vor 22 Stunden
Historischer Start der neuen Liga
Die allererste Partie der neuen American Football League Europe hätte für die Vienna Vikings kaum besser laufen können. Vor heimischer Kulisse feierten die Wiener zum historischen AFLE-Auftakt einen dominanten 49:7-Erfolg gegen Berlin Thunder.

Schon die Atmosphäre vor Kickoff machte klar, dass dieser Abend historisch werden sollte. Während Berlin Arm in Arm die deutsche Hymne sang, wurde bei der österreichischen Nationalhymne vor den rund 4.000 Zuchauern eine riesige Landesflagge aufs Feld getragen - ein starkes Bild für den Stellenwert des Footballs in Wien und Österreich.
Sogar Super-Bowl-Sieger und NFL-Legende Marshawn Lynch verfolgte das Offensivspektakel direkt an der Seitenlinie der Vikings.
Sportlich entwickelte sich zunächst ein intensives und physisches Duell. Berlin startete mutig, kam durch die Connection zwischen Quarterback Jakeb Sullivan und Receiver Bais Kouanda früh tief in die Hälfte der Vikings, scheiterte jedoch beim vierten Versuch kurz vor der Endzone.
Die ersten Punkte der AFLE-Geschichte gingen damit wenig später an Wien.
Nach starken Läufen von Albert Wiesigstrauch und Karri Pajarinen fand Quarterback Ben Holmes dann nämlich Darrell Stewart Jr. mit einem starken Pass rechts in der Endzone. Der spektakuläre Contested Catch bedeutete - samt erstem erfolgreichen Extrapunkt der Liga durch Dennis Tasic - das 7:0, und gleichzeitig den ersten Touchdown der AFLE-Geschichte.
Danach übernahmen die Vikings zunehmend die Kontrolle. Berlin fiel dabei immer wieder durch unnötige Strafen und Fehler vor dem Snap zurück, während Wien physisch und effizient spielte.
Holmes erhöhte beim nächsten Ballbesitz der Wiener per Quarterback-Run auf 14:0, ehe Pajarinen wenig später auch selbst seinen verdienten Touchdown erzielte. Noch bitterer wurde es für Thunder kurz vor der Halbzeit: Sullivan warf seinem eigenen Lineman an den Helm, der Ball sprang hoch in die Luft und landete in den Armen von Defensive Back Pablo Araya zur Interception.
Sekunden vor der Pause legte Holmes nach dem Turnover per Quarterback-Sneak sogar noch das 28:0 nach.
mhh
Auch nach der Halbzeit änderte sich wenig. Die Vikings-Defense setzte Berlin weiter massiv unter Druck, offensiv sorgten Johannes Schütz und Wiesigstrauch auf Seiten der Österreicher für weitere Highlights.
Spätestens beim 42:0 durch Wiesigstrauch, der sich zur Feier seines starken Auftritts auch nochmal in die Endzone tankte, war die Partie dann entschieden.
Immerhin zeigte Berlin weiter Moral. Vor allem Wide Receiver Jon Cole stemmte sich gegen die deutliche Niederlage und fing rund zehn Minuten vor Schluss den ersten Touchdown in der Geschichte von Thunder in der AFLE zum 7:42.
Die Vikings antworteten jedoch sofort wieder: Backup-Quarterback Nico Hrouda, der aus Schonungsgründen für Holmes in die Partie kam, fand Noah Toure mit einem langen Ball zum spektakulären 49:7.
Selbst in den letzten Minuten blieb die Partie intensiv. Backup-Quarterback Ferras El-Hendi kam bei Berlin noch aufs Feld, ehe erneut Cole mit einem starken Lauf für ein Highlight sorgte - allerdings den Ball nach einem Tackle von Sebastian Ernst noch verlor. Pierre-Yves Majo sicherte den Fumble für Wien.
Kurz darauf ließen die Österreicher mit einem weiteren First Down durch Fabian Eder endgültig die Uhr herunterlaufen. 49:7 - und ein historischer Premierenabend für die Vikings und die neue europäische Top-Liga.
Die Vikings unterstreichen mit ihrem dominanten Auftaktsieg direkt ihre Titelambitionen in der AFLE. Berlin dagegen muss vor allem an Disziplin und Fehlervermeidung arbeiten - auch wenn vor allem ihr offensives Potenzial durchaus sichtbar war.