12.01.2026
San Francisco verliert Leistungsträger Kittle
Die San Francisco 49ers haben trotz eines weiteren Ausfalls und einiger eigener Fehler ein Ausrufezeichen gesetzt. Beim amtierenden Super-Bowl-Champion Philadelphia erreichten die Kalifornier nach Rückstand einen 23:19-Erfolg. Mann des Tages: Christian McCaffrey. Als Lohn für den Coup gibt es ein Wiedersehen mit NFC-Rivale Seattle.

Mit einem bärenstarken Drive waren die 49ers ins NFC-Duell bei den Eagles gestartet. Mit sechs Plays über stolze 76 Yards arbeiteten sich Quarterback Brock Purdy und Allzweckwaffe Christian McCaffrey mit ihren Kollegen nach vorn, ehe am Ende Wide Receiver Demarcus Robinson den Touchdown für zwei Yards eintütete.
Diese 7:0-Führung direkt zum Auftakt dieses vierten Wild-Card-Spiels in diesen bislang verrückten und vor allem hochspannenden NFL Playoffs 2026 sollte allerdings für längere Zeit der einzige offensive Lichtblick der Gäste aus Kalifornien bleiben. Bei extrem windigen Bedingungen unterliefen Spielmacher Purdy vielmehr nach Fehlentscheidungen ein Fumble (so kam kein Field Goal mehr zustande) und eine Interception.
Obendrein mussten die Niners zwischenzeitlich den herben Ausfall von Tight End George Kittle verkraften. Der Anker und Publikumsliebling musste mit dem Verdacht auf einen Achillessehnenriss abtransportiert werden - die nächste große Verletzung in einer von Verletzungen durchzogenen Spielzeit (u.a. Nick Bosa).
Auf zwei Dinge konnte sich San Fran (als #6 in die NFL-Endrunde gekommen) aber verlassen: Die eigene junge und ebenfalls mit vielen Ausfällen ausgestattete Defense wusste die Eagles-Offense immer wieder zu stoppen - und Philadelphia Angriff fand eben im Umkehrschluss kaum Lösungsansätze. Lediglich Ende des ersten Viertels und Anfang des zweiten Quarters glückten Philly zwei Touchdown-Drives - jeweils abgeschlossen mit einem Score von Tight End Dallas Goedert (Rush über ein Yard und TD-Catch für neun Yards).
Weil aber Kicker Jake Elliott hier einmal einen Extrapunkt versäbelte und später nach der Pause immerhin ein Field Goal aus 41 Yards versenkte, brachten die Eagles vor einem ungeduldigen und immer wieder auch das eigene Team auspfeifenden Publikum selbst nur 16 Punkte zustande. Gepaart mit einem erfolgreichen Schuss von San Franciscos Kicker Eddy Pineiro (36) fiel die Führung nur knapp aus - nach langanhaltendem 13:10 eben nach Elliotts Field Goal 16:10.
mag
Das führte übrigens nicht nur zu Unkenrufen von den Rängen im Lincoln Financial Field: Weil zwischenzeitlich Top-Receiver A. J. Brown (am Ende des Tages nur drei Catches für magere 25 Yards) gleich zwei präzise Würfe seines Quarterbacks Jalen Hurts nicht fangen konnte, ging ihn draußen sein Head Coach Nick Sirianni kurz verbal an.
Der Frust wurde nur noch größer, als die 49ers im vierten Quarter mit einem Trick Play zum Erfolg kamen. Nach der Ballübergabe täuschte der einen Bogen laufende Receiver Jauan Jennings einen Run nach draußen an, ehe er zum Quarterback mutierte und für stolze 29 Yards CMC rechts in der Endzone fand. Das 17:16 für die Gäste aus dem Sonnenstaat Kalifornien war die Folge.
Doch nicht nur das: Der amtierende Champion wusste selbst darauf nur zu punten, dann nach einer weiteren Interception von Niners-Spielmacher Purdy (18/31, 262 Yards, zwei TDs, zwei Int., Fumble) nur ein Field Goal zum 19:17 zu verwandeln. Bis hin zur absoluten Crunchtime, als McCaffrey am Ende eines finalen tollen Drives (zehn Plays, 66 Yards) mit seinem zweiten Score des Tages das 23:19 eintütete. Daraufhin versuchten die Eagles zwar nochmals alles bei nur noch wenig Zeit auf der Uhr, kamen auch trotz eines weiteren Drops von Brown bis an die Endzone heran. Dort aber konnte die wirklich stark eingestellte San-Fran-Notabwehr den letzten Pass von Quarterback Hurts (20/35, 168 Yards, ein TD, keine Fehler) abfälschen und so den 23:19-Sieg sichern.

Der Lohn: San Francisco 49ers um Robinson (111 Yards, ein TD) und natürlich McCaffrey (114 Total Yards, zwei Scores) zog eine Playoff-Runde weiter - und sicherte sich damit in einer Woche in der Divisional Round auswärts das bestens bekannte Duell mit NFC-West-Rivale Seattle Seahawks, eine Wiederholung des Regular-Season-Entscheidungsspiels aus Week 18 also (3:13 damals). Die Reise endete derweil jäh für den amtierenden NFL-Champion aus Philadelphia, eine anvisierte Rückkehr in den Super Bowl mit Stars wie Saquon Barkley (26 Carries für 106 Yards oder Cornerback Quinyon Mitchell (sackte beide Interceptions ein) verpuffte somit.
Auch das zweite Divisional Game in einer Woche stand mit dem Sieg San Franciscos fest: So bekommen es die Chicago Bears nach ihrem famosen Comeback gegen die Packers mit den Los Angeles Rams zu tun.