06.06.2026
AFLE-Topspiel in Wien
Das vielleicht größte Spiel der bisherigen AFLE-Saison hat gehalten, was es versprochen hat: Die Vienna Vikings und Rhein Fire lieferten sich lange ein intensives Topspiel auf Augenhöhe, ehe die Gastgeber in der zweiten Halbzeit davonzogen.

Sportlich hätte die Bühne für dieses AFLE-Topspiel kaum größer sein können. Die bisherigen Duelle zwischen den Vienna Vikings und Rhein Fire waren fast immer eng und emotional. Entsprechend groß war die Spannung vor dem Gipfeltreffen zweier bislang ungeschlagener Titelkandidaten.
Auf dem Feld entwickelte sich direkt die intensive Partie, die viele erwartet hatten. Rhein Fire kam zunächst etwas besser rein, vor allem über das Laufspiel mit Jonathan Scott. Die O-Line der Gäste arbeitete stark, Quarterback Kenji Bahar fand langsam seinen Rhythmus und brachte Fire souverän über das Feld. Die ersten Punkte des Abends besorgte schließlich Sebastian van Santen, der ein beeindruckendes Field Goal aus 52 Yards zur 3:0-Führung durch die Stangen jagte.
Auch Wien fand danach besser ins Spiel. Karri Pajarinen setzte mit mehreren starken Läufen erste Akzente, während Ben Holmes nun häufiger seine Receiver fand. Kurz darauf folgte allerdings der erste Rückschlag für die Gastgeber: Holmes wollte tief gehen, doch Fire-Verteidiger Christian Matthew las den Pass perfekt und schnappte sich die Interception.
Die Vikings ließen sich davon allerdings nicht aus dem Konzept bringen. Die Defense holte den Ball schnell zurück - und offensiv übernahm nun immer mehr Pajarinen das Kommando. Nach mehreren starken Läufen tankte sich der Running Back schließlich auch in die Endzone und brachte Wien erstmals mit 7:3 in Führung.
Doch Fire antwortete sofort. Bahar brachte mit einigen starken Pässen auf Harlan Kwofie und Co. wieder Tempo in die Offensive, ehe Scott die Gäste mit einem Touchdown-Lauf erneut in Front brachte.
Kurz vor der Pause bekam Wien allerdings noch einmal die Chance - und Holmes nutzte sie clever. Mit einem starken eigenen Lauf brachte er die Vikings tief in die Hälfte der Gäste, wenige Sekunden später sorgte ein Field Goal schließlich für den 10:10-Ausgleich zur Halbzeit.

mhh
Direkt nach Wiederbeginn übernahm Wien zunehmend die Kontrolle. Florian Bierbaumer und Pajarinen sorgten mit mehreren starken Plays früh für Raumgewinn, während Holmes erneut seine Mobilität zeigte und sich mehrfach spektakulär aus Drucksituationen befreite. Punkte sprangen zunächst zwar keine heraus, weil Tasic ein mögliches Field Goal vergab - doch kurz darauf folgte das erste große Defensiv-Highlight der Gastgeber.
Kenji Bahar wollte Fire mit einem Pass durch die Mitte wieder in Position bringen, doch Vikings-Linebacker Noel Swancar antizipierte perfekt und fing den Ball zur Interception ab. Und die Österreicher nutzten das Momentum sofort aus. Angeführt von Holmes sowie starken Aktionen von Darrell Stewart Jr. und Albert Wiesigstrauch marschierte Wien erneut über das Feld, ehe Bierbaumer den Touchdown zur 17:10-Führung erzielte.
Auch danach blieb die Vikings-Defense aggressiv und ließ Fire kaum noch zur Entfaltung kommen. Van Santen vergab wenig später dann auch noch ein Field Goal aus rund 40 Yards. Die Wiener nutzten das konsequent aus und kontrollierten nun zunehmend die Uhr.
Mitten im Schlussviertel schien der entscheidende Vikings-Drive zunächst gestoppt, doch natürlich war erneut Pajarinen zur Stelle. Nach einem kurzen Pass von Holmes verwandelte der Running Back ein eigentlich harmloses Play mit starkem Antritt doch noch in ein neues First Down. Wenige Spielzüge später erhöhte Holmes selbst per Quarterback Sneak auf 24:10 - die Vorentscheidung.
Rhein Fire stemmte sich zwar noch einmal gegen die drohende Niederlage. Bahar fand Harlan Kwofie mit einem tiefen Pass über die rechte Seite für ein spektakuläres Big Play bis tief in die Hälfte der Wiener. Doch genau in dieser Phase schlug die Vikings-Defense erneut zu. Ausgerechnet Ex-Rhein-Fire-Spieler Alejandro Fernandez sackte Bahar entscheidend, bevor Swancar beim vierten Versuch auch den letzten Pass der Gäste stoppte und damit endgültig den Deckel auf das Spiel setzte.
Die Vienna Vikings feiern damit den wohl wichtigsten Sieg der bisherigen AFLE-Saison und untermauern eindrucksvoll ihre Titelambitionen.