01.12.2025
Gescheiterte Two-Point-Conversion
Die Commanders waren als Außenseiter ins Sunday Night Game gegen die Denver Broncos gegangen. Nicht zuletzt dank eines sensationellen Catches von Wide Receiver Treylon Burks blieb Washington in Schlagweite und erzwang eine Overtime. In der setzte sich dann aber der Favorit durch.

Die Denver Broncos legten in ihrem Auftaktdrive im Spiel bei den Commanders in Washington ein Field Goal durch Kicker Will Lutz vor, nachdem Quarterback Bo Nix sein Team bis in die Redzone geführt hatte. Es sollten die einzigen Punkte im ersten Viertel bleiben, da die beiden Defenses nur wenig Raumgewinn zuließen.
Die Denver Broncos hatten bis zu der Partie mit einer der stärksten Defenses der Liga die meisten Sacks der Liga gesammelt, was ihnen aber gegen Marcus Mariota, der erneut Jayden Daniels vertrat, lange nicht gelang. Nach der frühen Führung Denvers setzte der Pass Rush der Broncos Mariota aber zu Beginn des zweiten Viertels in der Redzone stark unter Druck. Sein Lob-Pass in höchster Bedrängnis konnte an der Seitenlinie durch Linebacker Dre Greenlaw abgefangen werden.
Zwar kamen auch die Broncos mit einigen Läufen von Running Back R.J. Harvey bis tief in die Hälfte der Commanders, aber erneut reichte es nur für ein Field Goal zum Ausbau der Führung auf 6:0.
Zu wenig, denn Mariota fand jetzt seine erfahrenen Anspielstationen wie den wieder genesenen Terry McLaurin, der Top-Receiver hatte in dieser Saison sieben der letzten acht Partien verletzt aussetzen müssen. Eine Strafe gegen Denvers Linebacker Nik Bonitto bereitete den ersten Touchdown der Commanders vor. Running Back Chris Rodriguez konnte eine breite Run Lane in der Mitte zum 7:6 für Washington nutzen.
Die verbleibenden gut zwei Minuten der ersten Hälfte reichten den Gästen aber, um noch einmal über das Feld zu marschieren. Wide Receiver Courtland Sutton wurde erstmals angespielt und sein zweiter Catch brachte die verdiente 13:7-Pausenführung, wobei Nix vor dem Wurf nur noch wenige Zentimeter vom Boden entfernt gewesen war.
Die Aktion brachte dem Quarterback im Interview mit NBC ein Extra-Lob von Head Coach Sean Payton: "Das ist etwas, was er richtig gut macht - die Fähigkeit, Spielzüge am Leben zu halten. Das war ein perfektes Beispiel dafür." In der zweiten Hälfte wollte er aber mehr von seinen Running Backs sehen.
Carsten Keller
Dan Quinn freute sich dagegen über die gute Ausgangsposition: "Wir sind genau da, wo wir sein wollten und haben zuerst Ballbesitz." Und die Commanders schafften durch einen einhändigen Catch im Rückwärtsfallen von Treylon Burks, der dabei an Odell Beckham Jr. erinnerte, den perfekten Abschluss des ersten Drives in der Endzone. Es war der erste Touchdown des ehemaligen Erstrundenpicks seit seiner Rookie-Saison 2022.
Zwar hatte Sean Payton mehr von seinem Laufspiel sehen wollen, aber es waren vor allem die Pässe von Quarterback Nix, der auch bei einem kritischen Third Down Wide Receiver Sutton für 31 Yards fand. Running Back Harveys kurzer Touchdown brachte in diesem spannenden Schlagabtausch die 20:14-Führung für die Gäste.
Eine Interception von Linebacker Bobby Wagner tief in der gegnerischen Hälfte gab den Commanders neue Hoffnung, als es gerade so schien, als ob Denver davonziehen würde. Ein Field Goal des neu verpflichteten Kickers Jake Moody verkürzte zwar auf nur noch drei Punkte Rückstand, fühlte sich aber wie eine zu geringe Ausbeute an.
Zwar brachte ein schneller Stopp der Defense Washington den Ball sofort zurück, aber die Broncos schickten die Commanders-Offense ebenso schnell wieder vom Feld. Einen Drive später war es Broncos-Linebacker Alex Singleton, der nach gut überstandener Krebsoperation in der Vorwoche eine weite Completion zu Washingtons Tight End Zach Ertz verhindern konnte.
Zum Two Minute Warning hatten die Commanders erneut den Ball und mussten kurz vor Schluss ein kritisches 4th&6 verwandeln. Einmal mehr konnte Ertz zupacken, der zum ersten Mal seit langer Zeit wieder über 100 Receiving Yards kam.
Ein beherzter Lauf von Marcus Mariota brachte in den Schlusssekunden noch ein neues First Down in der Redzone; und Moody konnte so aus 32 Yards zumindest die Verlängerung erzwingen.
In der Overtime überließen die Commanders trotz gewonnenem Münzwurf zunächst den Broncos das Angriffsrecht. Tight End Evan Engram fing hier einen weiten Pass über 41 Yards und bereitete so den Touchdown von Running Back Harvey vor. Der war zwar oft ohne Raumgewinn gelaufen (13 Runs für 35 Yards, 2 Touchdowns, 27 Receiving Yards), sorgte aber trotzdem für die vermeintliche Entscheidung.
Die Commanders mussten antworten, doch ein Touchdown durch Terry McLaurin wurde wegen Holdings zurückgenommen. Aber die Partie war nicht zu Ende, und Deebo Samuel trug einen Pass bis direkt an die Endzone. Dort benötigte Washington alle vier Versuche, feierte dann aber doch den Score von Terry McLaurin.
Ein Punkt fehlte zum Ausgleich, Dan Quinn entschied sich aber für die Two Point Conversion und dafür gegen die ausgepumpte Broncos-Defense auf Sieg zu gehen. Doch der Passversuch von Mariota wurde von Nik Bonitto, der zeigte, warum er einer der teuersten Verteidiger in der NFL ist, zu Boden geschlagen.
So jubelten am Ende eines spektakulären Duells die Broncos, die nun mit 10-2 punktgleich mit den Patriots an der Spitze der AFC stehen. Die Broncos spielen kommende Woche bei den Las Vegas Raiders, die Commanders bei den Minnesota Vikings.