vor 1 Stunden
Trotz drei Turnovern
Die Carolina Panthers haben bei den Green Bay Packers die erhoffte Reaktion auf die deutliche Niederlage gegen die Tampa Bay Buccaneers verpasst. Im Lambeau Field unterlag Carolina mit 19:27. Dabei machte es die Defense den Gastgebern mit drei erzwungenen Turnovern nicht leicht. Die eigene Offensive fand jedoch über weite Strecken keinen Rhythmus und hatte vor allem mit den personellen Problemen in der Offensive Line zu kämpfen.

Die Green Bay Packers haben sich am Donnerstagabend mit 27:19 gegen die Carolina Panthers durchgesetzt. Obwohl die Gäste gleich dreimal für Ballverluste der Packers sorgten, konnten sie daraus nur wenig Kapital schlagen. Jordan Love führte Green Bay mit drei Touchdown-Pässen zum Sieg. Auf der anderen Seite bekam die Offensive-Line der Panthers den Druck der Packers-Defense kaum in den Griff und musste insgesamt sechs Sacks gegen sich verbuchen.
Der Auftakt gehörte zunächst den Gästen. Bereits beim Eröffnungskickoff gelang es Rookie-Linebacker Jackson Kuwatch, Returner Coleman Owen den Ball aus den Händen zu schlagen. Nick Hampton sicherte den Fumble an der 29-Yard-Linie der Packers. Carolina hatte damit direkt eine hervorragende Ausgangsposition.
Viel machten die Panthers daraus allerdings nicht. Zwar brachte Chuba Hubbard sein Team mit zwei Läufen bis an die 15-Yard-Linie, doch anschließend geriet Bryce Young unter Druck. Defensive Tackle Devonte Wyatt sackte den Quarterback für einen Raumverlust von sechs Yards. Ryan Fitzgerald verwandelte anschließend lediglich ein 39-Yard-Field-Goal zur 3:0-Führung.
Green Bay antwortete mit einem langen Drive. Jordan Love fand Tight End Tucker Kraft bei einem dritten Versuch mit einem Zwölf-Yard-Pass in der Endzone. Der Extrapunkt von Trey Smack landete allerdings am linken Pfosten, sodass die Packers nur mit 6:3 in Führung gingen.
Carolina ließ sich davon nicht beeindrucken und marschierte im Anschluss über das Feld. Über 13 Spielzüge und 65 Yards arbeiteten sich die Panthers bis in die Endzone. Chuba Hubbard vollendete den Drive mit einem Ein-Yard-Lauf und brachte sein Team mit 10:6 in Führung.
Auch defensiv lief es für Carolina zunächst ordentlich. Safety Nick Scott erzwang bei einer kurzen Reception von Christian Watson einen Fumble, den Bobby Okereke sichern konnte. Für die Panthers war es bereits der zweite erzwungene Ballverlust. Die Offensive konnte daraus allerdings erneut keinen Profit schlagen und musste den Ball nach nur drei Spielzügen wieder abgeben.
Die Packers nutzten den nächsten Angriff deutlich besser. Besonders ein 53-Yard-Pass von Love auf Watson brachte Green Bay tief in die gegnerische Hälfte. Der anschließende Drive endete mit einem Ein-Yard-Touchdown-Lauf von Josh Jacobs zur erneuten Führung.
Der lange Pass hatte allerdings auch Folgen für beide Mannschaften. Watson verletzte sich bei dem Spielzug an der Brust und musste zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht werden. Auch Panthers-Cornerback Will Lee III zog sich bei der Aktion eine Oberschenkelverletzung zu und wurde anschließend mit dem Cart in die Kabine gebracht. Während Watson nach unauffälligen Untersuchungen im dritten Viertel zurückkehrte, konnte Lee nicht mehr weiterspielen.
Besonders schwer wog der Ausfall für Carolina aufgrund der ohnehin angespannten Personalsituation in der Secondary. Mit Jaycee Horn, Mike Jackson und Akayleb Evans fehlten bereits drei Cornerbacks. Durch den Ausfall von Lee gingen den Panthers weitere Optionen aus. Am Ende standen Head Coach Dave Canales nur noch Chau Smith-Wade, Marco Wilson und Malcolm DeWalt IV zur Verfügung. Letzterer gab gegen Green Bay sein NFL-Debüt.
Auch offensiv wurde die Situation zunehmend schwieriger. Die Panthers hatten mit Damien Lewis bereits ihren etatmäßigen Left Guard nicht zur Verfügung. Corey Bullock sprang für ihn ein, musste die Partie im dritten Viertel allerdings ebenfalls mit einer Oberschenkelverletzung verlassen. Für ihn übernahm Jake Curhan, der zuvor aus dem Practice Squad in den aktiven Kader berufen worden war.
