vor 22 Stunden
Hurts und Co. historisch schwach
Die Los Angeles Rams haben eine lange fehlerhafte Vorstellung gerade noch in einen 24:20-Sieg bei den Philadelphia Eagles verwandelt. Kyren Williams erzielte im Schlussviertel zwei Touchdowns, während Philadelphias Offense nach der Pause vollständig verstummte.

Lange sah es danach aus, als würde sich die frühe Saisonkrise der Rams weiter verschärfen und beim Gastspiel in Philadelphia zum Abstürzen auf 1-3 führen. Matthew Stafford warf zwei Interceptions, L.A. blieb im dritten Viertel ohne Punkte und die heimischen Eagles führten trotz zahlreicher Ausfälle bereits mit 20:10. Doch genau in dem Moment, als das Spiel endgültig zu entgleiten drohte, fanden die Rams einen Weg.
Dabei hatte das Spiel für Stafford wie bereits angerissen denkbar schlecht begonnen: Bereits in seinem ersten Drive geriet ein Pass auf Wide Receiver Konata Mumpfield deutlich zu weit. Phillys Safety Andrew Mukuba fing den Ball ab und trug ihn bis an die 28-Yard-Linie der Rams zurück.
Die Eagles konnten das Geschenk allerdings nur in ein Field Goal zum 3:0 verwandeln. Außerdem verloren sie früh ihre wichtigste Offensivwaffe: Saquon Barkley verletzte sich bei seinem zweiten Lauf am Oberschenkel und kehrte nicht mehr zurück.
Nach dem Ausgleich durch ein Field Goal von Harrison Mevis stellte Eagles-Kicker Jake Elliott aus 56 Yards auf 6:3 für Philadelphia. Wenig später sorgten die Special Teams der Gastgeber dann für das erste große Ausrufezeichen: Britain Covey trug einen Punt über 41 Yards bis an die 17-Yard-Linie der Rams zurück.
Zwei Spielzüge später wagte Jalen Hurts den tiefen Pass in die Endzone. Eigentlich schien Rams-Safety Quentin Lake die bessere Position für eine Interception zu besitzen - doch Darius Cooper bekam den abgefälschten Ball in der Luft irgendwie unter Kontrolle und verwandelte den riskanten Wurf in einen spektakulären Touchdown zum 13:3.

Stafford antwortete mit seinem besten Drive der ersten Hälfte: Ein gefühlvoller Pass auf Tyler Higbee brachte Los Angeles bis kurz vor die Endzone, ehe Puka Nacua bei einem Jet Sweep unberührt zum 10:13 einlief.
Unmittelbar vor der Pause folgte jedoch der nächste Rückschlag: Michael Carter II verhinderte einen Catch von Nacua, Eagles-Cornerback Cooper DeJean fing den abgefälschten Pass von Stafford zum Turnover ab. Es war schon die sechste Interception des Vorjahres-MVP in dieser noch jungen Regular Season. Eine Pass-Interference-Strafe gegen Trent McDuffie brachte Philadelphia anschließend bis an die Zehn-Yard-Linie. Drei Sekunden vor der Pause fand Hurts erneut Cooper - 20:10.
Nach dem Seitenwechsel kam das Spiel dann offensiv nahezu vollständig zum Erliegen. Stafford verpasste den freistehenden Davante Adams, Mevis setzte ein Field Goal aus 48 Yards links vorbei und mehrere Rams-Drives scheiterten an Strafen oder ungenauen Pässen.
Auch die Eagles ließen zahlreiche Möglichkeiten liegen. So wurde Hurts bei einem Sneak - an sich seine Spezialdisziplin mit der Offensive Line - im vierten Versuch gestoppt. L.A. gab den Ball jedoch umgehend per Turnover-on-downs zurück. Später marschierte das Team von Head Coach Nick Sirianni bis an die Zwei-Yard-Linie, entschied sich bei ihrer Zehn-Punkte-Führung gegen das Field Goal - und scheiterte erneut im vierten Versuch. Die Vorentscheidung auf den sichergeglaubten Sieg wurde so immer wieder verpasst.
Und so öffnete sich den Rams doch noch die Tür. Stafford führte sein Team über 98 Yards, Nacua fing dabei einen Pass über 32 Yards und Kyren Williams verwandelte aus kurzer Distanz zum 17:20.
Philadelphias Antwort bestand aus drei Spielzügen und einem Punt. Noch etwa drei Minuten blieben Stafford - und plötzlich war vom vorherigen Frust nichts mehr zu spüren. Nacua und Higbee bewegten die Ketten, ehe Williams 70 Sekunden vor Schluss mehrere Verteidiger abschüttelte und sich über sieben Yards beeindruckend zum entscheidenden Touchdown in die Endzone tankte.
Auch danach blieb eine letzte Reaktion der Gastgeber aus. Hurts wurde im abschließenden Drive zweimal zu Boden gebracht, ehe auch sein verzweifelter Pass bei 4th&25 unvollständig blieb. Philadelphia hatte nach ihrer 20:10-Pausenführung keinen einzigen weiteren Punkt mehr gemacht. L.A. dagegen gelang nach den letzten frustrierenden Wochen ein tolles Comeback und verschaffte sich so enorm wichtiges Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben.
Matthew Stafford: 32/51 Pässe, 316 Yards, 0 TD, 2 INT
Jalen Hurts: 12/27 Pässe, 93 Yards, 2 TD, 0 INT
Kyren Williams: 16 Läufe, 80 Yards, 2 TD; 10 REC, 66 Yards
Puka Nacua: 9 REC, 125 Yards; 1 Rushing-TD
Darius Cooper: 3 REC, 33 Yards, 2 TD
Total Yards: Rams 415, Eagles 180
Third Downs der Eagles: 0 von 12
Punkte nach der Pause: Rams 14, Eagles 0
Beide Teams stehen nun bei 2-2. Die Rams empfangen in Week 5 die Buffalo Bills (3-1) zum Monday Night Football. Philadelphia reist zum London Game gegen die Jacksonville Jaguars (3-1) - womöglich ohne den verletzten Barkley.
mhh