11.07.2026
Wilde Aufholjagd
Die Prague Lions haben eines der spektakulärsten Spiele der EFA-Geschichte für sich entschieden. Gegen die Paris Musketeers verspielten die Tschechen zunächst eine komfortable Führung, retteten sich mit einem Field Goal aus 54 Yards in letzter Sekunde in die Overtime, gerieten dort erneut in Rückstand - und drehten die Partie mit einem Touchdown acht Sekunden vor Schluss sowie einer erfolgreichen Two Point Conversion zum 36:35-Sieg.

Die Lions legten von Beginn an mutig los. Gleich im ersten Drive verwandelte Quarterback Jaylon Henderson einen dritten Versuch und 24 Yards mit einem tiefen Pass auf David Luksan und hielt damit den Angriff am Leben.
Anschließend marschierte Prag mit einer ausgewogenen Mischung aus Lauf- und Passspiel über das Feld. Henderson verlängerte ein Play zunächst mit seinen Beinen, behielt den Überblick und fand Martin Havelka frei in der Endzone. Der Touchdown brachte die Hausherren früh mit 7:0 in Führung.
Für die Musketeers verlief der Start zum Vergessen. Quarterback Zach Edwards verlor den Ball tief in der eigenen Hälfte, Krzysztof Spychala sicherte den Fumble für Prag und verschaffte seiner Offense eine hervorragende Feldposition.
Die Lions nutzten die Vorlage und erhöhten per 40-Yard-Field-Goal auf 10:0.
Doch damit war der Albtraum für Paris noch nicht beendet. Edwards verlor auch den nächsten Ballbesitz, erneut schlug die Defense der Lions zu. Dieses Mal konnte Prag daraus allerdings kein Kapital schlagen. Ein ausgespielter vierter Versuch blieb erfolglos und brachte den Musketeers den Ball zurück.
Die Gäste nutzten die zweite Chance eiskalt. Running Back Jason Bofunda brach mehrere Tackles und tankte sich zum Touchdown in die Endzone. Paris verkürzte auf 7:10 und fand zunehmend besser in die Partie.
Kurz darauf unterlief Henderson der erste Fehler. Sein Pass nach außen landete direkt beim französischen Cornerback, der die Interception sicherte.
Dennoch gingen die Lions mit einer Führung in die Pause. Ein weiteres Field Goal aus 40 Yards stellte den Halbzeitstand von 13:7 her.
Auch nach dem Seitenwechsel marschierte Paris zunächst über das Feld, ehe sich die Musketeers erneut selbst ausbremsten. Ein missglückter Snap traf den Receiver am Kopf, der Ball sprang frei und wurde von den Lions aufgenommen - bereits der dritte Fumble der Franzosen.
nkr
Prag ließ sich diese Einladung nicht entgehen. Henderson führte sein Team erneut über das Feld und fand Peterson zum Touchdown. Der Extrapunkt misslang zwar, dennoch bauten die Lions ihre Führung auf 19:7 aus.
Doch die Musketeers zeigten Moral. Edwards bediente Hugo Tekedam über die Mitte, der sich von der Defense absetzte und unberührt in die Endzone lief. Paris verkürzte auf 14:19.
Jetzt übernahm Edwards endgültig das Kommando. Mit mehreren starken Pässen führte er die Offense bis kurz vor die Endzone und vollendete den Drive anschließend selbst mit einem Quarterback-Run. Die Two Point Conversion misslang zwar, dennoch gingen die Gäste mit 20:19 erstmals in Führung.
Die Antwort der Lions folgte jedoch sofort. Henderson setzte einen perfekten Deep Ball auf Matyas Bily, der den Touchdown fing. Auch der Versuch für zwei Punkte blieb erfolglos, sodass Prag wieder mit 25:20 vorne lag.
Die Schlussphase entwickelte sich endgültig zum Football-Krimi. Edwards führte Paris in kürzester Zeit über das Feld und fand Cheikhou Sow zum Touchdown. Dieses Mal gelang auch die Two-Point Conversion - plötzlich führten die Musketeers mit 28:25, während nur noch 20 Sekunden auf der Uhr standen.
Doch die Lions gaben sich nicht geschlagen. Mit der letzten Aktion der regulären Spielzeit verwandelte der Kicker ein spektakuläres Field Goal aus 54 Yards und schickte die Partie beim Stand von 28:28 in die Overtime.
In der Verlängerung schien zunächst alles für die Musketeers zu laufen. Paris legte einen langen Drive aufs Feld, den Nicolas Khandar mit einem Lauf in die Endzone zum 35:28 abschloss.
Die Lions blieben jedoch am Leben und bekamen ihre letzte Chance. Acht Sekunden vor dem Ende der Overtime fand Henderson erneut seinen Lieblingsreceiver Matyas Bily in der Endzone. Prag verkürzte auf 34:35.
Statt den sicheren Extrapunkt zum Ausgleich zu wählen, entschieden sich die Lions für alles oder nichts.
Henderson bekam den Ball, blickte erneut in Richtung Bily - und fand seinen Receiver auch bei der Two Point Conversion. Der Pass saß, das Stadion explodierte und die Prague Lions vollendeten ein unglaubliches Comeback.
Mit dem erfolgreichen Versuch zum 36:35 sicherten sich die Gastgeber einen der spektakulärsten Siege der EFA-Geschichte und ließen die Paris Musketeers nach einem Spiel voller Wendungen fassungslos zurück.