vor 16 Stunden
Washington beendet Seahawks-Serie
Die Washington Commanders haben den amtierenden Super-Bowl-Champion gestürzt. Ohne Jayden Daniels, dafür mit einem abgezockten Marcus Mariota, feierten die US-Hauptstädter einen wilden 33:31-Sieg gegen die Seattle Seahawks.

Eigentlich sprach beinahe alles für die Gäste: Seattle reiste ungeschlagen und mit zwölf Siegen in Serie (inklusive Playoffs) nach Washington - und Sam Darnold kehrte rechtzeitig von seiner Verletzung zurück. Die Commanders dagegen hatten ihre ersten beiden Saisonspiele verloren und mussten auf ihren verletzten Franchise Quarterback Jayden Daniels verzichten.
Doch Ersatzmann Marcus Mariota ließ sich von der vermeintlich klaren Rollenverteilung nicht beeindrucken. Der Routinier spielte fehlerfrei, warf drei Touchdown-Pässe und sicherte seinem Team den ersten Saisonsieg am Ende sogar mit den eigenen Beinen.
Nach einer zunächst ruhigen Anfangsphase lieferte Seattles Rookie Jadarian Price den ersten Wendepunkt. Amik Robertson schlug dem Running Back den Ball aus der Hand, Washingtons Tim Settle sicherte ihn bereits tief in der gegnerischen Hälfte. Mariota nutzte die gute Ausgangslage und fand Rachaad White über sechs Yards zum ersten Touchdown der Partie.
mhh
Darnold fand anschließend immer besser in die Partie. Der Rückkehrer führte Seattle über 88 Yards zum Ausgleich und bediente Jaxon Smith-Njigba aus einem Yard. Washington antwortete jedoch umgehend: Mariota dirigierte einen überzeugenden Drive und fand Treylon Burks zum 14:7.
Kurz vor der Pause schien Seattle erneut auf dem Weg in die Endzone, scheiterte aber dreimal nacheinander von der Zwei-Yard-Linie. Statt des möglichen Touchdowns blieb nur ein 57-Yard-Field-Goal von Jason Myers. Drew Stevens, Kicker der Commanders, konterte noch mit auslaufender Uhr aus derselben Distanz - 17:10 zur Halbzeit.
Auch nach der Pause blieb Washington mutig. Rookie Sonny Styles fing einen Pass von Darnold in der Hälfte der Seahawks ab, nur drei Spielzüge später fand Mariota Terry McLaurin über 30 Yards zum 24:10.
Seattle benötigte anschließend sogar eine gehörige Portion Glück: Tight End Eric Saubert fing einen Pass kurz vor der Endzone, verlor den Ball nach einem Treffer von Styles und sicherte seinen eigenen Fumble schließlich selbst in der Endzone zum Touchdown. Kurioser hätten die Hawks kaum verkürzen können - aber sie taten es.
Im Schlussviertel schlug der Champion dann endgültig zurück. Nach einem Trickspielzug, bei dem Smith-Njigba selbst einen Pass anbrachte, fand Darnold seinen Top-Receiver mit dem Spitznamen "JSN" zum zweiten Mal in der Endzone. Plötzlich stand es 24:24.
Washingtons Offense ließ sich davon nicht einschüchtern und nahm mit einem mehr als siebenminütigen Drive viel Zeit von der Uhr. Stevens brachte die Commanders per Field Goal erneut in Führung, ehe die Defense für die vermeintliche Entscheidung sorgte: Kain Medrano las Darnolds Pass perfekt und trug die Interception über 50 Yards zum Pick Six zurück - ein fataler und spielentscheidener Fehler des zurückgekehrten Super-Bowl-Quarterbacks. Weil der Extrapunkt misslang, blieb Seattle beim Stand von 24:33 allerdings noch im Spiel.

Und Darnold benötigte nur 66 Sekunden, um sie aufzustoßen. Vier schnelle Completions brachten die Seahawks über das Feld, den Touchdown zum 31:33 fing Cooper Kupp. Seattle hatte noch alle drei Auszeiten und bekam damit eine echte Chance, den Ball ein letztes Mal zurückzuerhalten.
Doch nun wurde Mariota endgültig zum Helden. Bei Third&9 erlief Running Back White 19 Yards, wenig später behielt der Quarterback bei Third&7 selbst den Ball und kämpfte sich neun Yards zum entscheidenden First Down voran. Danach durfte Washington abknien - der Champion bekam keine letzte Antwort mehr. Damit riss zugleich auch die Franchise-Rekordserie von zuletzt zwölf Erfolgserlebnissen in Folge.
Mariota brachte 19 von 31 Pässen für 183 Yards und drei Touchdowns ohne Interception an. Darnold produzierte bei seinem Comeback zwar stolze 379 Yards und vier Touchdowns, leistete sich aber auch die beiden folgenschweren Interceptions. Smith-Njigba trumpfte mit zehn Receptions für 128 Yards und zwei Scores auf.
Seattle gewann das Yard-Duell deutlich mit 437:258, verlor aber alle drei Turnover der Partie. Washington blieb dagegen ohne Ballverlust und verbesserte seine Bilanz auf 1-2. Für die Commanders geht es in Week 4 in London gegen die Indianapolis Colts (1-2) weiter, Seattle empfängt die weiterhin sieglosen Los Angeles Chargers (0-3).
