21.06.2026
Jetzt schon ein AFLE-Klassiker
Touchdowns im Minutentakt, Big Plays auf beiden Seiten und Spannung bis zum Schluss: Das erste deutsche Derby der AFLE entwickelte sich zu einem der spektakulärsten Spiele der bisherigen Saison.

Dass das deutsche Derby bis in die Schlussphase offen blieb, lag dabei auch an den beiden Spielmachern. Jakeb Sullivan (328 Yards, 3 TD) und Kenji Bahar (329 Yards, 4 TD) lieferten sich ein beeindruckendes Quarterback-Duell und sorgten gemeinsam für über 650 Passing Yards.
Rhein Fire legte zunächst los wie die Feuerwehr. Nach starken Aktionen von Kaylon Geiger und Harlan Kwofie brachte Ersterer die Gastgeber früh in Führung. Der ehemalige NFL-Receiver (Tampa Bay Buccaneers) windete sich auf der rechten Außenbahn stark durch die Berliner Defense und vollendete zum 7:0.
Dadurch war für die Berliner Offense um Quarterback Jakeb Sullivan natürlich direkt Druck auf dem Kessel - und die Haupststädter lieferten direkt. Tomiwa Oyewo sorgte mit einem Lauf über das halbe Feld für den ersten Paukenschlag der Gäste, ehe Sullivan Bais Kouanda zum Touchdown fand. Die Two-Point-Conversion misslang allerdings - deshalb nur der Anschluss zum 6:7.
Doch auch die Westfalen gingen das Tempo weiter mit. So fand Bahar wenig später mit einem tiefen Pass über rund 80 Yards wieder einmal Geiger zu seinem zweiten Touchdown des Tages. Berlin blieb jedoch dran. Kai Hunter vollendete einen starken Drive zum Ausgleich, die erfolgreiche Two-Point-Conversion stellte auf 14:14 nach dem ersten Viertel.
Im zweiten Abschnitt wurde die Partie zunehmend hitziger. Ein 54-Yard-Field-Goal-Versuch von Rhein Fire verfehlte sein Ziel, später musste Fires Returner Nazir Streater nach einer Rudelbildung sogar vorzeitig vom Feld.
Berlin verpasste anschließend die Führung, als gleich zwei Touchdowns aufgrund von Strafen zurückgenommen wurden und Stewart Mosquera beim vierten Versuch den entscheidenden Sack setzte.
Rhein Fire nutzte das aus. Nach einem weiteren Big Play von - natürlich Geiger - fand Bahar seinen Receiver Harlan Kwofie zum Touchdown und zur erneuten Führung. Doch wie gewohnt an diesem Nachmittag hatten die Gäste auch darauf eine Antwort. Oyewo bereitete mit einem starken Run-after-Catch den nächsten Score vor, ehe Jon Cole einen spektakulären Touchdown-Pass fing. Die anschließende Two-Point-Conversion gelang ebenfalls.
mhh
So ging Thunder nach einer unterhaltsamen und punktreichen ersten Halbzeit dieses deutschen Derbys überraschend mit einer 22:20-Führung in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel neutralisierten sich beide Defensivreihen zunächst. Die ersten Drives beider Teams endeten jeweils im Punt, ehe Rhein Fire das erste große Ausrufezeichen der zweiten Halbzeit setzte. Justin Howell fing einen Pass von Sullivan ab und besorgte die erste Interception des Tages.
Die Gastgeber nutzten das Momentum sofort. Zunächst brachte Kwofie sein Team mit einem 36-Yard-Catch tief in die Berliner Hälfte, wenig später lief Jonathan Scott zum Touchdown ein. Die Westfalen übernahmen damit wieder die Führung und begannen das Spiel langsam in die erwartete Richtung zu lenken.
Denn nach einem weiteren erzwungenen Punt der Gäste schlug die Fire-Offense direkt erneut zu. Diesmal fand Bahar Christopher Mielke in der Endzone, die erfolgreiche Two-Point-Conversion erhöhte den Vorsprung auf 35:22. Erstmals schien sich Fire etwas absetzen zu können.
Doch Berlin hatte noch keine Lust auf eine ruhige Schlussphase. Vor allem Niklas Schumm sorgte dafür, dass die Partie spannend blieb. Nach seinem 52-Yard-Catch stand Thunder sofort wieder in der Red Zone, wo Hunter den nächsten Touchdown der Gäste erzielte. Plötzlich waren es wieder nur noch sechs Punkte Unterschied.
Rhein Fire antwortete zunächst mit einem wichtigen Field Goal von Van Santen zum 38:29, doch die Hauptstädter fanden erneut eine Antwort. Jon Cole knackte die Marke von 100 Receiving Yards und bereitete den nächsten Score vor, ehe Bais Kouanda den Ball zum Touchdown für Thunder fing. Mit etwas mehr als acht Minuten auf der Uhr war Berlin beim Stand von 36:38 wieder voll im Spiel.
Genau in dieser Phase zeigte Rhein Fire jedoch seine ganze Routine. Die Gastgeber legten einen langen, kontrollierten Drive aufs Feld, nahmen dabei mehr als sechs Minuten von der Uhr und ließen der Berliner Offense kaum noch Zeit. Jonathan Scott krönte den entscheidenden Angriff mit seinem zweiten Touchdown des Tages.
Thunder bekam den Ball zwar noch einmal zurück, es schlug jedoch kein Blitz mehr in der Duisburger Endzone ein. Rhein Fire setzte sich am Ende mit 45:36 durch und feiert damit den dritten Saisonsieg. Berlin musste sich zwar geschlagen geben, zeigte bei der bislang vielleicht besten Saisonleistung jedoch, warum die Hauptstädter offensiv zu den gefährlichsten Teams der Liga gehören.