19.01.2026
New England gastiert nun in Denver
Fehler gehören zu einem jeden NFL-Spiel, das Divisional Matchup zwischen Patriots und Texans setzte aber noch einen drauf. Stolze acht (!) Turnovers unterliefen den Beteiligten, ehe sich New England um Quarterback Drake Maye mit 28:16 gegen Houston durchsetzte. Damit steht auch das AFC Championship Game fest: Die Pats gastieren nun bei den Denver Broncos.

Nach dem hochdramatischen 33:30 in der Overtime für die Denver Broncos gegen die Buffalo Bills samt bitterer Knöchelbruch-Diagnose für Quarterback Bo Nix wurde an diesem späten Sonntag (MEZ) der Playoff-Gegner beim anstehenden AFC Championship Game gesucht.
Im nasskalten Schneeregen in Foxborough mussten sich dabei die heimischen Patriots und Texans erst einmal warmwerfen, beide Offenses gingen direkt three-and-out. Dann aber setzte New England das erste Ausrufezeichen: Nach starken Läufen von Rhamondre Stevenson blieb Drake Maye beim vierten Versuch mutig und fand DeMario Douglas - als alle mit einem kurzen Play rechneten - über die Mitte für den 28-Yard-Touchdown zum 7:0.
Houston antwortete umgehend mit einem Big Play über Dalton Schultz, der nach einem freien Checkdown für 42 Yards Raumgewinn sorgte. In der Red Zone der Patriots war dann aber Endstation, denn ein möglicher Touchdown wurde wegen eines illegalen Shifts zurückgenommen - am Ende stand nur das Field Goal zum 3:7-Anschluss.
Danach wurde das Spiel komplett chaotisch: Maye fumbelte zunächst nach einem Hit beim Wurf, hatte aber Glück, dass der Ball von seinem Rookie-Tackle Will Campbell zurückgeholt wurde. Kurz darauf warf C.J. Stroud seine erste Interception auf Carlton Davis. New England konnte das Momentum jedoch nicht nutzen - Maye verlor direkt im nächsten Drive erneut den Ball, diesmal nach einem Scramble beim Versuch, ein neues First Down zu erreichen. Und diesmal schnappten die Texans sich das Leder.
Im zweiten Viertel kippte das Spiel endgültig in Richtung Wahnsinn - und Stroud stand dabei im Mittelpunkt. Erst brachte Houston die einzig wirklich saubere Offense-Sequenz des Tages aufs Feld: Gegen einen Zero Blitz hielt der Texans-QB stand und fand Christian Kirk zum Touchdown - plötzlich führten die Texans mit 10:7.
mhh, mag
Doch die Antwort der Patriots kam sofort, und sie kam über die Defense. K'Lavon Chaisson zwang Stroud zu einem völlig verunglückten Wurf, Marcus Jones fing ab und trug den Ball direkt zum Pick-Six in die Endzone. Das Stadion in Foxborough explodierte, New England war wieder vorne (14:10) - und Strouds Spiel begann komplett zu bröckeln.
Nach bereits einer Interception und fünf (!) Fumbles - zwei davon verloren - beim Wild-Card-Triumph in Pittsburgh (30:6) entfachte sich ein regelrechter Playoff-Horror für den Second Overall Pick im NFL Draft 2023. Angefangen mit einer weiteren Interception, diesmal gesichert von Craig Woodson. Die Pats-Offense brauchte zwar einen Moment, um den Vorteil auch in Punkte zu verwandeln, fand aber ihren Drive: Maye setzte erst Kayshon Boutte zweimal tief in Szene, dann vollendete Stefon Diggs mit seinem TD-Catch zum 21:10.

