vor 23 Stunden
Buccaneers rutschen auf 0-4 ab
Das Duell der Gepeinigten zwischen den noch sieglosen Tampa Bay Buccaneers und den in einigen Bereichen akut strauchelnden Green Bay Packers war auf jeden Fall ein hochspannendes. Was aus Sicht der Gäste aber nicht so eng hätte verlaufen müssen. Dennoch stand trotz haarsträubender Fehler am Ende des Tages ein wichtiges 17:14 zu Buche.

Die größten Storylines im Vorfeld dieser Partie lauteten: Tampa Bay musste nach schwachem 0-3-Saisonstart ohne Starting Quarterback Baker Mayfield auflaufen und somit den nicht gedrafteten Rookie-Spielmacher Jalen Daniels aufs Feld entsenden.
Auf der anderen Seite war Green Bay in den ersten drei Wochen quasi ohne funktionierende Offensive Line sowie ohne funktionierendes Laufspiel unterwegs gewesen - was am Ende des Tages nur zu einem Erfolgserlebnis bis dato gereicht hatte.
Und eines vorneweg: Beim nun in Florida erreichten wie knappen 17:14-Sieg zur 2-2-Bilanzaufbesserung sahen beide Bereiche einen kleinen Deut besser aus - das sogar gegen eine an sich starke Laufverteidigung der heimischen Buccaneers. So rannten die Running Backs Kaleb Johnson (acht Carries für 42 Yards), Chris Brooks (vier für 30 Yards) und Co. in allen vier Quartern immerhin zu 98 Yards Raumgewinn. Für die Packers-Verhältnisse seit Regular-Season-Start ein Meilenstein, wenngleich einzelne Plays weiterhin schlecht aussahen.
Genauso gehörten auch wieder schlimme Drops, von denen es schon in den ersten drei NFL-Partien so einige gegeben hatte, zur Tagesordnung der Käsestädter. Hin und wieder offenbarte die erst Routinier und Guard Laken Tomlinson aufgehübschte O-Line (die ebenfalls geholten Kevin Zeitler und Mekhi Becton waren noch nicht im aktiven Kader) zudem wie gehabt Lücken, weswegen viel Stückwerk angesagt war.
Nach zähem Red-Zone-Angriff mit reihenweise verpassten Chancen fand Green Bays Quarterback Jordan Love allerdings den stark fangenden Matthew Golden zur 7:0-Führung, ehe Rookie-Kicker Trey Smack nach zwischenzeitlichem Rush-Ausgleich durch Sean Tucker aus stolzen 58 Yards zum 10:7 verwandelte. Im dritten Quarter glänzte dann auch der nach Kreuzbandriss noch nicht wieder bei alter Form befindliche Tight End Tucker Kraft mit einem Touchdown Catch, der erst nach erfolgreicher Challenge von Head Coach Matt LaFleur seine berechtigte Anerkennung fand.
Obendrein gelangen der Packers-Abwehr gegen Tampa Bays jungen und unerfahrenen Quarterback Daniels zwei Interceptions. Apropos Daniels: Der Mayfield-Ersatzmann erlebte erst im finalen Viertel mit einem Touchdown-Wurf auf Kenny Gainwell (zehn Yards) seinen ersten großen Moment, sorgte damit aber zugleich für Comeback-Hoffnung beim Stand von 14:17.
Das auch übrigens deswegen, weil Green Bay auf dem Weg zur Entscheidung gleich zwei (!) aussichtsreiche Drives wegwarf. Einmal durch einen zu einfachen Fumble bei einem Lauf durch die Mitte (Johnson), einmal durch eine Interception von Spielmacher Love. Weil aber die Packers-Defense zwei Minuten vor Ablauf der Uhr hielt und durch einen starken Pass Rush den Daniels-Traum vom Comeback platzen ließ, war Schicht im Schacht.

Mit einem knappen 17:14-Arbeitssieg verbesserte sich "The Pack" um Love (22/30 für 197 Yards, zwei TDs plus Int.) auf 2-2, während die heimischen Bucs bei 0-4 so langsam schon das Playoff-Rennen begraben können. Auch Head Coach Todd Bowles dürfte immer mehr in den Fokus einer möglichen, baldigen Trennung rücken.
Das bei Third Downs schwache (zwei von zehn) und bei Fourth Downs starke (drei von drei) Green Bay könnte sich den Auswärtssieg eine Woche vor dem NFC-North-Kracher gegen Rivale Chicago derweil teuer erkauft haben. Denn nach dem Wegbrechen etwa von Receiver Jayden Reed und Right Tackle Zach Bako-Bewele (Pass Rusher Micah Parsons lässt noch auf sich warten) verletzte sich Top-Linebacker Edgerrin Cooper im dritten Quarter an der Achillessehne.
mag