11.10.2026
Skurile Szenen in der Overtime
Zwölf Sekunden, keine Timeouts und nur noch 24 Yards bis zur Endzone der New York Giants: Die Washington Commanders hatten in der Overtime beste Voraussetzungen, um sich zumindest noch einen Versuch auf das spielentscheidende Field Goal zu erarbeiten. Doch dann leistete sich Washington ein folgenschweres Zeitmanagement-Debakel.

Bei 2nd&2 entschieden sich die Commanders für einen Passspielzug. Doch das Team startete den Spielzug viel zu spät und ließ die Uhr bis auf zwölf Sekunden herunterlaufen. Zu allem Überfluss wurde Jayden Daniels ohne Raumgewinn gestoppt, Washington schaffte es anschließend nicht mehr rechtzeitig zurück an die Line of Scrimmage - und die Uhr lief ab. Kein weiterer Snap, kein Field-Goal-Versuch, kein Sieger. Nach einer wilden Partie trennten sich die Commanders und Giants mit einem 27:27-Unentschieden nach Overtime.
Dass die Commanders überhaupt bis tief in die Verlängerung um den Sieg kämpften, lag vor allem an ihrem Laufspiel. Washington sammelte 202 Rushing Yards bei durchschnittlich 6,7 Yards pro Lauf und erzielte alle drei offensiven Touchdowns am Boden.
Dabei ging ausgerechnet Quarterback Jayden Daniels voran. Bei neun Läufen kam er auf 103 Yards und zwei Touchdowns, Jacory Croskey-Merritt steuerte weitere 82 Yards und einen Score bei. Durch die Luft blieb Daniels dagegen ohne Touchdown-Pass und beendete die Partie mit 199 Passing Yards.
New York setzte dagegen vor allem auf Jameis Winston. Der Quarterback warf den Ball insgesamt 54-mal und brachte 33 Pässe für 326 Yards und drei Touchdowns an. Besonders bemerkenswert: Trotz des hohen Volumens blieb Winston ohne Interception.
Seine bevorzugten Anspielstationen waren Malik Nabers und Isaiah Likely. Nabers fing elf Pässe für 121 Yards und einen Touchdown, Likely kam ebenfalls auf elf Receptions und verwandelte zwei davon in Touchdowns. Gemeinsam waren sie maßgeblich dafür verantwortlich, dass New York nach einem 3:12-Rückstand zur Halbzeit zurück in die Partie fand.
Nach der Pause entwickelte sich das zuvor punktarme Duell zu einem offenen Schlagabtausch. New York erzielte im dritten Viertel zehn Punkte und legte im Schlussabschnitt weitere 14 nach. Washington erzielte sieben beziehungsweise acht Punkten und so ging das Spiel beim Stand von 27:27 in die Overtime.
Dort bekamen die Commanders schließlich noch einmal die große Gelegenheit. Nach einem verlorenen Fumble der Giants brachte Daniels seine Offense schnell bis an die gegnerische 24-Yard-Linie. Eigentlich war alles für einen möglichen Sieg vorbereitet.
Doch aus der aussichtsreichen Position wurde eine der kuriosesten Schlussszenen des Spieltags. Ohne verbleibende Auszeiten hätte Washington die Uhr kontrollieren müssen. Stattdessen entschieden sich die Commanders beim 2nd&2 für einen Passspielzug. Doch das Team ließ die Uhr weit runterlaufen und startete den Spielzug erst bei zwölf Sekunden Restspielzeit. Anstatt aber den Ball wegzuwerfen, oder die Uhr zu stoppen, versuchte Daniels ein besonderes Play zu kreieren.
Daniels wurde gestoppt, seine Mitspieler kamen nicht mehr rechtzeitig für den nächsten Snap zusammen - und plötzlich war das Spiel vorbei. Washington hatte den Ball an der 24-Yard-Linie und bekam trotzdem nicht einmal mehr die Möglichkeit auf das entscheidende Field Goal.
So endete ein Spiel, in dem die Commanders 202 Rushing Yards produzierten und in der Overtime noch einmal die Chance auf den Sieg bekamen, auf denkbar kuriose Weise ohne Gewinner.
nkr