30.11.2025
Houston-Defense stark
Im Lucas Oil Stadium trafen trafen sich eine der besten Offenses und eine der besten Defenses zum direkten Duell. Am Ende konnte sich das Team des deutschen Fullbacks Jakob Johnson mit 20:16 bei den Colts durchsetzen. Dabei profitierten sie nicht zuletzt von einem vergebenen PAT der Colts.

Die Colts hatten in der AFC South bislang nur zweimal gegen die Tennessee Titans gespielt, die Partie gegen Houston war die erste von vier gegen die beiden ambitionierten Mannschaften ihrer Division.
Sie mussten jedoch gleich im ersten Drive von Cornerback Sauce Gardner verabschieden, der sich ohne gegnerische Einwirkung an der linken Wade verletzt hatte. Obwohl die Texans insgesamt sieben Versuche in der Redzone hatten, gab es zunächst nicht mehr als ein Field Goal durch Kicker Ka'imi Fairbairn. Auffällig war dabei, dass Houston gleich mehrfach wegen Aufstellungsfehlern Flaggen kassiert hatte.
Im ersten Viertel dominierte aber vor allem die Verteidigung der Gäste, erst im dritten Drive gab es erstmals ein neues First Down für die Colts. Mehr als ein Punt sprang aber auch hier nicht heraus. Quarterback Daniel Jones fand aufgrund des Drucks der Texans kaum Zeit für seine Reads.
Erst ein langer Lauf von Running Back Taylor über 33 Yards die linke Seitenlinie entlang konnte als erstes offensives Highlight durchgehen. Ein Fumble bei einem direkten Snap zu Tight End Warren machte aber auch diese gute Feldposition wieder zunichte.
Der Fehler blieb jedoch folgenlos, da Free Safety Camryn Bynum auf der anderen Seite den nächsten Pass von Texans-Quarterback C.J. Stroud sofort abfangen konnte. Diesmal gab es auch den ersten Touchdown: Daniel Jones passte zweimal in kurzer Folge zu Antonio Pierce für jeweils 19 Yards und der zweite Catch sorgte trotz enger Deckung für die 6:3-Führung der Gäste. Allerdings setzte Kicker Mike Badgley den Extrapunktversuch an den linken Pfosten, was später noch wichtig werden sollte.
Die Antwort der Texans folgte umgehend: Zuerst sah es so aus, als ob Wide Receiver Nico Collins schon einen Touchdown erzielt hätte, aber er war kurz vor der Endzone auf die Seitenlinie getreten. Die letzten vier Yards erlief so Running Back Nick Chubb zum 10:6. So blieb es auch bis zur Pause - wie ein Spiel zweier ambitionierter Playoffanwärter sah es dabei nur selten aus. Lediglich ein einziges Third Down bei zehn Versuchen beider Teams brachte ein neues First Down. Ein Punkt, der auch Colts Head Coach Shane Steichen im Halbzeitinterview bei wurmte: "Wir müssen da effizienter werden, um den Ball weiterzubewegen. Das ist unser größtes Problem bisher. Wir haben noch keines verwandelt."
Carsten Keller
Die Halbzeitkorrekturen schienen bei den Texans gefruchtet zu haben: In einem Drive, der mehr als die Hälfte des dritten Viertels andauerte, fand Quarterback Stroud seine Anspielstationen, wobei er jetzt auch mehr auf Tight End Dalton Schultz vertraute. Ein kritischer Sack in der Colts-Redzone brachte aber doch wieder nur ein Field Goal von Kicker Fairbairn.
Der bis dahin beste Catch gelang Colts Wide Receiver Josh Downs an der linken Seitenlinie, als er gerade noch beide Füße im Feld unterbringen konnte und so die erste erfolgreiche Third Down Conversion der Colts schaffte. Strafen auf beiden Seiten - eine davon gegen den österreichischen Left Tackle Bernhard Raimann - bereiteten den folgenden Touchdown für Indianapolis vor: Quarterback Jones fand Warren zum mittlerweile verdienten Ausgleich.
Mit 13:13 ging es in den Schlussabschnitt. Die Texans standen mit einem ausbalancierten Drive aus Pässen und Läufen von Nick Chubb und Woody Marks an der Colts-Endzone. Eine diskutable Strafe gegen Colts-Cornerback Kenny Moore II hielt die Offense der Gäste auf dem Feld, Collins stellte wenig später per Counter Reverse Play auf 20:13 für die Texans. Collins war mit fünf Catches für 98 Yards einer der auffälligsten Spieler der Partie.
Der folgende Extrapunkt schien links am Gestänge vorbeizufliegen, wurde von den Schiedsrichtern aber gut gegeben. In Verbindung mit der Strafe gegen Moore zuvor konnte man den Unmut der heimischen Fans durchaus nachvollziehen.
Indianapolis vertraute jetzt mehr auf den bis dahin unauffälligen Running Back Jonathan Taylor. Er kam am Ende auf 121 Scrimmage Yards - 85 durch Runs und 36 durch Catches -, aber mehr als ein Field Goal gelang den Colts nicht.
Die Texans benötigten nach erfolgreichen Pässen zu ihren Receivern Jayden Higgins und Collins nur noch ein Yard in der Redzone, um ihren nächsten Drive am Leben zu halten. Ihre Version des Tush Push mit Tight End Cade Stover war jedoch zweimal in Folge nicht erfolgreich, sodass die Colts knapp fünf Minuten vor Schluss per Turnover on Downs wieder in Ballbesitz kamen. Ein machbares Field Goal beim vierten Versuch wäre womöglich die bessere Option gewesen, denn bei vier Punkten Rückstand benötigten die Colts nur einen Touchdown zum Sieg anstatt zu einer potenziellen Verlängerung.
Nach einer ausbleibenden Strafe wegen Griff in das Gesichtsgitter von Running Back Taylor mussten die Colts ein Fourth Down knapp zwei Minuten vor Schluss verwandeln. Der Pass von Quarterback Jones, der ansonsten eine solide Partie mit 14/27 für 201 Yards und zwei Touchdowns abgeliefert hatte, segelte jedoch ins Nichts.
Die Texans liefen die Uhr herunter und bringen mit ihrem Sieg eine Menge Spannung in die AFC South: Die Colts (8-4) sind jetzt mit den Jaguars (8-4) nach deren Sieg gegen die Titans auf Augenhöhe, gefolgt von den Texans (7-5).
Houstons Head Coach DeMeco Ryans lobte in der anschließenden Pressekonferenz sein Team vor allem für die Fähigkeit, Rückschläge wegzustecken: "Wir haben auf den Ball aufgepasst. Wir hatten dieses eine Turnover, aber keiner von uns hat gezuckt. Im nächsten Drive sind wir übers Feld marschiert und haben gepunktet. Wir haben diese Entschlossenheit, dass uns ein einzelner Spielzug nicht herunterzieht."
Indianapolis: Sauce Gardner (Wade) musste bereits im ersten Viertel vom Feld und konnte anschließend nicht mehr zurückkehren.
Houston: Free Safety Jaylen Reed und Linebacker Al-Shaair mussten bei den Texans verletzt aus der Partie genommen werden.