt zum Touchdown. Auch die anschließende Two-Point-Conversion gelang - Frankfurt führte plötzlich mit 14:7.
Doch das Chaos nahm erst richtig Fahrt auf.
Wenig später verlor Garbers beim Wurfversuch den Ball, Paris sicherte sich den Fumble tief in der Frankfurter Hälfte an der Zehn-Yard-Linie. Die große Chance zum schnellen Ausgleich schien perfekt.
Stattdessen folgte die wohl spielentscheidende Szene: Edwards warf seine zweite Interception des Spiels. Mason Chambers fing den Pass ab und trug ihn über 90 Yards direkt zum Pick Six zurück in die Endzone. Zwar wurde der Extrapunkt geblockt, dennoch erhöhte Frankfurt auf 20:7.
Die Musketeers gaben sich jedoch nicht auf. Edwards reagierte beeindruckend auf seinen Fehler und führte sein Team mit hoher Geschwindigkeit über das Feld. Mit einem 25-Yard-Touchdown-Pass auf Hugo Tekedam verkürzte Paris auf 14:20.
Plötzlich lag das Momentum komplett auf Seiten der Gäste. Edwards spielte nun deutlich aggressiver und brachte Frankfurt immer wieder unter Druck. Nur kurze Zeit später marschierte Paris erneut über das Feld - diesmal vollendete der Quarterback den Drive selbst mit einem Touchdown-Lauf.
Der Extrapunkt saß. Paris führte plötzlich wieder mit 21:20.
Die Schlussphase entwickelte sich endgültig zum Krimi. Frankfurt antwortete mit einem schnellen Drive und arbeitete sich tief in die Hälfte der Musketeers vor. Kurz vor der Endzone wurden die Gastgeber jedoch gestoppt.
Die Galaxy entschieden sich anschließend für volles Risiko. Beim vierten Versuch sollte ein Quarterback Sneak die Führung zurückbringen. Doch Paris hielt stand und stoppte Garbers entscheidend.
Mit noch 1:19 Minuten auf der Uhr kontrollierten die Musketeers anschließend den Ballbesitz und brachten den knappen Vorsprung über die Zeit.
