26.01.2026
NFC Championship Game 2026: Seattle folgt New England
Seattle ist zurück im Super Bowl - und das nach einer starken Leistung beim 31:27 gegen Rivale Los Angeles Rams. Im NFL-Endspiel dürfen sich die Seahawks um Sam Darnold auf die Neuauflage eines Super-Bowl-Klassikers gegen die New England Patriots freuen. Stafford und Co. gingen leer aus.

Die Seattle Seahawks sind den New England Patriots, die am Sonntag im AFC Championship Game unter kuriosen Umständen bei einem regelrechten Schneesturm mit 10:7 bei den Denver Broncos die Oberhand behalten hatten, ins große Finale gefolgt.
Mit 31:27 schlug das Team von Head Coach Mike Macdonald (erst seit 2024 im Amt) im Endspiel der NFC zwischen zwei NFC-West-Rivalen die Los Angeles Rams und komplettierte damit Super Bowl LX. Dieser steigt in der Nacht vom 8. auf den 9. Februar 2026 ab 0.30 Uhr (LIVE! bei kicker) im Levi's Stadium in Santa Clara, der Heimstätte der San Francisco 49ers.
Los ging es dabei im gewohntermaßen lautstarken Lumen Field vor den als "12" bekannten Seahawks-Fans mit echten Statements der Hausherren. So sorgte die schon in der Regular Season und zuletzt auch beim 41:6-Blowout-Triumph in der Divisional Round gegen die Niners überzeugende Defense für ein schnelles Three & Out der Los Angeles Rams. Deren Quarterback Matthew Stafford kam bei diesen ersten Plays gar nur auf drei magere Yards.
Es folgte der erste eigene Drive der Hawks, der direkt über 80 Yards hinausging und in einen kurzen Touchdown-Lauf von Running Back Kenneth Walker mündete.
Antworten der Rams sollten aber folgen - und zwar im zweiten Viertel, nachdem zuvor auf beiden Seiten nur noch Field Goals zum 10:3-Zwischenstand erfolgt waren.
Los ging es hier zunächst zwar ebenfalls mit einem Field-Goal-Drive der Gäste aus Kalifornien - Kicker Harrison Melvis traf nach 44 Yards sogar aus 50 Yards. In der Folge wusste die Defense aus L.A. aber auch die ansonsten ziemlich rundlaufende Seahawks-Offense zu stoppen. Und mit dem Ei in den eigenen Händen zauberten die Rams groß auf: Stafford fand Star-Receiver Puka Nacua unter anderem für 21 Yards, während Läufer Blake Corum starke Runs hinlegte und am Ende noch ein 7-Yard-Touchdown-Pass auf Kyren Williams folgte. Damit drehte Los Angeles das Spiel und führte fortan 13:10.
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Staffords Gegenüber Sam Darnold, erst vor dieser Saison von den Minnesota Vikings (dort nach ebenfalls starker Saison früh in den Playoffs gescheitert) gekommen, war bei seinem Wiedersehen mit den Rams aber nur schwer zu greifen - und lief richtig heiß. Unmittelbar vor der Pause orchestrierte der Third Overall Pick der New York Jets aus dem Jahr 2018 mit seiner Top-Adresse Jason Smith-Njigba einen Drive über nur sechs Plays über stolze 74 Yards, an dessen Ende eben jener "JSN" den 14-Yard-Touchdown-Catch zum 17:13 eintütete.
Erstaunlich: Mit dem Gang in die Katakomben hatte Darnold so schon über 200 Passing Yards verbucht, sein Star-Receiver Smith-Njigba bereits über 100 Receiving Yards.
Das Stadion der Hawks sollte auch direkt nach Wiederbeginn beben, als Punt-Returner Xavier Smith den Ball nicht fing (Muffed Punt), dieser erobert und kurze Zeit später zu einem 17-Yard-Pass in die Endzone von Darnold auf Receiver Jake Bobo umgewandelt wurde. Seattle baute die Führung also gleich mal auf 24:13 aus.

Das wiederum stachelte jedoch nur die Rams-Künstler an - mit folgendem Output: Stafford schleuderte Würfe für 40 Yards auf Tight End Colby Parkinson und 29 Yards auf den auf seinen ersten Super-Bowl-Einzug hoffenden Davante Adams aus der Hüfte, ehe am Ende noch nach starkem Route Running von Adams der TD-Pass zum 20:24-Anschluss gelang.
Längst war aus diesem hochspannenden Playoff-Duell auch ein Football-Leckerbissen voller Highlights entwachsen - und ein Ende war noch nicht in Sicht: Darnold fand beim folgenden und erneut starken Drive den ehemaligen L.A. Ram Cooper Kupp zum 31:20-Score (13 Yards), ehe auf der anderen Seite ein schon gestoppter Drive der Gäste trotz zwischenzeitlichem 35-Yard-Zauberpass auf Adams von einer komplett überflüssigen Strafe gegen Seahawks-Cornerback Tariq Woolen (Unsportsmanlike Conduct vor der Rams-Seitenlinie) verlängert wurde. Stafford bedankte sich, fand Nacua für 34 Yards - und dieser tütete mit einem starken Catch mit dem Rücken zur Endzone den 27:31-Anschluss ein. Der vierte Touchdown-Drive in Serie in diesem vollkommen positiv verrückten dritten Viertel.
Als Nächstes stotterte auch mal der Motor der Hausherren, auch weil Darnold einen Sack für minus neun Yards von Safety Kamren Kinchens einsteckte. Daraus konnten aber die Gäste kein Kapital schlagen, weil am Ende eines langen Drives (14 Plays, 84 Yards) trotz diverser Big Plays über Parkinson, Corum und Nacua gleich vier Versuche vor der Endzone keinen Abnehmer fanden. Bei 4th&4 fand Stafford etwa Tight End Terrance Ferguson nicht - Cornerback Devon Witherspoon verteidigte bärenstark und hielt so das 31:27.
Rund vier Minuten blieben den Beteiligten nun noch, um entweder die Führung auszubauen beziehungsweise zu halten oder das Comeback anzugehen. Es passierte Ersteres: Denn Darnold und Co. spielten stark die Uhr aus, profitierten dabei auch von einer Holding-Strafe gegen Cornerback Cobie Durant gegen Receiver Kupp und übergaben den Ball nach Sack bei 3rd&7 via Punt zurück - bei nur noch 25 Sekunden Restzeit. Stafford brachte trotz all seiner Erfahrung aus 17 NFL-Jahren und zwei guten Pässen auf Nacua kein Wunder mehr zusammen.
Somit folgten die Seahawks mit einem 31:27-Sieg den New England Patriots in die 60. Ausgabe des Super Bowls. Es wird die Neuauflage des Endspiels von Anfang 2015 sein, als Tom Brady und die Pats hochdramatisch (Stichwort Marshawn Lynch) mit 28:24 gewannen.
Gefeierter Mann des Tages war allen voran natürlich der fehlerfreie Quarterback Darnold mit 346 Passing Yards und drei Touchdowns. Auch Running Back Walker (62 Yards, ein Score) und Receiver Smith-Njigba (153 Yards, ein TD) lieferten ab - genauso wie auf der Gegenseite Stafford (374 Yards, drei TDs), Nacua (165 Yards, ein Score) und Adams (89 Yards, ein TD). Nur standen diese im Gegensatz zu den Seahawks am Ende mit leeren Händen da.