vor 1 Tag
Erstes Spiel in London
Was für ein verrückter Nachmittag in London. Die Indianapolis Colts erwischten gegen die Washington Commanders einen katastrophalen Start, leisteten sich früh zwei Turnover und lagen schnell zurück. Doch Washington konnte die Geschenke nicht entscheidend nutzen - und wurde anschließend auch noch vom nächsten Quarterback-Ausfall getroffen.

Indianapolis kämpfte sich dagegen zurück. Angeführt von Jonathan Taylor drehten die Colts die Partie, während Daniel Jones nach seinem völlig misslungenen Start selbst für einen wichtigen Touchdown sorgte. Im Schlussviertel liegt Indianapolis mit 27:13 vorne.
Viel schlechter hätte das Spiel für Indianapolis kaum beginnen können. Bereits beim zweiten Spielzug kam es zu einer kuriosen Szene: Ein eigener Offensive Lineman trat Jones auf den Fuß, der Quarterback verlor dabei den Ball und Washington sicherte den Fumble.
Die Commanders bekamen damit früh die Chance, das Spiel in ihre Richtung zu ziehen. Mehr als ein Field Goal sprang zunächst allerdings nicht heraus. Drew Stevens traf aus 31 Yards.
Auch anschließend lief bei Indianapolis offensiv kaum etwas zusammen. Jones leistete sich eine Interception, die Rasul Douglas abfing. Wieder bekam Washington den Ball - und wieder blieb der große Schaden für die Colts aus.
Stevens erhöhte zwar mit seinem zweiten Field Goal auf 6:0, doch aus zwei frühen Turnovern hatte Washington gerade einmal sechs Punkte gemacht. Das sollte sich rächen.
Denn während Indianapolis zunächst mit sich selbst beschäftigt war, traf Washington der nächste Rückschlag auf der Quarterback-Position.
Marcus Mariota, der aufgrund der Ellbogenverletzung von Jayden Daniels als Starter in die Partie gegangen war, wurde von Laiatu Latu zu Boden gebracht. Der Colts-Defensive-Lineman landete auf Mariotas rechtem Unterschenkel, das Bein knickte dabei unglücklich weg.
Mariota ging anschließend in die Kabine. Die Commanders stuften ihn mit einer Verletzung am rechten Knie zunächst als fraglich für eine Rückkehr ein.
Damit musste Washington plötzlich auf seinen dritten Quarterback zurückgreifen: Athan Kaliakmanis. Der Siebtrunden-Rookie war damit ausgerechnet beim London Game gefragt.
Indianapolis nutzte die Probleme auf der anderen Seite und fand nach dem schwachen Beginn zunehmend in die Partie. Vor allem Jonathan Taylor wurde zum entscheidenden Faktor. Kurz vor der Halbzeit lief der Running Back aus fünf Yards zum ersten Touchdown der Colts und brachte Indianapolis erstmals in Führung.
Spencer Shrader legte unmittelbar vor der Pause aus 48 Yards nach. Plötzlich stand es 10:6 für Indianapolis - obwohl die Colts mit einem Fumble und einer Interception denkbar schlecht in das Spiel gestartet waren.
Nach der Pause machte Taylor dort weiter, wo er aufgehört hatte. Erneut brauchte er aus fünf Yards nur wenige Schritte bis in die Endzone. Aus einem frühen 0:6 war damit ein 17:6 geworden.
Doch Washington gab sich trotz der Quarterback-Probleme nicht geschlagen. Kaliakmanis sorgte ausgerechnet mit einem Big Play für neue Hoffnung. Der Rookie fand Treylon Burks tief über 47 Yards zum Touchdown und verkürzte auf 13:17.
Für einen Quarterback, der als Nummer drei im Depth Chart in den Nachmittag gegangen war, war es ein bemerkenswerter Moment. Plötzlich war Washington wieder mitten im Spiel.
Indianapolis ließ sich davon allerdings nicht aus der Ruhe bringen. Shrader verwandelte ein 52-Yard-Field-Goal und stellte den Vorsprung wieder auf sieben Punkte.
Im Schlussviertel bekam die Geschichte von Daniel Jones schließlich eine bemerkenswerte Wendung. Der Quarterback war mit einem kuriosen Fumble und einer Interception einer der Hauptgründe für den Fehlstart der Colts gewesen. Nun war es ausgerechnet Jones, der Indianapolis endgültig auf Kurs brachte.
Nach einem kontrollierten Drive über 52 Yards, der fast fünf Minuten von der Uhr nahm, lief Jones selbst aus vier Yards in die Endzone. Der Touchdown brachte Indianapolis mit 27:13 erstmals mit zwei Scores in Führung. Ein spätes Field Goal macht den Endstand perfekt, die Colts gewinnen in London mit 30:13.
Damit hat sich das Bild des London Games komplett gedreht. Washington bekam früh nahezu alles serviert, konnte daraus aber nicht genügend Kapital schlagen. Die Colts überstanden ihre Fehler, fanden über Taylor ins Spiel und haben inzwischen die Kontrolle übernommen.
Und während Washington nach dem Ausfall von Daniels nun auch um Mariota bangen muss, könnte ausgerechnet der völlig misslungene Nachmittag von Jones noch zu einer Comeback-Geschichte werden.
Die Zahlen unterstreichen, wie wenig Daniel Jones trotz der Führung der Colts durch die Luft gelang. Der Quarterback brachte lediglich 19 seiner 34 Pässe für 143 Yards an den Mann, blieb ohne Passing Touchdown und warf eine Interception. Sein Passer Rating lag bei nur 53,9. Entscheidend war stattdessen das Laufspiel: Jonathan Taylor kam bei 20 Carries auf 95 Yards und zwei Touchdowns. Jones steuerte den dritten Rushing Touchdown der Colts selbst bei.
Washington musste nach Mariotas Verletzung den Großteil des Spiels mit Athan Kaliakmanis bestreiten. Der Siebtrunden-Rookie komplettierte 15 von 33 Pässen für 186 Yards, einen Touchdown und eine Interception. Mariota hatte vor seinem Ausfall drei seiner vier Pässe für 46 Yards angebracht und zusätzlich mit einem 35-Yard-Lauf für das längste Rushing Play der Commanders gesorgt. Insgesamt blieb Washington am Boden bei 100 Yards und ohne Rushing Touchdown.
nkr