01.12.2025
Rodgers blutet und schüttelt den Kopf
Das Krisenduell zwischen den Pittsburgh Steelers und Buffalo Bills förderte zwei unterschiedliche Hälften ans Tageslicht - und am Ende einen klaren Sieg für das Team um Star-Quarterback Josh Allen. Enttäuschte Gesichter derweil in der "Steel City".

Durch das jüngste 28:31 bei den Chicago Bears, die durch die äußerst überraschende Rams-Niederlage bei den Carolina Panthers (28:31) neues Top-Team der gesamten NFC sind nach dieser Week 13, hatten die Pittsburgh Steelers die Tabellenspitze der AFC North verloren.
Weil aber die zuletzt aufbegehrenden Baltimore Ravens an Thanksgiving gegen die Cincinnati Bengals um den erfolgreich zurückgekehrten Star-Quarterback Joe Burrow leer ausgegangen waren (14:32), ergab sich für die zuletzt viermal in sechs Partien als Verlierer vom Feld gegangene "Steel City" direkt wieder die Chance auf den Turnaround - und das mit Oldie-Quarterback Aaron Rodgers. Der inzwischen 41-Jährige hatte sich schließlich nach mehreren Fraktur am linken Handgelenk rechtzeitig für dieses Krisenduell mit den Buffalo Bills - zwei aus drei in den Sand gesetzt - zurückgemeldet ("Alle Systeme auf Grün").
Doch auch mit "A-Rod" als Anführer brauchten die Gastgeber im Acrisure Stadium reichlich Zeit, um erstmals richtig reinzukommen. Nach drei Drives mit Punt am Ende lief es Mitte des zweiten Quarters rund - unter anderem mit Würfen auf Top-Receiver DK Metcalf für 14 Yards und Allzweckwaffe Kenneth Gainwell für 17 Yards. Running Back Jaylen Warren machte hier am Ende aus einem Yard alles klar und brachte seine Farben mit einem Touchdown samt Extrapunkt in Front - 7:0.
Warum 7:0? Weil die Gäste aus dem US-Bundesstaat New York ebenfalls mächtig Anlaufzeit benötigten. Angefangen mit einer frühen Interception von Star-Quarterback Josh Allen beim ersten Drive (abgefangen von Cornerback Brandin Echols), zwei Punts und einem verlorenen Fumble von Top-Läufer James Cook. Diese großen Fehler passten ins Bild der zuletzt nicht mehr sonderlich sauber geölten Bills.
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Weil zudem kurz vor der Pause bei 4th&3 auch noch ein False Start passierte, musste Kicker Matt Prater aus 27 Yards ran - und verwandelte immerhin zum 3:7-Pausenstand. Auftrumpfen konnte allen voran Aushängeschild Allen (sechs von zwölf Pässen für magere 51 Yards bei einer Interception) mit seiner Offense aber nicht. Lediglich Running Back Cook lief ein wenig heiß mit 81 Yards, hatte sich aber zwischendurch eben auch den Fumble erlaubt.
Direkt zu Wiederbeginn - Pittsburgh durfte starten - wendete sich das Blatt in dieser hart geführten und auch mit ständigem Trash Talk sowie Schubsereien gefüllten Partie allerdings. Angefangen mit einem Sack von Pass Rusher Joey Bosa gegen Rodgers, der dabei das Ei verlor und mitansehen musste, wie sich Cornerback Christian Benford die Kugel schnappte und sie zur 10:7-Führung in die gegnerische Endzone trug. Doch damit nicht genug: Bei der Aktion verletzte sich "A-Rod" an der Nase, die oberflächlich blutete.

Deshalb lief fortan zunächst Ersatzmann Mason Rudolph auf - und warf bei einem insgesamt katastrophalen Drive gleich mal eine Interception. Abgefangen von Benford, der damit nach seinem Fumble Recovery Touchdown innerhalb kürzester Zeit direkt das nächste Big Play verbuchte. Und damit zugleich einen guten Drive mit Cook-Läufen und Touchdown-Pass von Allen auf Keon Coleman in die Wege leitete. Erneut hatten die Bills hier einen vierten Versuch ausgespielt, nun aber mit Erfolg zum 16:7.
Durch diese Zwei-Score-Führung auf der Habenseite hatten die Gäste diese Partie auf jeden Fall gedreht und auf den Kopf gestellt. Da half für den Moment auch Rodgers' Rückkehr nichts, zumal die Truppe aus Pennsylvania direkt wieder zum Punt ansetzen musste. Das eigene Lauf- und Passspiel funzte nicht - gegen Ende des dritten Viertels hatte die gesamte Offensivabteilung noch keine 100 (!) Yards gesammelt.
Nicht viel rosiger ging es weiter. Während die Offense der Gastgeber weiterhin stagnierte und am Ende auch einmal kurz vor der Endzone ein Fourth Down nicht konvertiert bekam, stapelten die Mannen aus Buffalo noch zwei Scores zum am Ende deutlichen 26:7 aufeinander. Einmal lief dabei Spielmacher Allen (123 Yards, zwei Total TDs, eine Interception) über sieben Yards mit fleißiger Unterstützung seiner Kollegen, die drückten, zum Touchdown. Und nach einem an der Uhr schraubenden Drive über 14 Plays, 72 Yards und mehr als neun (!) Minuten verwandelte Kicker Prater zum 26:7-Endstand aus 37 Yards. Am Ende war es demnach eine Abreibung für Pittsburgh um Rodgers (117 Yards, kein Score, ein Fumble).
Zumal vor allem das Laufspiel der Bills um Antreiber Cook (32 Carries für 144 Yards) funktionierte und das Team den Steelers insgesamt 249 (!) Rushing Yards einschenkte. So viel hatte das stolze Pittsburgh (6-6) im Acrisure Stadium (seit 2001, früher als Heinz Field bekannt) noch nie hinnehmen müssen. Zugleich der höchste Negativwert der Franchise-Geschichte seit 1975. Zu allem Überfluss blieb durch diese Niederlage AFC-North-Platz 1 in den Händen Baltimores, während das bei 8-4 stehende Buffalo die eigenen Chancen auf die Endrunde wieder merklich verbesserte.
Ganz nebenbei erreichte Allen mit seinem Touchdown Rush bereits seinen 76. erlaufenen Score in seiner NFL-Karriere. Mehr hatte bis dato nie zuvor ein Quarterback geschafft. Bisheriger Rekordmann: Cam Newton (ehemals Carolina Panthers).