02.11.2025
Indianapolis stolpert vor Berlin Game
Die bisher so starke Offense der Indianapolis Colts erlebte bei den Steelers einen Auftritt zum Vergessen. Insgesamt fünf Turnover, darunter drei Interceptions vom bis dato so starken wie überraschenden Quarterback Daniel Jones, ließen die Siegchancen der Colts auf Null sinken. Für die Steelers erlief Jaylen Warren zwei Touchdowns beim 27:20-Heimsieg.

Die Frage vor dieser heiß erwarteten Partie war, ob die zuletzt wenig gefährliche Steelers-Offense mit dem bärenstarken Angriff der Gäste mithalten kann. Zunächst sah es nicht so aus: Pittsburgh musste nach einem Drop von Tight End Jonnu Smith schnell wieder vom Feld, die Gäste aus Indianapolis marschierten dagegen vor allem mit zwei weiten Pässen von Quarterback Daniel Jones zu Wide Receiver Alec Pierce bis an die Endzone der Steelers.
Zweimal wurde ein vierter Versuch erfolgreich ausgespielt, zuletzt durch einen Sneak in die Endzone zur 7:0-Führung von Jones selbst.
Ein schnelles Three & Out der Steelers schien die Partie frühzeitig zu kippen, bevor Returner Josh Downs den folgenden Punt berührte und nicht kontrollieren konnte. Nickelback Brandin Echols sicherte den Ball, im Gegensatz zu den Gästen reichten hier vier Versuche aber nicht für Punkte. Diesmal war es Tight End Darnell Washington, der einen fangbaren Ball fallen ließ.
Ein vermeintlich schneller Stopp der Colts führte jedoch nur zu einem Fake Punt, den Free Safety Rodney Thomas II per direktem Snap in ein neues First Down verwandeln konnte.
Ein Strip Sack von T.J. Watt gegen Daniel Jones brachte den Ball zurück für die Steelers. Diesmal gab es - mit viel Mühe - auch den Ausgleich: Running Back Jaylen Warren erkämpfte das letzte Yard zum 7:7.
Der dritte Turnover der Colts ließ nicht lange auf sich warten: Quarterback Jones passte nahezu direkt zu Linebacker Payton Wilson, sodass die Steelers sofort wieder in der Red Zone standen. Tight End Pat Freiermuth drehte sich zwei Snaps später mit dem Ball zum 14:7 in die Endzone.
"Steel City" bekam sogar noch ein weiteres Mal die Chance auf Punkte vor der Pause, schaffte aber trotz bester Ausgangslage dank eines Sacks und einer Strafe nur noch drei Punkte durch ein kurzes Field Goal zum 17:7 von Kicker Boswell.
Indy startete zwar mit einem weiteren erfolgreich ausgespielten vierten Versuch durch einen Sneak von Jones in die zweite Hälfte, zwei Sacks von Alex Highsmith und Joey Porter machten diesen positiven Schub aber sofort wieder zunichte.
Carsten Keller
Erst gegen Ende des dritten Viertels kamen die Gäste - mit erfolgreichem vierten Versuch - in Pittsburghs Hälfte. Die Freude währte aber nur kurz, denn ein Pass von Jones in Richtung Michael Pittman wurde von Linebacker Jack Sawyer abgefangen.
Schnell standen die Steelers, vor allem immer wieder mit wichtigen Catches von Tight End Washington, an der Endzone der Colts. Dort vollstreckte Running Back Warren mit dem zweiten Snap im Schlussviertel zum 24:7. Der zweite TD für den Läufer.
Die hochgelobte Offense der Gäste musste langsam aber sicher liefern. Das klappte aber nur bedingt: Zwar ging es mit zwei schnellen Pässen zu Downs und Pittman nach vorn, aber mehr als ein Field Goal von Kicker Michael Badgley aus 52 Yards zum 10:24 gelang nicht.
Die MVP-Kampagne von Jones endete spätestens acht Minuten vor Schluss, als Highsmith ein weiterer Strip Sack gegen den Quarterback gelang und der Fumble gesichert wurde. Zwar reichte es wieder nur für ein Field Goal, aber der deutliche Vorsprung fühlte sich knapp sieben Minuten vor Schluss wie die Entscheidung an.
Indianapolis bäumte sich noch ein letztes Mal auf und Jones brachte diesmal seine Pässe bei den eigenen Receivern an. Wide Receiver Downs war am Ende komplett frei bei seinem Catch zum 17:27.

Die Steelers um einen fehlerlosen und soliden Oldie Aaron Rodgers (203 Yards, ein TD), der das Quarterbackduell mit Jones (342 Yards, zwei Total TDs, drei Interceptions, ein Fumble) klar für sich entschied, mussten nur noch die letzten vier Minuten herunterspielen. Doch ein Fumble von Roman Wilson machte die Partie noch einmal kurzzeitig spannend. Das änderte sich, als Jones ein weiteres Mal zu einem Gegner, diesmal Cornerback Porter, warf. Mit einem nur noch für die Statistik wichtigen Field Goal von Kicker Badgley zum 20:27-Endstand endete für die Steelers eine Mini-Serie von zwei Niederlagen in Folge. Die Colts blieben trotz der Niederlage unangefochten auf Platz 1 der AFC South und gesamten AFC.
Noch ein paar Statistiken gefällig? Watts Strip Sack im zweiten Viertel war bereits sein 24. seit 2017; kein anderer NFL-Spieler kann in dieser Zeitspanne mehr vorweisen.
In zuvor acht Partien hatten die Colts nur neun Sacks und vier Turnover zugelassen; in der ersten Hälfte waren es dann gleich drei Turnover, am Ende fünf sowie fünf Sacks.
Running Back Taylor war mit 14 Läufen für 45 Yards und zwei Catches für zwölf Yards diesmal überhaupt kein Faktor.
Die Colts "empfangen" kommende Woche die Atlanta Falcons - in Berlin. Die Steelers reisen für das Sunday Night Game zu den Chargers.