19.10.2025
Rookie-Show in London
London. Regen. Wembley. Eine Bühne für Großes - doch an diesem Tag schrieb nur ein Team Geschichte: die Los Angeles Rams. Früh rissen sie das Momentum an sich, während die Jaguars das gesamte Spiel über nach Antworten suchten. Was im Vorfeld als das eventuell beste London Game der Saison gegolten hatte, entpuppte sich schnell zu einer einseitigen Nummer.

Das London Game im Wembley-Stadion versprach besondere Brisanz: Head Coach Liam Coen, der seit dieser Saison neue Head Coach der Jacksonville Jaguars, traf schließlich auf keinen Geringeren als Sean McVay, seinen einstigen Mentor bei den Los Angeles Rams.
Die Jaguars starteten mit dem Ball, doch bereits im ersten Spielzug wurde Quarterback Trevor Lawrence von Jared Verse gesackt - der erste von vielen Rückschlägen für Jacksonville an diesem Sonntag. Der Drive endete daraufhin direkt in einem schnellen Punt.
Die Rams antworteten ihrerseits dagegen mit einem langen Drive im regnerischen London bis tief in die Redzone. Vor allem Tight End Tyler Higbee wurde von Quarterback Matthew Stafford immer wieder gesucht. In der Red Zone spielten die Rams einen vierten Versuch aus - mit Erfolg. Kurz darauf fand Stafford mit einem Play-Action-Pass Konata Mumpfield, der als diesjähriger Rookie-Receiver seinen ersten Karriere-Touchdown zur 7:0-Führung fing.
Bei den Jags lief es offensiv weiterhin nicht rund - und die ohnehin favorisierten Rams wichen nicht davon ab, ihren Stil konsequent durchzuziehen. Vor allem die Tight Ends sorgten in diesem Drive für viele positive Aktionen, bevor Stafford schließlich seinen Star-Receiver Davante Adams zum Touchdown fand. Der frühere Green Bay Packer ging in seiner Rolle als Nummer-1-Lösung nach voll auf.
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Jacksonville ging offensiv mit dem ersten First Down der Partie ins zweite Quarter, musste jedoch wenig später erneut punten. Hier aber kam zumindest die Defense der Jaguars ins Spiel und stoppte die Offensivabteilung der Rams erstmals. Der anschließende Punt hatte es in sich: Parker Washington trug den Return bis in die Endzone zum Touchdown. Doch eine fragwürdige Flagge gegen das Punt-Return-Team nahm den Touchdown wieder vom Board. Statt Punkten starteten die Jaguars mit dem Ball an der eigenen 30-Yard-Linie. Der Drive endete in einem Field-Goal-Versuch, den Kicker Cam Little jedoch neben die Stangen setzte.
Was folgte, war das nächste Kapitel der Tight-End-Show der Rams - diesmal war es Colby Parkinson, der einen kurzen Pass auf einem Screen fing und den Ball für ein Big Play bis an die 1-Yard-Linie trug. Anschließend war es erneut "Tae" Adams, der nach einem weiteren Touchdown-Pass von Stafford die Rams mit 21 Punkten in Führung brachte.
Und die Offense der Jaguars? Fand immerhin mal ein Mittel: Ein guter, effizienter Drive brachte sie pünktlich zur Two Minute Warning in die Red Zone. Doch bei 4th&7 entschieden sich die Mannen aus Florida dafür, den Spielzug auszuspielen - ohne Erfolg. Die Null auf dem Scoreboard blieb stehen, und es ging mit einem 21:0 für Los Angeles in die Halbzeitpause.
Die Defense der Jaguars kam stark aus der Halbzeitpause - die Rams mussten das Angriffsrecht direkt per Punt wieder abgeben. Auch die Offense des Teams aus Jacksonville schien besser ins Spiel zu finden. In Field-Goal-Reichweite spielten die Jaguars einen vierten Versuch bei noch zwei Yards aus, doch der Pass kam nicht an.

Auch wenn die Defense erneut für einen Stopp sorgte, setzte sich der rabenschwarze Tag der Offense fort. Lawrence fand seinen Receiver Brian Thomas Jr. mit einem tiefen Pass, doch dieser konnte den Ball nicht kontrollieren. Drops prägten die Partie, und die Jaguars scheiterten wenig später erneut im vierten Versuch - der dritte Turnover on downs im Spiel.
Die defensive Dominanz der Rams setzte sich hingegen fort - den fünften Sack des Spiels verbuchte Quentin Lake, der erneut einen Punt der Jaguars erzwang. Doch auch die Rams hatten offensiv nicht mehr viel zu bieten und mussten ebenfalls wieder punten. Bei Jacksonville hingegen ging das Drop-Festival weiter: Diesmal war es Washington, der einen perfekten Pass von Lawrence zum First Down nicht fangen konnte.
LA startete mit dem Ball ins vierte Quarter, der Drive wurde jedoch künstlich verlängert, als die Jags-Defense bei einem vierten Versuch zu früh startete. Stafford nutzte das eiskalt aus und warf direkt im Anschluss einen tiefen Play-Action-Pass auf Rookie Tight End Terrance Ferguson, der - genau wie zuvor Mumpfield - seinen ersten Karriere-Touchdown erzielte.
Dann gelang den Jaguars endlich der Befreiungsschlag: Lawrence fand seinen Rookie-Receiver Travis Hunter mit einem tiefen Pass über 34 Yards zum Touchdown. Damit reihte sich Hunter in die Liste der Rookies ein, die an diesem Tag in London ihren ersten Karriere-Touchdown erzielten. Der anschließende Onside Kick gelang nicht, wodurch die Rams mit einer 28:7-Führung und noch knapp neun Minuten auf der Uhr den Ball zurückbekamen.
Zum Schluss zeigte Adams erneut, warum er immer noch zu den besten Receivern der NFL zählt - besonders in Eins-gegen-eins-Situationen. Er fing erneut einen Goal Line Fade; es war Staffords fünfter Touchdown-Pass, drei davon gingen auf das Konto von Top-Mann Adams. Danach passierte nicht mehr viel - die Rams gewannen am Ende dominant mit 35:7.
Stafford beendete das Spiel mit lediglich 21 angebrachten Pässen für 182 Passing Yards, war dabei jedoch außergewöhnlich effizient mit fünf Touchdowns. Davante Adams steuerte fünf Catches für 35 Receiving Yards bei - drei davon führten zu Scores. Auf der anderen Seite kam Lawrence auf 296 Yards und einen Touchdown, musste allerdings sieben Sacks durch die starke Rams-Defense einstecken