22.09.2025
Shanahan-Jubelschrei und Jones-Emotionen
Das NFC-West-Kräftemessen zwischen den jeweils mit 2-0 gestarteten Teams aus San Francisco und Arizona war in dieser Week 3 lange zu einer reinen Geduldsprobe voller Defense-Action verkommen. Zum Ende hin wurde es aber wild mit Touchdowns, Interception, Safety und spätem Field-Goal-Glück.

Wenige Sekunden vor Ende des dritten Viertels lag er in der Luft, der erste Touchdown der Partie zwischen den 49ers und Cardinals. Kyle Shanahan, San Franciscos Head Coach, hatte sich hier gegen ein sicheres Field Goal zum 9:6 entschieden.
Seine Wahl für Backup-Quarterback Mac Jones, der weiterhin den noch verletzt fehlenden Starter Brock Purdy vertrat, fiel auf einen kurzen Pass links vor die Endzone auf Aushängeschild Christian McCaffrey. Die Niners-Allzweckwaffe wurde aber Sekundenbruchteile vor seinem möglichen Catch plus kurzem Lauf in die Endzone direkt hart von Arizonas Linebacker Mack Wilson angegangen. Die Folge: Turnover on downs.
Bis zu diesem Zeitpunkt war dieses an Offensiv-Highlights karge NFC-West-Duell mit bis dato nicht einmal 40 (!) Rushing Yards für San Francisco ähnlich verlaufen, weil auch der Cardinals-Angriff um Quarterback Kyler Murray reihenweise an der Defense der Cardinals zerschellte. So hatte es für die immer mal auch wieder unruhig wirkenden Fans der Gastgeber im heimischen Levi's Stadium neben zahlreichen Punts und Sorgen um den verletzt ausgeschiedenen Star-Verteidiger Nick Bosa nur vier Field Goals zum 6:6-Zwischenstand gegeben. Ein fünftes hatte Cards-Kicker Chad Ryland zwischendurch vergeben.
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Kurzum: Die Entscheidung verlagerte sich wie so oft in diesen ersten Wochen der neuen und direkt wieder hochspannenden Regular Season ins vierte Quarter ...
... und hier stoppte die 49ers-Abwehr einen Drive der Gäste nahe deren Endzone, was fast zu einem Safety geführt hatte. So aber bekamen sie nach dem folgenden Punt das Ei in aussichtsreicher Position zurück. Das nutzte Mac Jones eiskalt aus, führte sich und seine Kollegen weit vor, ehe er nach einem Täuschungsmanöver links herausbrach und den einfachen Touchdown-Pass auf den freistehenden Fullback Kyle Juszczyk servierte. Der inzwischen 34-jährige Routinier, der schon seit 2017 im Team ist, wurde im Anschluss natürlich von allen Seiten gefeiert.
Noch war aber Zeit auf der Uhr für ein Comeback der Mannen aus Glendale, die die Chance auch direkt beim folgenden Drive inklusive Geschoss auf Wide Receiver Marvin Harrison (32 Yards) und gütiger Mithilfe der Gastgeber (33-Yard-Strafe nach Defensive Pass Interference) am Schopfe packten. Spielmacher Murray setzte schlussendlich auf seinen starken Tight End Trey McBride einen starken TD-Wurf. Der letztjährige Rookie war hier nicht zu halten - 13:13 hieß es nun.
Der Bann war damit gebrochen, es ging mit endlich auch rundlaufendem San-Fran-Laufspiel weiter - und mit dem ersten Patzer von Mac Jones. Der frühere New England Patriot und der vor dieser Saison von den Jacksonville Jaguars gekommene Quarterback, der übrigens mit Knieschiene spielte und immer auch mal humpelnd zu sehen war, warf rechts raus - und zwar direkt in die Arme von Safety Dadrion Taylor-Demerson, der vor dem eigentlich anvisierten Ricky Pearsall (über 100 Yards Receiving an diesem Tag) eiskalt abfing.
Weniger als vier Minuten vor Spielschluss hielt in der direkten Folge aber die 49ers-Defense, die Arizona direkt zum Punt zwang und Mac Jones mit seinen Mannen tief in der eigenen Hälfte wieder zurück aufs Feld brachte. Doch hier passierte schon wieder ein Patzer: Mac Jones lief sich in der eigenen Endzone zwar frei, weil parallel von seiner Offensive Line aber ein Holding gesetzt wurde, entschied das Schiedsrichtergespann auf Safety. So kamen die Cardinals zu zwei Punkten, zur damit verbundenen 15:13-Führung und zum Ballbesitz.
Ein, zwei First Downs wären hier noch nötig gewesen, um die Uhr auslaufen zu lassen und den Auswärtssieg einzutüten. Doch das gelang QB Murray (22/35 für 159 Yards plus TD) unter anderem aufgrund eines fatalen Drops von Harrison nicht. Stattdessen kamen mit weit weniger als 120 Sekunden die Niners nochmals auf - und Max Jones orchestrierte hier einen Drive über zehn Plays für 63 Yards aus der eigenen Hälfte. Sodass am Ende nur noch der kürzlich erst für den schwachen und entlassenen Kicker Jake Moody geholte Eddy Pineiro aus machbaren 35 Yards randurfte - und sein Field Goal souverän setzte.
Somit gewannen die San Francisco 49ers den engen Fight mit den Arizona Cardinals (1-2) doch noch, stellten ihre Bilanz auf 3-0 und setzten sich in der NFC West an die Spitze. Kyle Shanahan "kommentierte" den Sieg mit einem inbrünstigen Jubelschrei, der sichtlich geschaffte Mac Jones (27/41 für 284 Yards bei einem TD und einer Interception) zeigte sich indes emotional ergriffen vom Erfolg.