19.01.2025
NFL, Divisional Round 2025: Houston lässt Chancen liegen
Vor Weihnachten hatten die Kansas City Chiefs letztmals mit ihrer A-Besetzung gespielt, um nun ausgeruht in die Playoffs und ins Duell mit den Houston Texans zu starten. Nach viel harter (Defense-)Arbeit, einem starken Travis Kelce und einer Portion Glück stand am Ende mit 23:14 der abermalige Einzug ins AFC-Finale fest.

Die Mission "Three-peat" lebt weiter. Auch im ersten Playoff-Spiel der top-gesetzten Kansas City Chiefs im Jahr 2025 war gegen den amtierenden Super-Bowl-Sieger kein Kraut gewachsen.
Dabei begann die bei Minusgraden im Bundesstaat Missouri ausgetragene Partie stark geprägt von Defense-Football - obwohl die Hausherren im gewohnt lautstarken Arrowhead Stadium nach einem starken Kickoff Return von Receiver Nikko Remigio über 63 Yards direkt in Top-Position waren. Quarterback Patrick Mahomes und Co. schafften kurz darauf dennoch nur ein Field Goal zum 3:0 - wie überhaupt nur (drei von drei erfolgreiche) Field Goals das erste Viertel prägten.
Schon hier aber war Favorit K. C., der neben der abermaligen Titelverteidigung zunächst als Zwischenetappe zum siebten Mal in Folge (!) den Einzug ins AFC-Finale im Sinn gehabt hatte, leicht überlegen und mit 6:3 nach eigenen zwei Field Goals vorn. Die Texaner nämlich hatten bei ihrem zweiten Vorstoß einen Punt setzen müssen. Warum? Weil Chiefs-Pass-Rusher Chris Jones bei 3rd&8 durchgebrochen war und Houstons Spielmacher C. J. Stroud zu Boden brachte (Sack).
Im zweiten Quarter drehte auch der Angriff erstmals richtig auf, nachdem zunächst der Abwehr ein weiterer wichtiger Stopp samt vereiteltem Field Goal der Gäste gelungen war. Hier fand Mahomes beim ersten Touchdown-Drive des Tages auch seine jahrelange Top-Anspielstation Travis Kelce für stolze 49 Yards, ehe wenig später Kelce den Vorblocker für Kareem Hunts Lauf in die Endzone (ein Yard) gab und so den Vorsprung auf ein komfortables 13:3 ausbaute. Zwei Scores Vorsprung also.
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Houstons von Head Coach DeMeco Ryans betreutes Team verstand es immerhin vor dem Pausentee noch, einen sauberen Drive über neun Plays und 41 Yards hinzulegen. Am Ende stand zwar kein TD, dafür aber ein erfolgreiches Field Goal zum 6:13 von Kicker Ka'imi Fairbairn (aus 48 Yards). Nachdem die Nerven des Profis eben zuvor noch aus 55 Yards versagt hatten.
Das Nervenkostüm von Fairbairn, der schon seit 2017 kontinuierlich zuverlässig für die Texaner auftritt, sollte aber wieder die Flatterei bekommen. Und das direkt zum Start des dritten Abschnitts. Hier kam zunächst die Offense sauber übers Feld und marschierte nach 10:24 Minuten und erreichten 82 Yards bei 15 Plays mit Running Back Joe Mixon in die Endzone (13-Yard-TD), ehe der Kicker aber den einfachen Extrapunkt "versemmelte" und es so nur 13:14 stand. Die Chiefs, die in der Regular Season schon elf (!) sogenannte "One-Score-Games" auf teils kurioseste Weise für sich entschieden hatten, waren einmal mehr vom Glück geküsst. Oder vom Pech des Gegners.

Etwas Schiedsrichterglück kam wenig später auch noch hinzu, als Mahomes bei einem eigenen Lauf mehrere Schlenker schlug, dann doch arg unter Druck gesetzt zu Boden ging und - obwohl kaum richtig getroffen - eine Flagge für "Unnecessary Roughness" bekam. Es folgte bei diesem Drive am Ende der Touchdown-Pass auf Travis Kelce (11 Yards), der damit unter den Augen seiner Lebensgefährten Taylor Swift die Führung der Hausherren auf ein komfortables 20:12 drückte.
Davon wussten sich die willigen und auch immer wieder mit starken Plays abliefernden Texans nicht mehr zu erholen, auch weil gerade im vierten Viertel die ohnehin einmal mehr starke Chiefs-Defense auf Hochtouren lief. Allen voran dank Pass Rusher George Karlaftis wurde Houstons Quarterback Stroud (287 Total Yards, kein TD, keine Int.) am Ende stolze achtmal gesackt.
In Verbindung mit einem souverän verwandelten Field Goal von Harrison Butker zum 23:12 - der Kicker traf somit alle seine drei Versuche durch die Stangen - sowie einem geblockten von Gegenüber Fairbairn an dessen vollkommen gebrauchtem Tag besiegelte letztlich den siebten Einzug ins AFC Conference Championship hintereinander. Beim Ausspielen der Uhr am Ende konnte sich der Super-Bowl-Champion um die nach ihrer jeweils schwächsten NFL-Saison zuverlässigen Mahomes (177 Yards, ein TD, keine Int.) und Kelce (117 Yards, Score) noch einen Safety erlauben. 23:14 hieß es dadurch am Ende des Tages. Mahomes allein verbesserte seine Bilanz in der Divisional Round damit auf 7-0 und hat in seiner Laufbahn mehr Playoff-Spiele gewonnen als zwölf (!) NFL-Teams in ihrer gesamten Historie (16-3).
Das erneut gute Jahr der Texans mit dem am Ende gestützten und vom Feld humpelnden Stroud, die noch nie ein AFC-Endspiel und somit auch noch nie den Super Bowl erreicht haben, endete damit auch wegen vieler vergebener Chancen - sie hatten unter anderem mehr Passing Yards, mehr Rushing Yards und mehr First Downs als die lautstark von den Fans gefeierten Kansas City Chiefs.