04.02.2026
Nach Vorfall in Detroit
Ein Fan der Detroit Lions hat im US-Bundesstaat Michigan Klage gegen mehrere prominente Beteiligte aus dem NFL-Umfeld, darunter Pittsburgh Steelers Profi DK Metcalf, eingereicht. Wie unter anderem die Detroit Free Press und weitere US-Medien berichten, fordert der Michigan-Resident Ryan Kennedy vor dem zuständigen Gericht in Wayne County (Detroit) insgesamt 100 Millionen US-Dollar Schadensersatz.

Die Zivilklage richtet sich unter anderem gegen Steelers-Wide-Receiver DK Metcalf, die Pittsburgh Steelers, den früheren NFL-Receiver Chad Johnson, die Medienfirma Shay Shay Media von Shannon Sharpe, das Management des Ford Field sowie weitere Medienplattformen.
Ausgangspunkt der Klage ist ein Vorfall beim Spiel der Detroit Lions gegen die Pittsburgh Steelers am 21. Dezember im Ford Field. Metcalf hatte in der Nähe der Seitenlinie einen verbalen Austausch mit einem Zuschauer (Ryan Kennedy) auf den Rängen, bevor der Receiver mit seiner Hand ausholte und den Fan im Gesicht traf. Die NFL sperrte den Steelers-Profi anschließend für zwei Spiele wegen einer "physischen Konfrontation mit einem Zuschauer".
Am Tag nach dem Spiel äußerte sich Chad Johnson im Podcast "Nightcap", den er gemeinsam mit Shannon Sharpe betreibt. Metcalf habe ihm berichtet, dass Kennedy ihn während des Spiels mit einem rassistischen Schimpfwort beleidigt und zudem eine Beleidigung gegen dessen Mutter ausgesprochen hat. Diese Darstellung beruht auf Johnsons Schilderung im Podcast und stellt keine gerichtliche Feststellung dar.
Kennedy wird laut Medienberichten von Anwalt Jon Marko (Marko Law, Detroit) vertreten. In der Klageschrift erhebt er mehrere Vorwürfe. Dazu zählen unter anderem Verleumdung (Defamation) gegen Metcalf, Johnson, Shay Shay Media und weitere Medienbeteiligte. Durch die öffentlich verbreiteten Aussagen sei sein Ruf erheblich geschädigt worden.
Zudem macht Kennedy Ansprüche wegen Körperverletzung (Assault und Battery) gegen Metcalf geltend. Gegen das Management des Ford Field erhebt er zusätzlich den Vorwurf der Fahrlässigkeit (Negligence), da nach seiner Darstellung unzureichende Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden seien, um direkten körperlichen Kontakt zwischen Spielern und Zuschauern zu verhindern.
Kennedy bestreitet in der Klageschrift ausdrücklich, Metcalf oder dessen Mutter rassistisch oder beleidigend beschimpft zu haben. Die im Podcast verbreiteten Aussagen seien "falsch und rücksichtslos" und hätten ihm erheblichen persönlichen sowie beruflichen Schaden zugefügt. Neben der finanziellen Forderung verlangt er darüber hinaus eine öffentliche Richtigstellung durch Chad Johnson, Shannon Sharpe und deren Medienplattform.
Die Existenz der Klage, die benannten Beklagten, die geforderte Schadenssumme sowie die erhobenen Vorwürfe gehen aus der eingereichten Klageschrift hervor, auf die sich mehrere US-Medien beziehen. Eine gerichtliche Entscheidung liegt bislang nicht vor. Die behaupteten rassistischen Beleidigungen sind bislang ausschließlich durch Aussagen im Podcast dokumentiert und wurden von Kennedy sowohl öffentlich als auch juristisch zurückgewiesen.
Die Detroit Lions wurden laut Medienberichten um eine Stellungnahme gebeten, äußerten sich zunächst jedoch nicht.
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mhh