vor 22 Stunden
Im heftigen Niederschlag von Tampa
Die Tampa Bay Buccaneers haben unter außergewöhnlichen Wetterbedingungen einen historischen 16:0-Sieg gegen die Atlanta Falcons gefeiert. Bei sintflutartigem Regen und heftigem Wind brachte Quarterback Baker Mayfield keinen einzigen Pass an den Mann. Stattdessen dominierten die Buccaneers mit 325 Rushing Yards und einem überragenden Bucky Irving. Atlanta blieb dagegen ohne Punkte und leistete sich gleich vier Interceptions.

Ein Spiel, das in die NFL-Geschichtsbücher einging, ereignete sich im frühen Fenster dieses Week-8-Sonntags: Die Tampa Bay Buccaneers schlugen hier die Atlanta Falcons mit 16:0, obwohl sie in den vier Quartern keinen einzigen Pass komplettierten! Im strömenden Regen von Tampa Bay setzte die Mannschaft von Head Coach Todd Bowles fast ausschließlich auf ihr Laufspiel. Während Bucky Irving und Kenny Gainwell zusammen 310 Yards erliefen, erlebte Falcons-Quarterback Michael Penix Jr. mit vier Interceptions einen desaströsen Abend.
Schon vor dem Kickoff war klar, dass die Wetterbedingungen erheblichen Einfluss auf die Begegnung nehmen würden. Extremer Starkregen und heftige Windböen erschwerten insbesondere das Passspiel. Die heimischen Bucs reagierten darauf mit einem ungewöhnlichen Gameplan und konzentrierten sich nahezu vollständig auf ihre Running Backs.
Quarterback Baker Mayfield versuchte im gesamten Spiel lediglich drei Pässe, von denen keiner vollständig war. Stattdessen trug die Mannschaft von Tampa Bay den Ball insgesamt 55-mal für beeindruckende 325 Yards über den heftig getränkten Untergrund.
Bereits im ersten Viertel übernahm der Gastgeber dabei die Kontrolle. Kicker Chase McLaughlin brachte sein Team mit einem Field Goal aus 46 Yards in Führung. Wenig später erhöhte er aus 34 Yards auf 6:0.
Auch im zweiten Viertel blieb die Offense der Buccaneers ihrem lauflastigen Ansatz treu. Ein Drive über 13 Spielzüge, 60 Yards und mehr als acht Minuten endete mit McLaughlins drittem erfolgreichen Field Goal des Abends. Aus 42 Yards stellte der Kicker auf 9:0.
Damit ging Tampa Bay trotz eines vollständig ausgefallenen Passspiels mit einer komfortablen Führung in die Halbzeit.
Die Entscheidung fiel schließlich im dritten Viertel. Tampa Bay marschierte in nur sechs Spielzügen über 90 Yards und baute seine Führung weiter aus.
Und Running Back Irving vollendete den Drive mit einem Vier-Yard-Touchdown-Lauf. Nach dem erfolgreichen Extrapunkt von McLaughlin stand es 16:0.
Irving war mit 170 Rushing Yards bei 27 Läufen der überragende Offensivspieler der Buccaneers. Sein längster Lauf brachte auf einen Schlag stolze 46 Yards Raumgewinn, durchschnittlich erzielte er 6,3 Yards pro Versuch.
Auch Kenny Gainwell war von der Falcons-Defense kaum zu stoppen. Bei 25 Läufen sammelte der zweite Läufer im Kader der Mannen aus Florida 140 Yards und kam auf durchschnittlich 5,6 Yards pro Carry.
Gemeinsam waren die beiden Running Backs für 310 der insgesamt 325 Rushing Yards verantwortlich. Die Buccaneers benötigten damit kaum Unterstützung durch ihren Quarterback, um Atlanta über weite Strecken der Partie zu kontrollieren.
Während Tampa Bay die schwierigen Bedingungen mit seinem Laufspiel bewältigte und sich so durchaus souverän aus der Affäre zog, fand die Offense der Falcons zu keinem Zeitpunkt eine Antwort.

Quarterback Penix komplettierte lediglich acht seiner 24 Passversuche für 125 Yards. Besonders schwer wogen seine vier Interceptions, die Atlanta immer wieder um die Möglichkeit brachten, offensiv Druck aufzubauen.
Auch das Laufspiel blieb weitgehend wirkungslos: Die Falcons kamen insgesamt auf lediglich 99 Rushing Yards. Bijan Robinson war mit 76 Yards bei 19 Läufen noch der produktivste Spieler seiner Mannschaft.
Für den größten Raumgewinn der Falcons sorgte Wide Receiver Jahan Dotson. Der Passempfänger fing zwei Bälle für insgesamt 95 Yards, darunter einen Pass über 76 Yards. Doch selbst dieser explosive Spielzug führte nicht zu Punkten. Der Gast blieb über die gesamte Partie ohne Touchdown und ohne Field Goal.
Besonders außergewöhnlich war am Ende des Tages natürlich die Art und Weise, wie Tampa Bay diesen Erfolg erzielte. Quarterback Mayfield beendete die Partie ohne einen einzigen vollständigen Pass. Seine Statistik: null Completions bei drei Passversuchen, kein Passing Yard und keine Interception.

Damit avancierten die Buccaneers zum ersten NFL-Team seit 1974, das ein Spiel ohne einen einzigen vollständigen Pass gewonnen hatte.
Dabei beschränkte sich Tampa Bay nicht darauf, einen knappen Vorsprung über die Zeit zu retten. Die Hausherren erzielten selbst 16 Punkte, kontrollierten das Spiel mit ihrem Laufangriff und ließen defensiv keinen einzigen Zähler zu.
Für Tampa Bay bedeutete der Erfolg zugleich den ersten Heimsieg der Saison. Nach zuvor vier Niederlagen im eigenen Stadion verbesserte man sich auf eine Bilanz von 3-5. Atlanta fiel auf 3-5 zurück.
In Erinnerung bleiben wird die Partie allerdings vor allem wegen der außergewöhnlichen Wetterbedingungen und einer Offense, die einen NFL-Sieg ohne einen einzigen erfolgreichen Pass zustande brachte.