25.10.2024
Kupp und Nacua feiern Comeback
Die Los Angeles Rams freuen sich nicht nur über die Rückkehr ihrer lange verletzten Top-Receiver, sondern auch über einen überraschenden 30:20-Sieg gegen die Minnesota Vikings. Dessen Zustandekommen sorgt am Ende jedoch für Unmut.

Die Szene, über die im Nachgang viel gesprochen wurde, ereignete sich im SoFi-Stadium 1:36 Minute vor Schluss, als Byron Young Vikings-Quarterback Sam Darnold in dessen Endzone zu Fall brachte, für eine Safety und damit einen nicht mehr aufzuholenden Zehn-Punkte-Vorsprung der Rams sorgte. Problem: Young hatte Darnold beim Sack klar an seiner Gesichtsmaske gezogen. Die Flaggen blieben jedoch in der Tasche, der fällige Face-Mask-Call blieb aus.
"Der Quarterback hat in die von mir aus entgegengesetzte Richtung geschaut, deshalb hatte ich keine gute Sicht und habe ganz offensichtlich nicht gesehen, dass er an seiner Facemask gezogen wurde", erklärte Schiedsrichter Tra Blake nach der Partie. Genauso ging es seinem Kollegen Carl Paganelli. "Wir haben es nicht gesehen, also konnten wir es auch nicht ahnden."
Einen das Spiel womöglich ausgleichenden Touchdown-Drive aus der eigenen Endzone (samt erfolgreicher Two-Point-Conversion) hätte Darnold (18/25, 240 YDS, 2 TD) natürlich erst noch hinlegen müssen. Als Ausrede wollte der Quarterback die Fehlentscheidung in der Schlussphase daher auch nicht gelten lassen. "Wir müssen als Offensive konstanter spielen. Ich denke, wir hätten viel tun können, um uns gar nicht erst in dieser Situation wiederzufinden."
Dass der Sieg für die Rams, die als Außenseiter in die Partie gegangen waren, möglich war, lag zweifellos an der Rückkehr ihrer Top-Receiver, die die ganze Offensive umgehend auf ein neues Level hoben: Cooper Kupp (5 Receptions/51 Yards/TD) und Puka Nacua (7/106) meldeten sich nach Verletzungspausen von vier bzw. fünf Spielen zurück - und waren direkt wertvolle Anspielstationen für Quarterback Matthew Stafford, der 25 von 34 Pässen anbrachte und für 279 Yards und vier Touchdowns (bei einer Interception) warf. Zwei davon fing Demarcus Robinson, einen Running Back Kyren Williams.
Was den Rams auch half, war ein durchwachsener Auftritt der im bisherigen Saisonvorlauf so starken Vikings-Defense. Selbige hatte spät im zweiten Viertel allerdings auch den Ausfall von Left Tackle Christian Darrisaw zu verkraften, der sich am linken Knie verletzte.
"Sie haben unserem Team viel Energie und eine Riesenportion Selbstvertrauen gebracht", sagte Stafford, der in den ersten sechs Saisonspielen zusammen nur drei Touchdownpässe geworfen hatte. "Und das gilt nicht nur für die Offense. Ich weiß, dass auch die Defense es spürt, wenn diese Jungs draußen sind und Plays machen."
André Dersewski
Um Kupp hatten sich zuletzt Wechselgerüchte gerankt. Head Coach Sean McVay betonte, er hoffe, dass der Receiver auch nach der Trade Deadline am 5. November noch für die Rams spielt.
Erstmals haben die Rams in dieser Saison zwei Spiele in Folge gewonnen, mit einer Bilanz von 3-4 sind sie vor dem Divisions-Duell mit den Seattle Seahawks (4-3) wieder mittendrin im Playoff-Rennen der NFC West. Die Vikings stehen nach der zweiten Niederlage in Serie bei 5-2 und liegen damit auf Platz 2 der NFC North hinter den Detroit Lions (6-1).