24.08.2025
Wildcard Krimi in Kopenhagen
Nordic Storm zieht mit einem 28:23-Sieg über Rhein Fire in die nächste Runde der European League of Football Playoffs ein. Vor heimischem Publikum in Kopenhagen war es eine Partie voller Big Plays, verpasster Chancen und kurioser Szenen - am Ende jubelten die Hausherren über einen historischen Erfolg.

Die Wildcard-Runde der ELF versprach Spannung - und sie hielt ihr Versprechen. Rhein Fire reiste als Titelverteidiger nach Dänemark, während Nordic Storm in ihrem ersten Playoff-Heimspiel überhaupt für Furore sorgen wollten. Gleich zu Beginn entwickelte sich ein Schlagabtausch mit langen Touchdowns und spektakulären Aktionen. Am Ende war es aber die Kaltschnäuzigkeit von Quarterback Jadrian Clark, die den Unterschied machte.
Kopenhagen setzte früh das erste Ausrufezeichen. Nach einem starken Kickoff-Return von Edvin Almeida startete der erste Drive bereits tief in Rhein Fires Hälfte. Quarterback Jadrian Clark bediente Adria Botella Moreno in der hinteren rechten Ecke der Endzone - perfekter Ball, Touchdown, 7:0 Storm. Den Extrapunkt verwandelte der 53-jährige Ola Kimrin, einst NFL-Kicker und längst eine Kultfigur.
Rhein Fire zeigte jedoch sofort eine Antwort: Running Back Jonathan Scott fand eine Lücke hinter exzellenten Blocks seiner O-Line und Receiver, sprintete 69 Yards nahezu unberührt in die Endzone - 7:7 nach nur einem Spielzug.
Die Defenses fanden nun besser ins Spiel. Nordic Storm arbeitete sich mit vielen kurzen Pässen nach vorn, doch ein Sack von Janek Wenke stoppte den Drive. Beim 4th & 18 riskierte Clark den tiefen Pass in die Endzone - dieser fand keinen Abnehmer, Turnover on Downs.
Rhein Fire nutzte das Momentum, orchestriert von Neu-OC Rohat Dagdelen, doch nach einem Sack von Defensive Lineman Mads Nielsen reichte es nur zum Field Goal von Sebastian van Santen - 10:7 Rhein Fire.
Die Antwort kam prompt: Ein tiefer Pass von Clark auf Almeida brachte die erneute Führung für die Mannschaft aus Kopenhagen, der Extrapunkt wurde jedoch geblockt. Rhein Fire kämpfte sich im Anschluss wieder bis in die Redzone, doch hier konnte man nur mit einem Field Goal auf 13:13 ausgleichen.
Kurz vor der Pause folgte die nächste Schlüsselszene: Nach einem zurückgepfiffenen Kickoff Return Touchdown brachte Clark sein Team erneut in die Redzone. Bei 4th & Goal fand er fünf Sekunden vor der Halbzeit Simon Føns zum 20:13-Halbzeitstand.
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Die zweite Hälfte begann chaotisch. Jonathan Scott fumbelte im ersten Play, doch Rhein Fire rettete den Ball. Wenig später traf Van Santen aus der Distanz zum 16:20.
Nordic Storm versuchte, mit einem Field Goal zu antworten, doch der Kick wurde geblockt. Auch der nächste Field Goal Versuch von Rhein Fire wurde geblockt - die Special Teams prägten diese Phase und hielten das Spiel offen.
Mit Beginn des vierten Viertels hatte Nordic Storm mehrfach die Chance, die Führung auszubauen. Clark suchte immer wieder Receiver Brendan Beaulieu, der nach einem Trikotriss kurioserweise mit der Nummer 81 weiterspielte. Doch bei 4th & Goal von der 10 Yard Linie blieb der Pass unvollständig - Turnover on Downs, die Hausherren konnten ihre Führung von 20:16 nicht weiter ausbauen.
Als Rhein Fire im Gegenzug nur punten konnte, übernahmen die Dänen erneut die Kontrolle. Ein langer Drive brachte den Ball kurz vor die Endzone. Nach der Two Minute Warning vollendete Running Back Armand Soulerot mit einem kurzen Lauf zum Touchdown. Die anschließende Two Point Conversion fing Beaulieu sicher - 28:16 Storm.
Mit 1:49 auf der Uhr bekam Rhein Fire noch einmal den Ball. Fünf Sekunden vor Schluss warf Quarterback Chad Jeffries einen Verzweiflungsball in die Endzone, den Harlan Kwofie spektakulär mit mehrfachem Nachfassen zum Touchdown sichern konnte. Nach dem erfolgreichen Extrapunkt stand es 28:23. Der anschließende Onside Kick misslang jedoch. Damit war die Partie entschieden - Nordic Storm siegt 28:23.
Nordic Storm gelingt die Sensation: Das junge Franchise wirft in seinem ersten Jahr in der ELF den amtierenden Champion Rhein Fire mit 28:23 aus den Playoffs. Ein starker Clark, Big Plays seiner Receiver und ein kompromissloser Auftritt in den entscheidenden Momenten machten den Unterschied. Für Rhein Fire endet die Titelverteidigung früh - während die Nordic Storm mit breiter Brust nach Wien fahren. Dort warten im Halbfinale die Vienna Vikings.