13.01.2025
NFL, Wild Card Round 2025: Philadelphia erspielt sich weiteres Heimspiel
Am Sonntag kam es in den NFL Playoffs zum Traditionsduell zwischen den starken Philadelphia Eagles (14-3) und den gegen große Team strauchelnden Packers (11-6). Diese Schwächephase Green Bays setzte sich direkt fort - davon konnte sich bei der verdienten 10:22-Niederlage auch nicht wieder erholt werden.

Bereits zum Saisonauftakt in Week 1 hatten sich diese beiden Traditionsteams der National Football League gesehen - in Brasilien bei einem spannenden Schlagabtausch zugunsten der Eagles (34:29) samt Jordan-Love-Verletzung. Seither hatte sich viel verändert - vor allem in Philadelphia, wo sich das Team von Head Coach Nick Sirianni (seit 2021 im Amt) zu einem echten Powerhouse aufschwang. Green Bay qualifizierte sich zwar selbst souverän für die Playoffs, offenbarte während der Regular Season aber immer wieder Probleme besonders gegen besser eingeschätzte Teams.
Das änderte sich auch zu Spielbeginn dieses Wild-Card-Matches nicht, vielmehr starteten die Packers denkbar schlecht. Schon beim ersten Spielzug - einem Return von Speedster Keisean Nixon - ging der Ball verloren. Den Fumble eroberte für das Schiedsrichtergespann Philly (eine fragwürdige Entscheidung) - und wenig später fand Eagles-Quarterback Jalen Hurts Receiver Jahan Dotson für den 11-Yard-Touchdown zur 7:0-Führung nach nicht mal zwei Minuten.
Doch damit noch lange nicht genug aus Sicht von "The Pack", dessen Offense in den gesamten ersten 30 Minuten überhaupt nicht in Schwung kam - und dazu auch noch Top-O-Liner Elgton Jenkins verletzungsbedingt verlor. Lediglich sechs First Downs und 101 Total Yards standen nach den ersten 30 Minuten zu Buche - und dazu neben dem anfänglichen Fumble von Nixon auch noch zwei Interceptions von Spielmacher Love, der zuletzt wochenlang fehlerfrei geblieben war. Bei der ersten fing Star-Cornerback Darius Slay überragend ab, bei der zweiten entschied sich der Quarterback schlicht falsch und servierte Linebacker Zack Baun den Pick.
Und als beim einzigen ordentlichen Drive auch noch der mitten in der Saison verpflichtete und äußerst zuverlässige Packers-Kicker Brandon McManus aus eigentlich "einfachen" 38 Yards verschoss, konnte bereits von einem verhexten Spieltag die Rede sein. Auch Running Back Josh Jacobs gelang kaum etwas.
Verloren war das Spiel aber lange nicht, weil im Umkehrschluss Philadelphia im heimischen Lincoln Financial Field viel zu wenig Kapital aus dem offenen Angebot der Käsestädter schlug. Nur sieben First Downs von Spielmacher Hurts und Star-Running-Back Saquon Barkley, die zusammen knapp über 100 Total Yards bis zur Pause produzierten, waren schlicht zu wenig. Und so stand es zur Hälfte der Spielzeit "nur" 10:0 für Philly.
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Der dritte Abschnitt wurde bittererweise dominiert von Verletzungen, so verlor Love in seinem Waffenarsenal gleich zwei gesetzte Receiver - Romeo Doubs und Jayden Reed. Und als nach einem starken Drive über zwölf Plays und 76 Yards Ersatzmann Malik Heath einen starken Pass seines QBs links in der Endzone nicht zum Touchdown fing, war der Verlust der beiden spürbar. So sprang letztlich nur das Field Goal - die ersten Punkte von Green Bay - zum 3:10-Anschluss heraus.
Anders die Antwort der endlich offensiv auch wieder aufgewachten Eagles, die sich mit drei Hurts-Zuspielen über 68 Yards zur Endzone durcharbeiteten. Am Ende fing hier Tight End Dallas Goedert das Ei und rannte über 24 Yards zum Touchdown durch - dabei wurde Gegenspieler Carrington Valentine (Cornerback) gleich mehrmals mit dem "Stiff Arm" zur Seite geschoben. Weil aber Kicker Jake Elliott den Extrapunkt "versemmelte", stand es nur 16:3. Und wenig später unter anderem nach einem famosen Rush von Green Bays Läufer Jacobs über 32 Yards samt TD-Rush über ein Yard nur noch 10:16. Das fast komplette vierte Viertel war hier noch zu spielen.
Es sollte aber nicht mehr für einen Comeback-Sieg reichen, was auch mit den fehlenden wichtigen Spielern zu tun hatte (in der Defense brach im Verlauf etwa auch Linebacker Quay Walker weg). Doch besonders die Ausfälle im Angriff schmerzten - was sich erneut auch zeigen sollte. So verpasste Receiving-Ersatzmann Heath bei Fourth Down einen wichtigen Catch, er landete dabei mit einem Fuß im Seitenaus - auch Läufer Jacobs fehlte hier neben Reed und Doubs angeschlagen. Daraus schlugen die Gastgeber Kapital in Form eines Field Goals - die endgültige Entscheidung.
Denn mit nur noch einer Auszeit und etwas mehr als drei Minuten auf der Uhr war der Druck und die Hektik groß. Center Josh Myers verletzte sich beim Stand von 10:22 zudem - und Spielmacher Love wurde gleich mal zum Start der finalen Phase mit einem Sack versehen. Kurz darauf - in der Offense befanden sich zu diesem Zeitpunkt nur noch fünf etatmäßige Starter um Spielmacher Love - gelang zwar noch ein ordentlicher Drive. Hier wollte der Quarterback der Gäste aber den weiten Touchdown-Pass auf Ersatz-Receiver Bo Melton erzwingen - und leistete sich dabei als "runden" Abschluss seine dritte Interception dieses Tages. Rookie-Cornerback Quinyon Mitchell fing ab.
So konnten die Eagles unter dem tosenden Applaus der eigenen Fans die Uhr endgültig ausspielen und sich neben dem verdienten 22:10-Erfolg über den Einzug in die Divisional Round freuen. Dort wartet auf Philadelphia um Spielmacher Hurts (167 Total Yards, zwei TDs) und Running Back Barkley (25 Carries für 119 Yards) erneut ein Heimspiel - entweder geht es gegen die Tampa Bay Buccaneers, die Los Angeles Rams oder die Minnesota Vikings. Für Green Bay, das erneut nicht gegen ein stark eingeschätztes Team gewinnen konnte (Bilanz von 2-6 gegen für die Playoffs qualifizierte Teams in dieser gesamten Spielzeit), war dagegen Wunden lecken angesagt - etwa auch bei Spielmacher Love nach dessen überschaubarem Auftritt (212 Yards, drei Int.).