12.01.2025
Wild Card Round 2025: Houston kommt weiter
Die Houston Texans haben ein dickes Ausrufezeichen zum Start der NFL Playoffs gesetzt. Nach anfänglichem Rückstand gegen die Los Angeles Chargers drehen die Texaner in allen Bereichen auf - und kamen durch Big Plays zu einem klaren 32:12.

Mit gänzlich unterschiedlichen Vorzeichen waren die letzten Wochen der Regular Season aus Sicht dieser beiden Teams verlaufen. So gingen die Houston Texans (10-7), die das Playoff-Ticket als Sieger der schwachen AFC South schon längst eingetütet hatten, mit der Hypothek von einigen schlechteren Leistungen in diese Wild Card Round - die Los Angeles Chargers (11-6) aus der AFC West dagegen mit dem vielzitierten Momentum von drei überzeugenden Siegen in Serie.
Und ganz nebenbei auch mit dem Wissen, in Quarterback Justin Herbert sowie dem erst zu dieser Saison in die NFL zurückgekehrten Head Coach Jim Harbaugh zwei absolute Top-Männer in ihren Reihen zu wissen. Apropos: Der ehemalige Trainer der San Francisco 49ers (2011 bis 2014) hatte in seiner Zeit als College-Chef in Michigan (2015 bis 2024) den erst vor zwei Jahren in die NFL gekommenen C. J. Stroud betreut - also den Spielmacher des Gegners (Second Overall Pick 2023).
Genau diesen hatte die Chargers-Defense - statistisch über die Regular Season gesehen mit nur 17,7 kassierten Punkten die beste unter allen 32 Teams - auch von Beginn an im Griff. Stroud, der im Saisonverlauf wichtige Top-Receiver wie Stefon Diggs (Kreuzbandriss) und Tank Dell (Knie) verletzungsbedingt verloren hatte, kam mit seinen Kollegen längere Zeit überhaupt nicht in Tritt. Passempfänger John Metchie III leistete sich etwa direkt beim ersten Spielzug einen Fumble, während Stroud zu Beginn des zweiten Viertels eine Interception verzeichnen musste.
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Das einzig Gute aus Sicht der Texaner? Die eigene Abwehr, die ebenfalls in der Saison unter anderem mit dem famosen Edge-Rush-Duo Will Anderson/Danielle Hunter (zusammen weit über 20 Sacks) überzeugt hatte und zu Beginn nur zwei Field Goals von Los Angeles zum 0:6-Zwischenstand zuließ. Außerdem tütete sie auch gegen Quarterback Herbert eine Interception ein - durch einen starken Catch von Cornerback Kamari Lassiter. Allerdings wussten Stroud und Co. hieraus mal wieder rein gar nichts zu machen.
Erst Minuten vor dem Pausentee wachte die Offense der Hausherren im eigenen NRG Stadium auf - und explodierte regelrecht: In etwas mehr als fünf Minuten rollten die Texans einen Touchdown Drive über 13 Plays und 99 Yards zur überraschenden 7:6-Führung aus. Darunter ein bockstarker Pass von Stroud nach fatalem Snap-Fumble über 34 Yards auf Xavier Hutchinson sowie Big Plays zu seinem letzten übriggebliebenen Top-Receiver Nico Collins (TD für 13 Yards). Durch ein Field Goal von Kicker Ka'imi Fairbairn drei Sekunden vor Ablauf stand es zur Pause gar 10:6.
Dieses schier aus dem Nichts gewonnene Selbstvertrauen übertrugen die Gastgeber dann auch in die entscheidenen Quarter - und sorgten für ein Potpourri an gefeierten Aktionen. Darunter etwa zwei weitere Interceptions der omnipräsenten Defense gegen den oftmals im Stich gelassenen Chargers-Spielmacher Herbert, wichtige Sacks und weitere Plays der Offense. Besonders Running Back Joe Mixon (25 Carries für 106 Yards am Ende) lief zusammen mit Collins (122 Yards, TD) heiß.

Weitere Punkte fielen Ende des dritten Viertels etwa durch einen furiosen Pick Six von Safety Eric Murray, der mit dem Ei über 38 Yards in die Endzone spurtete. Nach zwei weiteren Field Goals von Kicker Fairbairn stand es zum Start des finalen Abschnitts schon 23:6 - nach 0:6-Rückstand.
Doch damit nicht genug: Als Los Angeles nach zwei kassierten Sacks aus aussichtsloser Situation einen famosen Touchdown zum 12:23-Anschluss auf den Rasen zauberte - der starke Rookie-Receiver Ladd McConkey tütete hier nach einem Catch & Run einen Score über 86 Yards ein und erreichte bis zu Spielende starke 197 Yards -, wurde der folgende Extrapunkt von Houston geblockt. Und von Cornerback D'Angelo Ross zu einem Zwei-Punkte-Return bis in die Endzone getragen - 25:12.
Die vierte Interception von Anführer Herbert (242 Yards, ein TD), der in der gesamten Regular Season nur deren drei fabriziert hatte, besiegelte beobachtet von einem sichtlich bedienten Head Coach Harbaugh das Aus der Kalifornier ebenso wie ein finaler Touchdown von Houstons Running Back Mixon zum 32:12-Endstand. Der Trainer der Chargers musste seinem früheren College-Quarterback Stroud (282 Yards, ein TD, eine Int.) somit zum Weiterkommen in die Divisional Round nächste Woche gratulieren - auch weil die Abwehr der Gäste dieses Mal nicht hielt.