07.09.2025
Surge-Defense glänzt
Stuttgart Surge hat sich zum allersten Mal in der European League of Football zum Champion gekürt. Nach einem schwachen Start gegen die Vienna Vikings kämpften sie sich zurück und erlaubten in der zweiten Halbzeit keinen einzigen Punkt mehr.

Die Stuttgart Surge hat sich den Traum vom Titel in der schwäbischen Heimat erfüllt. In einem packenden ELF-Finale vor 36.784 Zuschauer in der Stuttgarter MHP-Arena bezwangen sie die Vienna Vikings mit 24:17 (14:17).
Dass es ein Battle werden würde, zeigte direkt die ersten Plays. Yannick Mayr gelang ein Kickoff Return bis auf Höhe der Mittellinie. Nach zwei Sacks der Stuttgarter Defense fand Vikings-Quarterback Ben Holm aber bei 4th&10 Reece Horn, der sein Team an die gegnerische 8-Yard-Linie brachte. Der US-Amerikaner fing dann auch den Touchdown, hatte aber Glück, dass sein Gegenspieler Mitch Fettig am Ball vorbeiflog.
Die Stuttgarter Offense musste jedoch schnell wieder vom Feld, nach einem Sack von Florian Sudi gab es den Punt. Fettig glitt wenig später die nächste sicher geglaubte Interception durch die Hände, doch die Wiener mussten nach einem 3&Out punten.
Zwar schafften die Stuttgarter im Anschluss den ersten First Down der Partie, aber ein zu hoch geworfener Pass von Reilly Hennessey rutschte durch die Hände von Louis Geyer und in die von Nikolaus Huszar. Die Vikings bestraften dies mit einem 45-Yard-Field-Goal von Dennis Tasic.
Nun hatten die Stuttgarter die richtige Antwort parat: Nach einem langen Pass auf Michael Harley Jr. kassierte Huszar eine Pass Interference, Geyer fing zwei Plays später trotz enger Deckung den TD-Pass und Timo Bronn stellte per PAT auf 7:10.
Wirklich für Sicherheit sorgte es bei Surge aber nicht, denn es wechselten sich viel zu oft Licht und Schatten ab. Nach einem perfekt ausgespielten Blitz mit dem Sack von Luca Siebert ließen sie bei 3&17 Horn zu viel Platz, sodass er einen Raumgewinn von 27 Yards erzielen konnte. Es kam, was kommen musste: Running Back Karri Parjarinnen erzielte den zweiten Touchdown für die Vikings.
Auch die Surge-Offense fand nur bedingt statt. Hennessey warf einen langen Pass von Jordan Bouah, doch Amani Dennis fing ihn ab - die zweite Interception vom Surge-Quarterback. Wien konnte den Ballgewinn aber nicht nutzen, sodass ihr Gegner noch eine Chance bekam. Ein Touchdown von Harley wurde wegen einer kurz zuvor genommen Auszeit zurückgenommen, Geyer durfte dann aber 28 Sekunden vor der Pause über seinen zweiten TD jubeln, sodass es mit 14:17 in die Pause ging.
smu
Nach der Pause sorgte Tomiwa Oyewo für das erste Highlight: Dank eines schönen Screen-Plays legte der Stuttgarter Running Back satte 63 Yards zurück. Die gegnerische Endzone erreichten sie zwar nicht, aber Bronn stellte per 24-Yard-Field-Goal den Ausgleich her. Derweil sorgte die Defense wieder für Furore, Robert Lachmann begann bereits der siebte (!) Sack und erzwang somit den Punt.
Im nächsten Drive der Surge gab es einen Schockmoment: Wide Receiver Daniel Pedro landete nach einem Catch-Versuch hart auf dem Boden und musste behandelt werden. Seine Teamkollegen mussten wenig später punten. Die Vikings schlugen nun eiskalt zu: Nach einem tollen Catch von Tight End Florian Bierbaumer, der den Ball über der Grasnarbe fing, waren sie der gegnerischen Endzone extrem nah, doch in dieser gelang Fettig im dritten Anlauf die Interception.
Die Szenerie wiederholte sich dann zu Beginn des Schlussabschnitts: Stuttgart stand kurz vor Wiener Endzone und Divine Buckrham fing den Pass von Hennessey auf Michael Harley ab. Die Österreicher mussten dann aber tief aus ihrer eigenen Endzone punten, sodass Harley sein Team mit einem starken Return wieder bis an 30-Yard-Linie brachte.
Diesmal schlug Surge eiskalt zu: Hennessey lief erst selbst und bediente dann Geyer zum Touchdown, der davon profitierte, dass sein Gegenspieler Nikolaus Huszar ausrutschte. Doch die Vikings wollten es nochmals wissen. Ein starker Kickoff Return von Parjarinnen besorgte ihnen eine gute Feldposition. Quarterback Ben Holmes führte sein Team in die gegnerische Hälfte, doch die Surge-Defense forcierte mit dreieinhalb Minuten verbleibender Spielzeit ein Turnover on Downs.
Eine Chance bekamen die Wiener noch auf den Sieg. Bei einem Fourth Down hätten sie Surge nur stoppen müssen, allerdings unterlief Aaron Donkor ein Encroachment, sodass Stuttgart ein neues First Down bekam. Mit 49 verbleibende Sekunden musste Surge dann doch punten.