Die ohnehin angeschlagene Offensive Line hatte über die gesamte Partie große Probleme mit dem Pass Rush der Packers. Bryce Young bekam immer wieder Druck und wurde insgesamt sechsmal gesackt.
Sportlich lief es für Carolina ebenfalls nicht mehr nach Plan. Nach dem Fumble von Watson musste die Offense den Ball zwar schnell wieder abgeben, doch anschließend unterlief Young ein folgenschwerer Fehler. Ein Pass auf Jalen Coker wurde von Linebacker Ty'Ron Hopper abgefangen. Die Packers übernahmen an der 44-Yard-Linie der Panthers und nutzten die gute Feldposition aus.
Kurz darauf fand Love Rookie-Receiver Matthew Golden mit einem 24-Yard-Pass in der linken Ecke der Endzone. Golden hatte zuvor bereits einen möglichen Touchdown fallen lassen, machte seinen Fehler aber wieder gut. Mit dem Treffer bauten die Packers ihre Führung auf 20:10 aus. Dabei blieb es bis zur Halbzeitpause.
Nach der Halbzeit bekam Carolina zunächst wieder den Ball. Die Panthers arbeiteten sich bis zur Mittellinie vor, doch bei einem vierten Versuch und zwei benötigten Yards wurde Hubbard bereits einen Yard vor dem neuen First Down gestoppt. Der Angriff endete damit ohne Punkte.
Green Bay nutzte die Gelegenheit und legte direkt nach. Love führte seine Offense über das Feld und bediente Jacobs schließlich mit einem Vier-Yard-Pass in der Endzone. Der Running Back erzielte damit bereits seinen zweiten Touchdown des Abends. Die Packers bauten ihre Führung auf 27:10 aus.
Carolina fand im Anschluss zumindest wieder etwas besser ins Spiel. Vor allem Hubbard sorgte mit einigen guten Läufen für Raumgewinn. Am Ende reichte es jedoch nur für ein Field Goal von Fitzgerald, das den Rückstand vor dem Schlussviertel auf 13:27 verkürzte.
Im vierten Viertel meldete sich die Panthers-Defense erneut zu Wort. Rookie-Safety Zakee Wheatley fing einen Pass von Love in der Endzone ab und sorgte damit für den dritten erzwungenen Ballverlust der Packers. Für Carolina war es gleichzeitig die erste Interception eines Defensive Backs in dieser Saison.
Die Offense konnte daraus zunächst allerdings erneut nichts machen. Nach nur 14 Yards und fünf Spielzügen musste Carolina punten. Auch die nächste Angriffsserie der Packers endete mit einem Punt, wodurch die Panthers noch einmal eine gute Gelegenheit bekamen.
Diesmal nutzte Young die Chance. Über zwölf Spielzüge und 70 Yards führte er sein Team bis in die Red Zone. Bei einem vierten Versuch und drei benötigten Yards fand er Jalen Coker mit einem 26-Yard-Pass in der Endzone. Die anschließende Two-Point-Conversion wurde allerdings an der Line of Scrimmage abgewehrt. Trotzdem war Carolina beim Stand von 19:27 wieder in Schlagdistanz.
Die Packers mussten den Ball nach nur drei Spielzügen erneut abgeben. Carolina bekam dadurch bei 2:41 Minuten Restspielzeit noch einmal die Möglichkeit, den Ausgleich zu erzielen. Allerdings kam die Offense nur bis zur Mittellinie, ehe ein vierter Versuch scheiterte.
Eine letzte Chance bekamen die Panthers mit nur noch 22 Sekunden auf der Uhr. Nach einem Sack von Dani Dennis-Sutton versuchte Young, mit einem schnellen Pass und anschließendem Laterals noch Raumgewinn zu erzielen. Der Ball ging dabei allerdings verloren. Brenton Cox Jr. sicherte den Fumble für Green Bay und beendete damit endgültig die Comeback-Hoffnungen der Gäste.
Am Ende steht für Carolina eine Niederlage, die aus mehreren Gründen besonders bitter ist. Die Defense erzwang drei Turnover, man konnte daraus aber nur drei Punkte erzielen. Gleichzeitig machten sich die personellen Probleme auf beiden Seiten des Balls immer stärker bemerkbar. Vor allem die Offensive Line ließ Bryce Young viel zu häufig im Stich. Die Packers sicherten sich dagegen trotz eigener drei Turnover den verdienten Heimsieg.
par