vor 2 Stunden
Dart muss schon im ersten Viertel raus
Die L.A. Rams haben auf ihren enttäuschenden Saisonstart die passende Antwort gegeben. Gegen die Giants warf Matthew Stafford vier Touchdown-Pässe, während Davante Adams ohne Puka Nacua zur überragenden Figur wurde. New York verlor früh Jaxson Dart und fand mit Jameis Winston nie ins Spiel.

Eigentlich sollte dieser Abend Aaron Donald gehören. Nach zwei Jahren im Ruhestand stand der dreimalige Defensive Player of the Year erstmals wieder für die Rams auf dem Feld. Doch schon nach wenigen Minuten blickte das gesamte SoFi Stadium auf einen anderen Hoffnungsträger.
Jaxson Dart wurde bei einem Passversuch gleichzeitig von zwei Rams-Verteidigern getackelt. Sein linkes Knie knickte dabei unglücklich weg, der Quarterback griff sofort nach dem Bein. Zwar konnte Dart selbst vom Feld gehen, nach einer Untersuchung in der Kabine war sein Arbeitstag jedoch beendet. Die Giants mussten das restliche Spiel so mit Backup Jameis Winston bestreiten.
Auch L.A. ging offensiv geschwächt in die Partie. Puka Nacua fehlte mit Hüft- und Leistenproblemen, wodurch Davante Adams zur klaren Nummer eins im Passspiel wurde. Dieser Verantwortung wurde der erfahrene Receiver eindrucksvoll gerecht.
Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten fand Stafford den mittlerweile in seiner 13. NFL-Saison spielenden Adams über 31 Yards zum ersten Touchdown. Wenig später folgte eine 64-Yard-"Rakete" auf den 33-Jährigen, der bereits vor der Pause die Marke von 100 Receiving Yards durchbrach. Den zweiten Touchdown zum 14:0 legte Stafford mit einem kurzen Pass auf Kyren Williams nach.
New York blieb trotz des frühen Schocks zunächst in Reichweite. Nach einem umkämpften Fourth Down rückte Winston bis in die Red Zone vor. Dort suchte er Malik Nabers in enger Man Coverage gegen Trent McDuffie.
Schon diese Entscheidung an sich war riskant, der deutlich zu kurze Pass machte die Interception dann unvermeidbar. McDuffie positionierte sich vor New Yorks Nummer 1 und fing den Ball in der Endzone zum Turnover ab.
Stafford gab das Geschenk daraufhin sofort zurück. Gleich beim ersten Spielzug des folgenden Drives suchte er Adams tief, obwohl zwei Giants-Verteidiger in dessen Nähe standen. Jevón Holland fing den überambitionierten Pass ab. Innerhalb von zwei Snaps hatten beide Quarterbacks damit eine Interception produziert.
Winston und Co. konnten aber auch diese Chance nicht nutzen. Beim Third Down war Darnell Mooney eigentlich frei, doch der Dart-Backup warf den Ball ohne größeren Druck mehrere Meter zu kurz in den Rasen.
Erneut sprang die Giants-Defense ein. Beim ersten Spielzug des nächsten Rams-Drives schlug Holland den Ball aus den Armen von Williams und sicherte den Fumble selbst. New York übernahm nur elf Yards vor der Endzone - eine bessere Ausgangslage war kaum möglich.

Doch selbst dieses Geschenk reichte nicht zum Touchdown. Die Giants übergaben den Ball mehrmals an ihre Running Backs, ohne die Goal Line zu erreichen. Beim entscheidenden dritten Versuch drang ausgerechnet Donald ins Backfield ein und stoppte den Lauf. In seinem Comeback-Spiel wurde der Rückkehrer erstmals genau dann wichtig, als L.A. ihn brauchte.
Giants-Kicker Dominic Zvada verkürzte bei seinem ersten Field-Goal-Versuch in der NFL lediglich auf 3:14. Angesichts der Feldposition fühlten sich die drei Punkte allerdings wie die nächste vergebene Chance an. Harrison Mevis vergab unmittelbar vor der Pause noch einen Field-Goal-Versuch der Rams.
Die Giants-Defense hielt ihr Team nach der Pause zunächst weiter im Spiel. Von Winston kam jedoch keine Hilfe. Zwar erschwerte ihm die starke Rams-Defense mit ihrem Druck und ihrer engen Coverage den ungeplanten Einsatz, viele Fehler waren jedoch selbst verschuldet. Winston verfehlte wiederholt offene Receiver, traf schlechte Entscheidungen und führte New York kein einziges Mal in die Endzone. Sein Passer Rating von 17,2 spiegelte den Auftritt passend wider.
Stafford zeigte sich deutlich abgeklärter. Im dritten Viertel bediente er Adams über elf Yards zu dessen zweitem Touchdown. New York antwortete lediglich mit einem weiteren Field Goal von Zvada. Spätestens als Stafford im Schlussabschnitt auch Rookie-Tight-End Terrance Ferguson in der Endzone zum 28:6 fand, war die Partie entschieden.
Die Rams erzielten damit in jedem Viertel genau einen Touchdown. Nach dem offensiven Offenbarungseid gegen San Francisco präsentierte sich Stafford wieder wie ein amtierender MVP. Donald setzte bei seiner Rückkehr wichtige Akzente - und Adams bewies, dass er das Passspiel auch ohne Nacua tragen kann.
Stafford komplettierte 22 seiner 31 Pässe für 327 Yards, vier Touchdowns und eine Interception. Dart brachte vor seiner Verletzung drei von fünf Pässen für 20 Yards an. Winston kam auf 11/27 Pässe für 111 Yards, keinen Touchdown und eine Interception.
Der überragende Spieler war Adams mit acht Receptions für 195 Yards und zwei Touchdowns. L.A. produzierte insgesamt 481 Yards, während New York bei lediglich 182 Yards blieb. Außerdem verlor Williams bereits seinen achten Fumble seit 2023 - der höchste Wert eines Running Backs in diesem Zeitraum.
Beide Teams stehen nach zwei Spieltagen nun bei 1-1. New York empfängt in Week 3 die Tennessee Titans und hofft zuvor auf positive Nachrichten zu Darts linkem Knie. Für die Rams geht es in der Nacht auf Montag zu den Denver Broncos.
mhh