23.05.2026
Pick Six, Turnover, Dominanz
Die Dresden Monarchs bleiben in der GFL weiter ungeschlagen. Im Nord-Topspiel bei den Kiel Baltic Hurricanes setzte sich das Team aus Sachsen verdient mit 31:8 durch und unterstrich dabei eindrucksvoll seine Ambitionen auf den erneuten Einzug in den GFL Bowl.

Schon vor Kickoff lag Spannung in der Luft. Bei bestem Sommerwetter liefen die Hurricanes energisch vor den gut gelaunten Heimfans ein, doch Dresden zeigte direkt, warum die Monarchs bislang zu den komplettesten Teams der Liga gehören.
Die Kieler Defense startete zunächst stark in die Partie. Thiago Lessow sorgte früh mit einem wichtigen Sack gegen Quarterback Rocky Lombardi für Jubel auf den Rängen und zwang Dresden zunächst zum Punt.
Doch der erste große Fehler der Gastgeber folgte prompt. Kiel-Quarterback P.J. Settles warf zu niedrig - Interception. Dresden übernahm tief in der gegnerischen Hälfte, konnte offensiv zwar zunächst wenig daraus machen, nahm durch Florian Finkes Field Goal aber immerhin die ersten Punkte des Tages zum 3:0 für die Sachsener mit.
Kurz darauf explodierte erstmals die Kieler Offense. Settles nutzte starke Blocks und sprintete selbst bis tief in die Hälfte der Monarchs. Doch wieder folgte direkt der Rückschlag.
Nur wenige Plays später zwang Dresden Settles nämlich erneut zu einem ungenauen Wurf Richtung linke Seite. Defensive Back Lucas Masero sagte Danke, fing den Ball ab und trug ihn über das komplette Feld zum Pick Six zurück - 10:0 für die Gäste.
Die Hurricanes antworteten zwar sofort mit einem starken 35-Yard-Run von Running Back Maximilian Lundahl bis kurz vor die Endzone, doch selbst daraus sprang nichts Zählbares heraus. Der vermeintlich sichere Field-Goal-Versuch wurde geblockt - und ausgerechnet Masero sicherte den Ball erneut für Dresden. Spätestens jetzt hatte das Momentum komplett die Seiten gewechselt.
Auch im zweiten Viertel blieben die Monarchs die deutlich effizientere Mannschaft. Lombardi setzte zunächst selbst mit einem starken Quarterback-Run ein Ausrufezeichen, ehe kurz darauf Wide Receiver Anthony Tittel mit einer starken Route frei in die Endzone kam. Lombardi legte den Ball perfekt in die Lücke - 17:0 Dresden.
Kiel tat sich dagegen zunehmend schwer gegen die aggressive Monarchs-Defense. Zwar gelang der Hurricanes-Defense nach einem Settles-Fumble noch ein wichtiges Turnover durch eine Interception gegen Lombardi, doch Dresden antwortete erneut eiskalt.
mhh
Rund 40 Sekunden vor der Halbzeit fand Lombardi Receiver Montigo Moss zum nächsten Touchdown. Mit dem 24:0 ging es für die Monarchs in die Pause.

Auch nach dem Seitenwechsel steckten die Hurricanes nicht auf. Jarvis McClam sorgte direkt zu Beginn der zweiten Hälfte mit einem spektakulären Contested Catch an der 1-Yard-Linie für neue Energie im Stadion.
Doch wieder blieb Kiel kurz vor der Endzone hängen. Immerhin belohnte sich die Defense wenig später selbst: Dresdens Lombardi wurde tief in der eigenen Endzone massiv unter Druck gesetzt und schließlich zum Safety zu Boden gebracht - die ersten Punkte für Kiel zum 2:24.
Kurz darauf blitzte das Potenzial der Hurricanes-Offense erneut auf. Settles fand Michel Peschel mit einem starken tiefen Ball - wieder bis kurz vor die Endzone.
Zu Beginn des Schlussviertels fiel dann endlich auch der erste Kieler Touchdown. Kiels Spielmacher brachte einen präzisen Pass auf Klaas Sengstacke in die Endzone, der Two-Point-Versuch misslang jedoch - 8:24.
Die kurz aufflammende Hoffnung der Gastgeber hielt allerdings nicht lange.
Zwar sorgte Lessow mit einem starken Sack nochmals für ein Highlight der Kieler Defense, doch direkt danach schlugen die Monarchs entscheidend zurück: Lombardi fand erneut Montigo Moss tief zum Touchdown - der zweite Score des Receivers an diesem Nachmittag bedeutete das 31:8 und letztlich die Entscheidung.
Nachdem Settles bei der nächsten Kieler Possession auch noch seine dritte Interception des Tages warf, nahmen beide Teams in der Schlussphase spürbar Tempo aus der Partie. Die Monarchs brachten den souveränen 31:8-Auswärtssieg schließlich ohne größere Probleme über die Zeit.
Für die Hurricanes bleibt trotz einiger kämpferischer Momente ein Heimspiel zum Vergessen. Immerhin ist Kiel bislang das erste Team der Saison, das die offensivstarken Dresdner unter der 40-Punkte-Marke halten konnte. Mit einer ausgeglichenen Bilanz (1-1) wartet auf die Hurricanes allerdings direkt die nächste Mammutaufgabe - dann geht es ausgerechnet gegen den Titelverteidiger aus Potsdam.
Dresden dagegen bestätigt mit dem 3-0-Start eindrucksvoll die eigenen hohen Ambitionen für die neue Saison. Vor allem die Defense präsentierte sich heute erneut dominant und zwang Kiel immer wieder zu Fehlern. Für die Monarchs geht es nun zunächst in die Bye Week, ehe anschließend die Berlin Rebels nach Sachsen reisen.