29.09.2025
Krimi nach Davante-Touchdown
Die Los Angeles Rams und die bislang als Überraschungsmannschaft aufgetretenen Indianapolis Colts lieferten sich ein umkämpftes Spiel, das von verpassten Chancen, Fehlern und starken Defensivaktionen geprägt war. Vor heimischer Kulisse in L.A. entwickelte sich eine Partie, die lange offen blieb und erst im vierten Viertel ihre ganze Dramatik entfaltete.

Die Colts eröffneten dieses Week-4-Duell offensiv, doch Daniel Jones warf gleich im ersten Drive einen tiefen Ball und fand statt eines Mitspielers Safety Kam Curl - seine erste Interception der Saison. Los Angeles nutzte den Turnover zu einem Field Goal, wobei Matthew Stafford Glück hatte, dass ein beinahe abgefangener Ball fallengelassen wurde.
Im Gegenzug brachte ein starker Kickoff-Return von Anthony Gould die Colts bis an die Mittellinie. Beinahe hätte Jones direkt seine zweite Interception geworfen, doch Kamren Kinchens ließ das Ei fallen. Stattdessen glich ein Field Goal von Indianapolis zum 3:3 aus.
Die Rams gingen kurz darauf bei 4th&1 an der Mittellinie Risiko, Stafford aber scheiterte beim Sneak - Turnover on Downs. Indy nutzte das aus kurzer Distanz: Rookie-Tight-End Tyler Warren, als Fullback aufgestellt, tankte sich in die Endzone - 10:3.
Stafford antwortete mit einem tiefen Pass auf Puka Nacua, der sein Eins-gegen-Eins gewann und die Kalifornier in die Red Zone brachte. Doch mehr als ein Field Goal sprang zunächst nicht heraus. Kurz vor der Halbzeit vergab Stafford ein mögliches Big Play auf Tyler Higbee, dessen Fingerspitzen den Ball nur streiften. Der Drive blieb dennoch am Leben - und mit sieben Sekunden vor der Pause fand der routinierte Quarterback schließlich Star-Neuzugang Davante Adams frei in der Endzone. Aus einem Rückstand wurde eine 13:10-Führung für L.A. zur Halbzeit.
Die Rams starteten nach Wiederbeginn, mussten aber direkt punten. Dann kam die wohl skurrilste Szene des Abends: Adonai Mitchell schien die Colts mit einem 75-Yard-Touchdown auf die Siegerstraße zu bringen, doch der über die linke Seite stark durchgebrochene Receiver begann zu früh zu feiern, verlor die Kontrolle über den Ball kurz vor der Endzone, und der Ball rollte als Touchback ins Aus - kein Touchdown, stattdessen Ball für Los Angeles.
Der Favorit wusste das Geschenk jedoch nicht zu nutzen, puntete ebenfalls. Es folgte ein wahres Punt-Festival, in dem beide Offenses kaum Akzente setzten. Der Halbzeitstand von 13:10 war auch aufgrund des Mitchell-Patzers der Spielstand, mit dem es ins vierte Quarter ging.
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Zu Beginn des vierten Quarters fanden die Colts als erstes Team den Rhythmus. Ein 11-Play-Drive endete mit einem kurzen Touchdown-Pass von Jones auf Michael Pittman Jr. - 17:13. Im nächsten Rams-Drive verursachte ein missglückter Handoff einen Turnover, Indianapolis übernahm in bester Feldposition. Doch statt die Vorentscheidung zu schaffen, reichte es nur zu einem Field Goal: 20:13 Colts bei noch neun Minuten auf der Uhr.
Dann kam die Antwort des Sean-McVay-Teams: Stafford führte seine Farben übers Feld und ging bei 4th&2 volles Risiko. Der Quarterback fand Nacua per Slant in der Endzone - der 20:20-Ausgleich.
Die Colts hätten das Spiel in die eigene Hand nehmen können, doch ihr Abend blieb von Rückschlägen geprägt. Zunächst wurde ein 53-Yard-Touchdown-Run von Jonathan Taylor durch eine Holding-Strafe von Mitchell zurückgepfiffen. Wenig später verursachte Jared Verse mit einem Strip Sack beinahe das nächste Desaster, Indy rettete sich aber in den Punt.
Los Angeles bekam bei knapp unter zwei Minuten Restzeit noch einmal den Ball. Gleich im ersten Play entdeckte Stafford Tutu Atwell, der völlig frei stand - unter anderem, weil die Colts nur zehn Spieler auf dem Feld gehabt hatten. Atwell sprintete über 88 Yards zum Touchdown und brachte die Rams mit 27:20 in Führung.
Immerhin: Die Colts hatten dieses schnellen Scores noch knapp 90 Sekunden und drei Timeouts. Doch Jones versuchte es direkt tief, las die Coverage falsch und warf erneut in die Arme von Kam Curl. Die zweite Interception des Abends besiegelte die Niederlage der Colts.
Die Rams nutzten ihre Big Plays in den entscheidenden Momenten, während die Colts sich mit Strafen, verpassten Chancen und vermeidbaren Fehlern selbst schlugen. Am Ende war es die Kaltschnäuzigkeit von Stafford, Nacua und Atwell, die den Unterschied machte - und Km Curl, der mit zwei Interceptions den Deckel auf einen 27:20-Heimsieg der Rams setzte.
Stafford erzielte dabei stolze 375 Passing Yards und drei Touchdowns ohne Interception. Seine Nummer-eins-Anspielstation Nacua glänzte erneut mit über 100 Receiving Yards, fing 13 Pässe für 170 Yards und einen TD. Auf Seiten der Colts erwischte Jones seinen bisher schwächsten Auftritt im neuen Trikot: 262 Yards, ein Touchdown, aber zwei Interceptions.