30.08.2025
Halbfinal-Kracher in Wien
Die Vienna Vikings stehen wieder im Endspiel der European League of Football. Vor heimischer Kulisse setzten sie sich in einem intensiven Halbfinale mit 28:20 gegen Nordic Storm durch. In einer Partie voller Emotionen, Big Plays und einem tapfer kämpfenden, verletzten Jadrian Clark reichte es für die Dänen am Ende nicht.

Der Regen über Wien bot den Rahmen für ein spannendes und hochklassiges Halbfinale. Nordic Storm startete furios, doch die Vikings konterten mit ihrer Offensiv-Power um Quarterback Ben Holmes. Entscheidend war letztlich die Effizienz im dritten Viertel und ein bitterer Special Teams Fehler kurz vor Schluss, der den Traum der Nordic Storm vom Finale platzen ließ.
Die Gäste aus Kopenhagen begannen die Partie mit einem perfekt orchestrierten Drive. Quarterback Jadrian Clark verteilte die Bälle variabel auf Brendan Beaulieu, Adria Botella Moreno und Edvin Almeida, ehe er Simon Føns in der Endzone fand - Touchdown, Extrapunkt drin, 7:0 Nordic Storm.
Die Vikings zeigten sich unbeeindruckt. Ben Holmes suchte früh seinen großgewachsenen Tight End Florian Bierbaumer, der im Vorjahr ins NFL-IPP-Programm eingeladen wurde. Ein Big Play von Ex-NFL Receiver Reece Horn auf einem Screen brachte Wien tief in die Redzone. Bei 4th & 1 verwandelte Holmes per QB-Sneak das First Down, wenig später lief Karri Pajarinen zum Touchdown. Der Extrapunkt wurde jedoch geblockt - 7:6.
Nach einem Punt der Dänen kämpfte sich Wien wieder voran, doch ein False Start bei 4th & 2 brachte sie aus dem Rhythmus. Holmes suchte Horn in der Endzone, doch der Ball kam nicht an - Turnover on Downs.
Clark riskierte im Gegenzug einen tiefen Pass, doch in der Endzone griff Vikings-Safety Divine Buckrham zu und fing die Interception. Kurz darauf schlugen die Vikings Kapital: Holmes fand Yannick Mayr über 42 Yards zum Touchdown. Die Two Point Conversion saß - 14:7 Wien.
Für einen Schockmoment sorgte dann Clark selbst: Der Nordic Storm Quarterback verletzte sich offenbar am Knie und wurde anschließend vom Feld getragen. Backup Alexander Kronborg Bjerre kam aufs Feld und warf sofort einen 44 Yard Pass auf Beaulieu, ehe kurz darauf Clark zurück aufs Feld humpelte - sichtbar angeschlagen. Er fand jedoch trotzdem Beaulieu in der Redzone zum Touchdown - 14:14.
Mit knapp zwei Minuten auf der Uhr vor der Pause erhielten die Vikings noch einmal den Ball, mussten jedoch schnell punten. Storm bekam mit drei Timeouts noch einmal die Chance, doch Wien setzte mit einem Sack von Ex-NFL-Spieler Aaron Donkor ein Ausrufezeichen. Halbzeit im Regen von Wien: 14:14.
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Nach der Pause kamen beide Offenses zunächst schwer in Gang. Doch dann zauberten die Vikings: Holmes fand Florian Wegan über die Mitte, der improvisierte Spielzug endete in einem 32 Yard Touchdown.
Kurz darauf unterlief Clark im 3rd & 10 eine untypische Interception. Wien startete an der Mittellinie und schlug sofort zu: Holmes fand erneut den Österreicher Yannick Mayr zum Touchdown.
Doch die Gäste gaben nicht auf. Ein schneller Drive endete wieder bei Simon Føns, der den Touchdown fing. Der Extrapunkt segelte jedoch daneben - 28:20 für die Hausherren nach drei Vierteln.
Früh im vierten Viertel bot sich Wien die Chance, mit einem Field Goal auf zwei Scores zu erhöhen, doch der Holder konnte den Snap nicht kontrollieren. Clark biss weiter auf die Zähne, humpelte sichtbar, wurde hart von Lucky Ogbevoen getroffen und fand im anschließenden 3rd & 16 einen völlig offenen Føns - doch dieser ließ den Ball fallen. Statt Ausgleichschance hieß es 4th & 16, danach folgte ein Turnover on Downs.
Die Storm-Defense gab sich jedoch nicht geschlagen, erzwang einen Punt und brachte ihr Team mit vier Minuten Restzeit noch einmal in Ballbesitz. Doch der Regen machte es schwer: Beaulieu ließ einen perfekt geworfenen tiefen Pass fallen, beim folgenden 4th & 10 blieb nur der Punt.
Noch war über drei Minuten auf der Uhr, und die Vikings brauchten nur die Ketten zu bewegen, um das Spiel nach Hause zu bringen. Nordic Storm Safety Chad Walrond hatte jedoch etwas dagegen, setzte mit einem Blitz ein Ausrufezeichen, sackte Holmes und zwang Wien zu 4th & 19.
Doch dann die entscheidende Szene des Spiels: Beim Punt sprang Safety Luke Glenna in den Punter Benjamin Straight - klare Strafe, automatisches First Down. Statt einer letzten Chance für Storm blieb der Ball bei den Vikings. Nach der Two Minute Warning spielten sie die Uhr souverän herunter - Endstand 28:20.
Die Vienna Vikings ziehen zum zweiten Mal in Folge ins Championship Game ein. Schlüssel zum Erfolg waren die Big Plays von Mayr und Wegan, eine starke Defense in der zweiten Halbzeit und ein bitterer Fehler der Nordic Storm Special Teams kurz vor Schluss. Für Nordic Storm endet eine starke Premierensaison im Halbfinale. Wien darf dagegen weiter vom Titel träumen.