29.12.2025
Bears unterliegen dramatisch
Die San Francisco 49ers haben sich im Top-Duell der NFC mit einem 42:38-Heimsieg gegen die Chicago Bears durchgesetzt und bleiben damit voll im Rennen um den Nr.-1-Seed. In einem hochklassigen Kräftemessen lieferten sich Brock Purdy und Caleb Williams einen spektakulären Schlagabtausch mit permanenten Führungswechseln, Big Plays und einem dramatischen Finish an der 2-Yard-Linie.

Das Spiel hätte kaum turbulenter beginnen können: Gleich beim ersten Snap gelang es der Bears-Defense, Brock Purdys Pass auf Wide Receiver Jauan Jennings abzufäschen - und Linebacker T.J. Edwards schnappte sich den Ball zum 34-Yard-Pick-Six - 7:0 Chicago nach nur wenigen Sekunden.
Die 49ers schüttelten den Fehlstart jedoch sofort ab. Purdy führte einen ruhigen Drive über 65 Yards an, den er mit einem kurzen Touchdown-Pass auf Tight End Jake Tonges abschloss. Entscheidend waren dabei zwei Third-Down-Conversions: zunächst ein 18-Yard-Catch von Tonges bei Third&7, später ein 25-Yarder auf Demarcus Robinson an die 1-Yard-Linie.
Kurz darauf übernahm San Francisco erstmals die Führung - und das mit einem Statement im Run Game. Christian McCaffrey brach über die linke Seite durch zu einem 41-Yard-Run, dem längsten Lauf der 49ers in dieser Saison. Direkt danach marschierte Brian Robinson Jr. für 15 Yards durch die Mitte, ehe Purdy den Drive mit einem 10-Yard-Scramble in die Endzone zum 14:7 vollendete.
Doch auch Caleb Williams hatte eine Antwort. Der Bears-QB zerlegte die Defense der Niners mit einem explosiven 77-Yard-Drive über nur fünf Plays, den er mit einem sehenswerten 35-Yard-Touchdown-Pass auf Luther Burden Jr. zum 14:14 abschloss.
Im zweiten Viertel setzte sich das Muster fort: Beide Offenses fanden immer wieder Antworten. McCaffrey dominierte eine weitere 49ers-Serie, erst mit einem 16-Yard-Lauf durchs Zentrum und anschließend mit einem 5-Yard-Touchdown über die rechte Seite - San Francisco führte wieder 21:14. Unterstützung bekam er von Ricky Pearsall, der zwei wichtige Catches für 43 Yards beisteuerte.
Chicago konterte im direkten Gegenzug jedoch erneut im Eiltempo. Williams legte seinen zweiten Touchdown-Pass des Abends auf und fand Tight End Colton Loveland für 36 Yards, womit die Bears nach nur drei Plays zum 21:21 ausglichen. Die Partie entwickelte sich endgültig zu einem High-Scoring-Schlagabtausch.
Kurz vor der Pause setzte Purdy noch einmal ein Zeichen als Runner. Er orchestrierte einen langen Drive, der fast neun Minuten von der Uhr nahm. Mit kurzen, präzisen Pässen - unter anderem 14 Yards auf McCaffrey und Pearsall - hielt er seine Offense durchgehend in Bewegung und vollendete den Drive schließlich selbst mit seinem zweiten Rushing-Touchdown zum 28:21 für San Francisco.
mhh

Nach der Halbzeitpause meldeten sich die Bears einmal mehr eindrucksvoll zurück. Chicago marschierte nach dem Kickoff über 65 Yards, D’Andre Swift vollendete den Drive mit einem kurzen Touchdown-Lauf zum 28:28.
Und auch im Schlussviertel blieb das Spiel auf Messers Schneide. Zunächst sah es so aus, als könnte Purdy das Spiel an sich reißen: Bei einem gescheitert geglaubten Play improvisierte er, entkam dem Druck und fand Fullback Kyle Juszczyk in der linken Ecke der Endzone. Es war sein zweiter Passing-Touchdown des Abends, zusätzlich zu den beiden Rushing-Scores. San Francisco lag damit 35:28 in Führung.
Doch erneut antwortete Chicago sofort. Direkt zu Beginn des vierten Viertels verwandelte Williams zunächst einen vierten Versuch mit einem Pass auf Colton Loveland - im nächsten Play fand Swift eine Lücke an der Line und sprintete 22 Yards in die Endzone. Es war bereits das fünfte Mal, dass das Spiel ausgeglichen war - 35:35 in Santa Clara.
Spät im vierten Viertel schlugen die Bears dann Kapital aus einem langen Drive. Chicago arbeitete sich in 11 Plays 78 Yards übers Feld. Die 49ers-Defense konnte in der Redzone zwar den Touchdown verhindern, aber nicht die Punkte - die Bears mussten sich mit einem Field Goal aus kurzer Distanz begnügen, gingen jedoch 38:35 in Führung und ließen San Francisco damit nur noch wenig Zeit für eine mögliche Antwort.
Diese nutzte der 49ers-Quarterback jedoch in beeindruckender Manier: Gut zwei Minuten vor dem Ende fand er Jennings tief über die Mitte, der sich danach bis in die Endzone tankte und San Francisco mit 42:38 in Führung brachte. Purdy stand am Ende bei 24 von 33 Pässen für 303 Yards, drei Passing-Touchdowns, und dazu zwei Rushing-Scores. Lediglich seine frühe Interception hinderte ihn an einer perfekten Vorstellung.
Chicago bekam dennoch die Gelegenheit zum Game-Winning-Drive und arbeitete sich tatsächöich bis an die 2-Yard-Linie der 49ers vor. Im letzten Play des Abends suchte Williams unter Druck nach einer Lücke, sein verzweifelter Scramble-Pass in die Endzone segelte jedoch an jeglichen Anspielstationen vorbei. Der Bears-QB schloss mit 25 von 42 Pässen für 330 Yards und zwei Touchdowns ab - lieferte also eine starke Antwort im direkten Vergleich mit Purdy, blieb am Ende aber knapp ohne Lohn.
Mit dem Sieg verbesserten sich die 49ers auf 12-4 und halten die Tür zum Nummer-1-Seed in der NFC sperrangelweit offen. Die Bears fallen auf 11-5 zurück, bleiben aber ein ernstzunehmender Playoff-Faktor.