20.01.2026
Miami verliert Finale im eigenen Stadion
Indiana hat seine märchenhafte Saison vollendet und erstmals die College-Football-Krone geholt. Die Hoosiers besiegten Miami im National Championship Game mit 27:21 und beendeten die Spielzeit ungeschlagen. Vor ausverkauftem Haus im Hard Rock Stadium setzte sich das physischere, effizientere Team durch - angeführt von Heisman-Trophy-Gewinner Fernando Mendoza und mutigen Entscheidungen von Head Coach Curt Cignetti.

Indiana begann das Endspiel mit einem klaren Plan: Ballkontrolle, physisches Auftreten an der Line of Scrimmage und minimale Fehler. Früh setzte Mendoza mit einem 25-Yard-Pass auf Wide Receiver Omar Cooper Jr. ein erstes Ausrufezeichen, der Drive endete jedoch zunächst "nur" mit einem Field Goal. Dennoch spiegelte die frühe 3:0-Führung die Kräfteverhältnisse wider.
Miami tat sich offensiv schwer. Die Hoosiers-Defense dominierte die ersten Serien, brachte konstant Druck und zwang Quarterback Carson Beck zu schnellen Entscheidungen. Mehrere Drives der Hurricanes endeten mit Punts, während Indiana zunehmend Feldposition und Spielkontrolle übernahm.
Der nächste lange Drive der Hoosiers unterstrich diesen Ansatz eindrucksvoll: 85 Yards, über sechs Minuten von der Uhr genommen, abgeschlossen durch einen kurzen Touchdown-Lauf von Tight End Riley Nowakowski von der Goal Line. Miami blieb weiter ohne Punkte, auch ein 50-Yard-Field-Goal-Versuch prallte vom Upright ab. Zur Pause führte Indiana verdient mit 10:0 - die Hurricanes waren im eigenen Stadion erstmals seit Jahren in einem Titelspiel ohne Punkt im ersten Durchgang.
Nach der Halbzeit änderte sich das Bild schrittweise. Miami kam aggressiver aus der Kabine, vor allem Running Back Mark Fletcher Jr. verlieh der Offense neue Dynamik. Ein 57-Yard-Touchdown-Lauf - der längste Spielzug der Hurricanes an diesem Abend - brachte Miami erstmals auf das Scoreboard und verkürzte auf 10:7. Das Finale war plötzlich offen.
Doch genau in dieser Phase folgte einer der spielentscheidenden Momente. Nach einem erneuten Stop der Indiana-Defense musste Miami punten und das Special Team der Hoosiers schlug zu. Der Punt wurde geblockt, Defensive Lineman Mikail Kamara blockt ihn, Linebacker Isaiah Jones sicherte den Ball in der Endzone. Statt eines möglichen Ausgleichs stand es plötzlich 17:7 für Indiana. Ein Wendepunkt, der das Momentum klar zurück auf die Seite der Hoosiers zog.
Miami gab sich nicht geschlagen. Gleich zu Beginn des Schlussviertels marschierten die Hurricanes erneut über das Feld, Fletcher krönte den Drive mit seinem zweiten Rushing Touchdown, diesmal aus drei Yards. Beim Stand von 17:14 war alles offen - das Finale hatte die Dramatik erreicht, die man erwartet hatte.
mgs
Nun begann die Phase der mutigen Entscheidungen. Indiana Head Coach Curt Cignetti stellte sich mehrfach bewusst gegen konservative Optionen. Der zentrale Moment folgte bei 4th&4 an der Miami-12-Yard-Linie, noch gut neun Minuten auf der Uhr. Zunächst kam das Field-Goal-Team aufs Feld, doch Cignetti zog es zurück. Die Offense blieb.
Was folgte, wurde zur ikonischen Szene dieses Endspiels: Fernando Mendoza behielt bei einem Quarterback-Draw den Ball, brach mehrere Tackles, blieb auf den Beinen und streckte sich schließlich im Fallen über die Goal Line - ein 12-Yard-Rushing-Touchdown, der Indiana mit 24:14 in Führung brachte. "Ich musste fliegen", sagte Mendoza später. "Ich würde alles für dieses Team geben."
Miami antwortete ein letztes Mal. Beck führte einen konzentrierten Drive an, Wide Receiver Malachi Toney sorgte mit einem Big Play über 41 Yards für Raumgewinn und erzielte schließlich den 22-Yard-Touchdown zum 24:21. Das Stadion kochte, die Spannung war maximal.
Indiana reagierte abgeklärt. Ein langer, methodischer Drive endete in einem weiteren Field Goal zum 27:21. Miami erhielt noch einmal den Ball, Beck brachte sein Team tatsächlich bis in die gegnerische Hälfte. Doch 44 Sekunden vor Schluss war Schluss: Ein tiefer Passversuch wurde von Defensive Back Jamari Sharpe abgefangen. Mendoza kniete anschließend ab - der Titel war gesichert.
Fernando Mendoza beendete das Championship Game mit 186 Passing Yards (16/27), mehreren entscheidenden Third- und Fourth-Down-Conversions und dem spielentscheidenden Rushing Touchdown. Er wurde dreimal gesackt und hart getroffen, blieb aber in den Schlüsselmomenten fehlerfrei.
Mark Fletcher war mit 112 Rushing Yards und zwei Touchdowns der prägendste Offensivspieler Miamis. Carson Beck kam auf 232 Passing Yards, einen Touchdown und die entscheidende Interception in der Schlussminute.
Indiana schließt die Saison mit einer 16:0-Bilanz ab und ist das erste Team der modernen CFP-Ära, das den erweiterten 12-Team-Playoff-Weg ungeschlagen zum Titel nutzt. Für ein Programm, das über Jahrzehnte zu den erfolglosesten des Landes zählte, markiert dieser Abend eine historische Zäsur. "Wir haben Chancen ergriffen und einen Weg gefunden", sagte Cignetti nach dem Spiel. "Wir sind National Champion an der Indiana University. Es kann getan werden."
Miami bleibt eine starke Saison und ein tiefer Playoff-Run - doch im Finale reichten explosive Phasen nicht aus, um die Kontrolle und Abgeklärtheit der Hoosiers zu brechen. Indiana hingegen hat nicht nur gewonnen, sondern sich dauerhaft in die Geschichte des College Football eingeschchrieben.