Houston bekam danach noch einmal die Chance, vor der Pause zurückzukommen - doch es war wieder Davis zur Stelle: Stroud warf hier seine bereits vierte (!) Interception der ersten Hälfte direkt in die Coverage. New England konnte daraus zwar keine weiteren Punkte machen, doch das Spielgefühl war klar: Die Hausherren kontrollieren den Abend, während Stroud und die Texans-Offense im Schneeregen komplett den Faden verlieren.
Auch Maye blieb dabei nicht fehlerfrei: Er verlor im ersten Abschnitt gegen die abliefernde und schon in der gesamten Regular Season äußerst gefürchtete Texans-Abwehr mehrfach den Ball und ging mit insgesamt drei Fumbles (ein Ballverlust) sowie einer Interception nach seinem Hail-Mary-Versuch mit dem letzten Play vor der Pause in die Halbzeit. Trotzdem war der Unterschied zur anderen Seite deutlich - zu deutlich, weil Houstons Quarterback nach 30 Minuten bei 10/26 erfolgreichen Pässen und eben stolzen vier Picks stand.
Houston kam nach der Halbzeit zwar mit mehr Struktur aus der Kabine und verkürzte direkt: Nach einem starken Pass auf Xavier Hutchinson bewegten sich die Texans erstmals konstant nach vorne, in der Red Zone stoppte Marcus Jones dann allerdings den Drive - statt Touchdown gab’s nur das Field Goal zum 13:21.
New England bekam offensiv derweil keinen Rhythmus, Pass Rusher Will Anderson schlug erneut zu und erzwang mit einem Strip-Sack den vierten Fumble von Maye - Houston übernahm in bester Feldposition an der Patriots-33. Die Texans hatten damit die Chance, das Spiel auszugleichen, scheiterten aber wieder an sich selbst: Nick Chubb verlor den Ball nach einem starken Punch-Out von Christian Gonzalez, Craig Woodson sicherte den Fumble. Foxborough atmete in diesem Turnover-Hagel kurz durch - Punkte gab es trotzdem keine.
Auch auf der anderen Seite nicht - zumindest nicht genug. Die Texaner konnte hier nur auf 16:21 herankommen. Das Spiel war damit wieder zwar ein One-Score-Game, aber weiterhin eines, das weniger von Drives lebte als von der Frage: Wer hält endlich den Ball fest?
New England eröffnete das finale vierte Viertel mit dem bislang saubersten Drive des Abends - und belohnte sich: Maye brachte die Offense mit einem schönen Pass auf Austin Hooper in Bewegung, anschließend half eine Pass Interference gegen Derek Stingley beim nächsten dritten Versuch.
Dann kam der Moment, der das Spiel endgültig auf die Seite der Hausherren zog: Maye zielte erneut Richtung rechte Seite - und Kayshon Boutte lieferte den Catch des Spiels. Mit nur einer Hand pflückte er den Ball über Stingley hinweg aus der Luft und verwandelte den Wurf in einen 32-Yard-Touchdown. Ein spektakulärer One-Hander - und die Entscheidung.

Houston fand nach dem Boutte-Touchdown nicht mehr zurück. Beim nächsten 3rd&6 verfehlte Stroud vielmehr sein Ziel, die Texans mussten punten - und verloren wertvolle Zeit.
Ein starker Punt drückte New England anschließend zwar noch einmal tief an die eigene Endzone, doch die Gastgeber lieferten genau das, was dieses Wetterspiel verlangte: Kontrolle. Rhamondre Stevenson trug seine Farben mit vier Läufen in Folge aus der Gefahrenzone, später hielt Maye den Drive mit einem 14-Yard-Pass auf Diggs am Leben. Punkte sprangen nicht mehr heraus, dafür nahm New England entscheidende sechs Minuten von der Uhr.
Als Houston mit weniger als sechs Minuten Zeit erneut den Ball bekam, machte ein Sack von Khyiris Tonga den Deckel drauf - Houston puntete bei 4th&18 quasi zur Niederlage. Denn damit lief die Zeit endgültig aus, die Pats spielten die letzten Augenblick souverän zu Ende.
Für die Texans platzte damit erneut der Traum vom ersten Championship-Game-Einzug der Franchise-Geschichte. Die Patriots hingegen zogen zum ersten Mal seit 2018 wieder im AFC Championship Game ein - und bleiben mit Maye, der schon jetzt als legitimer Nachfolger von Legende Tom Brady gilt, auf Super-Bowl-Kurs. Nächster Halt: das AFC-Finale in Denver.